Vom hohen Norden in den tiefen Süden: Fraga Dental GmbH etabliert in Kürze seine erfolgreichen Study Clubs mit den Implantaten von FairImplant auch im Raum München. Begeisterte Anwender des Keramikimplantats sind bereits da. Wir sprachen mit Dr. Sven-Olaf Börner (Abb. 1), Oralchirurg und Umwelt-Zahnmediziner aus Grünwald bei München.
Interview mit Dr. Sven-Olaf Börner, Oralchirurgie und Umwelt-Zahnmedizin
Was verstehen Sie unter Umwelt-Zahnmedizin – trennen Sie Ihren Praxismüll?
Sven-Olaf Börner: Das tun wir doch hoffentlich alle (lacht). Wir sind allerdings tatsächlich auch als Grüne Praxis zertifiziert. Die Umwelt-Zahnmedizin, oder besser gesagt, biologisch-systemische integrative Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde stellt jedoch darüber hinaus ein komplexes ganzheitliches Praxiskonzept dar. Wir berücksichtigen dabei besonders die immunologische Anamnese des Patienten und dessen immunologische Respons vor der Behandlung. Jede unserer Therapien sollte bestmöglich immunologisch nachhaltig sein. Dafür wird ein ganzheitliches Betreuungskonzept und eine netzwerkorientierte Medizin benötigt. Diese findet bei uns auch im engen Austausch mit ganzheitlich orientierten Therapeuten statt. Zu diesem Gesamtkonzept gehören natürlich auch entsprechend informierte und sensibilisierte eigene Mitarbeiter und eine angenehme und umweltschonende Praxisumgebung. In dieser Umgebung und mit Unterstützung des gesamten Netzwerks entwickeln wir entsprechend des individuellen Risikoprofils des Patienten das Betreuungskonzept. In der klassischen Ausbildung zum Oralchirurgen erlernt man den Umgang mit Risikopatienten. Die Umweltzahnmedizin war für mich die konsekutive Weiterentwicklung. Aufgrund der täglichen Behandlung von Risikopatienten, also Patienten mit chronisch entzündlichen Erkrankungen, Multisystemerkrankungen, Allergien, Diabetes, Autoimmunerkrankung, Krebs, Herz-/Kreislauferkrankungen sowie Parodontitispatienten habe ich eine Sensibilität für allgemeinmedizinische Themen und immunologische Zusammenhänge entwickelt. Und genau darum geht es letztendlich in der Umweltzahnmedizin: das Wechselspiel zwischen Mundraum/Kiefer und Organen zu erkennen und die pathologischen Einflüsse der Mundhöhle auf das Immunsystem richtig zu interpretieren.
Ziel ist es herauszufinden, was den immunsupprimierten Patienten am meisten triggert. Das geht nur, wenn man sich intensiv mit ihm auseinandersetzt. Die aufmerksame Anamnese und umfangreiche Aufklärung sind in diesem Zusammenhang sehr wichtig. Damit versuchen wir gängige Komplikationen – beispielsweise in der Implantologie – bereits präventiv zu minimieren.
Welche Erfahrungen haben Sie in diesem Zusammenhang mit den Keramikimplantaten von FairImplant?
Sven-Olaf Börner: Aufgrund meiner Spezialisierung habe ich mich schon sehr früh mit Keramikimplantaten beschäftigt und diese seit 2006 zunehmend eingesetzt. Das einteilige FairWhite vom besagten Hersteller hat mich von Anfang an überzeugt – dank seiner hohen Stabilität, der Einfachheit des Systems und der Langzeitästhetik. Letztere spielt in unserer Praxis in Grünwald eine sehr große Rolle. Dank 3D-gestützter Planung haben wir übrigens – ich weiß, dass manche Kollegen das als Erschwernis sehen – kaum Fälle, die wir nicht einteilig versorgen können. Das Handling ist sehr einfach, das Chirurgie-Tray ist klein und damit leicht aufzubereiten. Die zwei Implantattypen lassen sich nach dem Zirkonoxid-Protokoll sehr gut beschleifen und mit dem Austrittsprofil des Implantats haben wir exzellente knochenstabile und weichgewebige Langzeitergebnisse.
Bei welchen Indikationen oder Patientengruppen setzen Sie diese Keramikimplantate bevorzugt ein?
Sven-Olaf Börner: Keramikimplantate sind in unserer Praxisklinik die Standardversorgung. Früher hatten wir uns tatsächlich auf immunologisch oder parodontal auffällige Patienten konzentriert, wegen der allgemein so überzeugenden Performance der FairWhite-Implantate ist aber nicht mehr Keramik, sondern Titan bei uns inzwischen die Ausnahmeindikation. Mit FairWhite können wir Sofortimplantate setzen und auch sonst jede klassische Indikation bedienen. Bei Mehrfachimplantationen können wir auch sofort langzeitprovisorisch versorgen. Es erfordert jedoch ein spezielles Therapieprotokoll, beispielsweise die Optimierung des Vitamin-D-Stoffwechsels des Patienten, um das Verlustrisiko in der Einheilphase zu minimieren. Misserfolge bei Keramikimplantaten sind oft der Tatsache geschuldet, dass das besondere Protokoll nicht eingehalten wurde. Auch Brånemark hat seinerzeit die Anwender intensiv auf die Einhaltung der Behandlungsprotokolle geschult – und darauf seinen großen Erfolg aufgebaut.
Allerorten hört man gerade von Lieferproblemen bei Keramikimplantaten – wie vermitteln Sie das Ihren Patienten?
Sven-Olaf Börner: Ich bin nicht der Pressesprecher von FairImplant, und dennoch, es gibt einfach derzeit keine. Also muss ich meinen Patienten auch nichts vermitteln. Bei mir spielt das eine große Rolle, denn ich lege mir keine Depots an. Ich mache die 3D-basierte Planung für die OP, bestelle meine Implantate, und innerhalb von 24 Stunden nach Order sind sie da. Auch das ist, wie alles bei dem Unternehmen, super einfach.
Wie schätzen Sie die klinischen Ergebnisse der FairImplant-Keramikimplantate im Vergleich zu Titanimplantaten ein?
Sven-Olaf Börner: Wir wissen alle um die im Vergleich zu Titan komplexere Einheilphase bei Keramik. Allerdings liegen die Misserfolge laut unserer Statistik lediglich um 2 bis 3 Prozent höher als bei Titan. Nach der Einheilphase sehe ich die Keramikimplantate klar im Vorteil, da das Risiko, eine Perimukositis oder gar Periimplantitis zu entwickeln, deutlich reduziert ist. Der Nutzen für unsere Patienten infolge der guten biologischen Adaptation überwiegt hier also bei weitem.
Welche Unterstützung bietet Ihnen FairImplant zusätzlich im Praxisalltag, etwa bei Planung, Chirurgie oder prothetischer Umsetzung?
Sven-Olaf Börner: Hier sprechen Sie einen mir persönlich wichtigen Punkt an, der mich nachhaltig von der Zusammenarbeit mit FairImplant überzeugt hat. Das Unternehmen bezieht mich bei Ideen und Weiterentwicklungen ganz eng mit ein. Wir bilden Expertengruppen und können dort unsere Wünsche und Bedürfnisse vortragen, die dann sehr konstruktiv aufgenommen werden. FairImplant ist grundsätzlich sehr innovationsfreudig, mit viel Schwung unterwegs und entwickelt immer wieder gute neue Ideen. Ich bin mir daher sicher, dass sie meine eigene Entwicklung und Lernkurve auch weiterhin gut begleiten werden. Umso mehr freue ich mich, bald die Riege der Study Clubs der Fraga Dental GmbH hier im Süden zu erweitern. Für den 4. März 2026 darf ich alle interessierten Kolleginnen und Kollegen aus Süddeutschland ins OCplus in Grünwald einladen.
Herzlichen Dank für das Gespräch.
