Im Anschluss an die Vorstandssitzung der Osteology Foundation am 30. Juni 2025 in Zürich beginnt ein neues Kapitel in der Führung der Stiftung: Christer Dahlin (Schweden) übergibt das Amt des Präsidenten an Frank Schwarz (Deutschland). Im gemeinsamen Interview sprechen die beiden über strategische Weichenstellungen, aktuelle Entwicklungen in der oralen Regeneration und ihre gemeinsame Vision für die Zukunft.
Christer, wenn Sie auf Ihre Amtszeit als Präsident zurückblicken, was war Ihrer Meinung nach die wichtigste strategische Priorität der Stiftung?
Christer Dahlin: Ein zentrales Anliegen war es, die Position der Osteology Foundation als führende Organisation im Bereich der oralen Geweberegeneration weiter zu festigen. Dafür ist es entscheidend gewesen, dass wir das gesamte Fachgebiet repräsentieren und neue Entwicklungen frühzeitig aufgreifen. Ein Beispiel dafür ist die zunehmende Genderbalance in der Zahnmedizin. Sie bringt neue Perspektiven und hilft uns, unsere Programme an die Realität der Praxis anzupassen. Gerade für die jüngere Generation müssen unsere Angebote sowohl fachlich relevant als auch werteorientiert sein
Frank, Sie übernehmen nun die Präsidentschaft. Wie möchten Sie diesen Weg weitergehen?
Frank Schwarz: Christer hat eine starke Basis geschaffen, auf die ich aufbauen möchte. Eine der großen Herausforderungen ist, in einer sich rasch verändernden Welt relevant zu bleiben und dabei unseren Grundsatz nicht aus den Augen zu verlieren: Wissenschaft und klinische Praxis zu verbinden. In der Zukunft sollte die Stiftung weiterhin starke Partnerschaften mit wichtigen Organisationen in der Zahnmedizin stärken, wie z. B. mit der AAP, der EFP und durch Initiativen wie den Global Consensus for Clinical Guidelines (GCCG). Die Zusammenarbeit ermöglicht es uns, Wissen zu teilen, unsere Bemühungen zu koordinieren und unsere Wirkung zu verstärken
Was bedeutet Relevanz konkret für die Programme und inhaltliche Ausrichtung der Stiftung?
Christer Dahlin: Es geht darum, sowohl wissenschaftliche Entwicklungen als auch gesellschaftliche Veränderungen im Blick zu behalten. Viele unserer Programme wurden überarbeitet, um gezielt den Bedürfnissen junger Forschender und Kliniker:innen gerecht zu werden. Denn ihr Erfolg ist entscheidend für den Fortschritt unseres Fachs.
Frank Schwarz: Ganz genau! Und es bedeutet auch, neue Themen wie künstliche Intelligenz in der Zahnmedizin ernst zu nehmen. KI verändert bereits jetzt die Art, wie wir forschen und arbeiten. Diese Veränderungen müssen sich in unseren Weiterbildungsangeboten und in unserer strategischen Ausrichtung widerspiegeln. Wichtig ist zudem, dass die orale Geweberegeneration heute weit über ihr ursprüngliches Fachgebiet hinausreicht. Sie trägt wesentlich zur allgemeinen Gesundheit bei – das verleiht unserer Arbeit zusätzliche Relevanz und Verantwortung.
Frank, wie würden Sie Ihre neue Rolle als Präsident innerhalb der Stiftung beschreiben?
Frank Schwarz: Das Präsidialamt bei der Osteology Foundation ist ein Ehrenamt – ich erhalte keinerlei finanzielle Vergütung. Das ist mir wichtig zu betonen, denn es unterstreicht den gemeinnützigen und unabhängigen Charakter der Stiftung. Im Vorstand arbeiten wir auf Augenhöhe zusammen. Meine Aufgabe ist es, Diskussionen zu moderieren, unterschiedliche Sichtweisen einzubinden und gemeinsam tragfähige Entscheidungen zu entwickeln. Es geht nicht um Durchsetzen, sondern um ein Miteinander mit dem Ziel, unser Fach voranzubringen.
Wie stellt die Stiftung sicher, dass Forschung und Lehre unabhängig bleiben?
Frank Schwarz: Wir sind uns unserer Verantwortung als unabhängige Stiftung sehr bewusst – auch gegenüber unserem Stifter. In unseren Bildungsangeboten gibt es keinerlei Produktwerbung oder Sponsoring. Unsere Forschungsförderung und Weiterbildungsprogramme sind ausschließlich der Wissenschaft verpflichtet. Dieses Prinzip verfolgen wir von Anfang an, und genau das hat uns das Vertrauen führender Fachgesellschaften eingebracht. Wir sind stolz darauf, eines der wenigen wirklich unabhängigen Programme für junge Talente im Bereich Forschung und Wissenschaft anbieten zu können.
Und abschließend: Was ist Ihre gemeinsame Vision für die Osteology Foundation?
Christer Dahlin: Wir wollen eine zukunftsorientierte, integrative Plattform im Herzen der oralen Geweberegeneration zu sein.
Frank Schwarz: Und die Weiterentwicklung des Fachgebiets durch wissenschaftliche Exzellenz, klinische Relevanz und starke Kooperationen gemeinsam voranzubringen
