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FutureXperts: Neues Curriculum für die Zahnmedizin

Mit dem Curriculum FutureXperts kooperieren DGI und DGÄZ zukünftig auch in der Fortbildung junger Zahnmediziner. Im Gespräch mit pip berichten Prof. Dr. Dr. Dr. Robert Sader (DGÄZ-Präsident) und Prof. Dr. Stefan Wolfart (DGI-Präsident) wie es zu dieser Zusammenarbeit kam und warum das Curriculum FutureXperts eine wichtige praxisnahe Fortbildung nach dem Studium bietet. (Copyright Bild: Knipping)

Was war der Anstoß für die Entwicklung des Curriculums FutureXperts – welches Problem soll es lösen?

Prof. Wolfart: Wir beide, Prof. Sader und ich, haben in unseren APW-Curricula dieselbe Erfahrung gemacht: Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sind sehr häufig Berufseinsteiger und darum immer weniger gut vorbereitet auf das, was in den normalen APW-Curricula an Wissen und Knowhow geboten, aber auch an Leistung in den Prüfungen am Ende verlangt wird. Um ein konkretes Beispiel zu nennen: ich sehe immer wieder, dass Patientenfälle nicht ausreichend geplant und dokumentiert sind. Aufgrund dieser Erfahrungen war die Idee für ein Vorcurriculum naheliegend.

Prof. Sader: Ich kann dies nur bestätigen. In der Tat verfügten früher Kolleginnen und Kollegen in den Curricula über mehr Vorwissen und praktische Fähigkeiten. Dies hat unterschiedliche Gründe, aber aufgrund dieser Beobachtungen gab es auch bei uns die Idee eines Vorcurriculums nach dem Studium. Kurz: Unsere Erfahrungen fügten sich also bestens zusammen. Außerdem hatten die DGI und die DGÄZ schon länger die Idee, im Bereich der Fortbildung gemeinsam aktiv zu werden. Der Grund ist naheliegend: Implantologie geht nicht ohne Expertise in der Ästhetik und eine ästhetische Therapie erfordert oft auch Kenntnisse und Wissen in der Implantologie. So entstand die Idee für das Curriculum FutureXperts.

Welche Kompetenzen stehen im Zentrum – geht es eher um fachliche Exzellenz, Managementwissen oder Zukunftsthemen wie KI und Digitalisierung?

Prof. Wolfart: Das Curriculum vermittelt zunächst die Basis für fachliche Exzellenz. Absolventinnen und Absolventen sind danach zwar noch keine Expertinnen oder Experten, aber auf dem richtigen Weg – daher der Name FutureXperts. Wir legen in diesem Curriculum mit seinen fünf Modulen, die innerhalb einer Woche in Mannheim stattfinden, dafür eine solide Basis. Ihr erworbenes Knowhow und Können werden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit eigenen Fallpräsentationen im sechsten Modul demonstrieren, das ein halbes Jahr nach dem Ende des Curriculums stattfindet.

Dann werden wir sehen, ob es uns gelungen ist, die erforderlichen Basisfähigkeiten und die Motivation zu vermitteln, die junge Kolleginnen und Kollegen für eine erfolgreiche berufliche Weiterentwicklung benötigen. Und natürlich werden auch Zukunftsthemen eine Rolle spielen.

Wie ist das Curriculum strukturiert, und worauf dürfen sich Teilnehmende konkret freuen?

Prof. Sader: Wie bereits erwähnt umfasst das Curriculum fünf Module. Es geht los mit dem Thema Schmerzsprechstunde und Trauma sowie der Basis-Chirurgie – natürlich mit Hands-on. Es folgen Fallplanungen und die Präsentation von Fällen, ebenso geht es um die Dentale Fotografie. Modernen Materialien und Methoden, die in unseren Fachgebieten eine wichtige Rolle spielen, ist ebenfalls ein Modul gewidmet und natürlich geht es um Prothetik und Implantatprothetik, ebenfalls verbunden mit praktischen Übungen. Das letzte Modul behandelt einfache Korrekturen in der KFO mit der Alignertherapie. 

Worin unterscheidet sich FutureXperts von klassischen Fortbildungsangeboten – was ist das Alleinstellungsmerkmal?

Prof. Wolfart: Dieses Curriculum bietet direkt im Anschluss an das Studium – mit Beginn der beruflichen Tätigkeit – alles an Theorie und Praxis, was junge Zahnärztinnen und Zahnärzte benötigen, um sich bei ihren ersten Schritten in der Praxis sicher bewegen zu können. Wir wollen den Einstieg in die moderne Zahnheilkunde erleichtern und das erforderliche Rüstzeug für eine erfolgreiche Karriere in wesentlichen Bereichen unseres Berufs vermitteln. Die jungen Kolleginnen und Kollegen werden lernen, wie man zahnmedizinische Kompetenzen, individuelle Patientenbetreuung, Belastbarkeit und organisatorisches Geschick erfolgreich in den Praxisalltag integriert. Und nicht zuletzt geht es auch um den kollegialen Austausch, um Vernetzung – und nicht zuletzt auch um Freude und Spaß beim gemeinsamen Lernen. 

Wie wichtig ist interdisziplinärer Austausch im Konzept?

Prof. Wolfart: Dieser ist sehr wichtig und letztendlich auch die Basis für dieses Curriculum. Es könnte vielleicht ein Vorbild für ähnliche Aktivitäten anderer Gesellschaften sein. 

Was möchten Sie persönlich den Teilnehmern mitgeben, die sich für FutureXperts entscheiden?

Prof. Sader: Als ich jung war, wäre ich wirklich froh gewesen, wenn so eine Fortbildungsmöglichkeit existiert hätte. Damals musste ich mir sehr viel mühsam selbst erarbeiten oder an anderer Stelle deutlich höhere Gebühren bezahlen, um mich fortzubilden. Außerdem ist FutureXperts eine tolle Möglichkeit, andere Kolleginnen und Kollegen auf einem ähnlichen Ausbildungsniveau aus ganz Deutschland kennenzulernen, sich gegenseitig auszutauschen und sich zu vernetzen; allein das ist schon für die eigene Zukunft sehr viel wert.