Das Motto des ITI Kongresses, der vom 25. bis 26. März 2022 in Dresden stattfinden wird, widmet sich dem Thema „Nachhaltigkeit in der Implantologie – Wunsch und Wirklichkeit“. Erfahrene und hochqualifizierte Referenten aus dem In- und Ausland stellen dort neue Erkenntnisse rund um die Implantologie, Prothetik und Zahntechnik vor.

Interview mit Prof. Dr. med. Dr. med. dent. Johannes Kleinheinz

pip:  Statt den vielen “sofort” und “digital” Veranstaltungen der Vergangenheit nun dieses außergewöhnliche Thema, was gab den Anstoß?

Prof. Kleinheinz: Betrachtet man die gesellschaftlichen Veränderungen, denen wir uns nicht verschließen dürfen, liegt das Thema einfach auf der Hand. Medizin und Zahnmedizin waren und werden auch in Zukunft einer nachhaltigen Behandlung verpflichtet sein. Schon im ersten Meeting des wissenschaftlichen Komitees im September 2019 war sehr schnell klar, dass dies eines der wichtigsten Fokusthemen unserer Zukunft wird.

Deshalb möchten wir als ITI Sektionen diesem Kontext verstärkte Aufmerksamkeit widmen und eine Vorreiterrolle im Bereich der Nachhaltigkeit übernehmen. Bedingt durch die Pandemie musste unser Kongress um ein Jahr verschoben werden, was rückblickend die richtige Entscheidung war. Im vergangenen Jahr konnten wir auch im Bereich Nachhaltigkeit nochmal neue Erkenntnisse dazugewinnen und sind jetzt bestens aufgestellt für das Event-Highlight 2022!

pip: Der Begriff der Nachhaltigkeit stammt ursprünglich aus der Forstwirtschaft …

Prof. Kleinheinz: Das ist richtig, die Prinzipien, die damit einhergehen, sehen und bewerten wir Zahnmediziner allerdings ähnlich. Ziel ist es, nur so viel zu entnehmen, wie die Natur auch nachwachsen lassen kann, nie über die eigenen Verhältnisse leben, die Natur nicht mit übertriebenen und unerreichbaren Zielen überfordern und in Generationen denken. Wir sind überzeugt davon, dass unser heutiges Tun Einfluss auf die nachfolgenden Generationen haben wird.

Auch in der Implantologie wollen wir Konzepte entwickeln, die basierend auf gesicherten Erkenntnissen unter optimaler Nutzung von Ressourcen aller Art stabile Langzeiterfolge ermöglichen; gerade die regenerativen Prozesse bedürfen Nachhaltigkeit, um spätere implantologische Versorgungen zu vereinfachen oder erst zu ermöglichen. Wir möchten bei den Konzepten den Begriff der Nachhaltigkeit breitgefächert an den Themenkomplexen Ausbildung, Forschung, Auswahl und Einsatz der Materialien sowie Kommunikation bearbeiten.

pip: Welche Maßnahmen werden den ITI Kongress 2022 in Dresden konkret begleiten?

Prof. Kleinheinz: Wir gestalten unseren Kongress so nachhaltig wie möglich – dies zieht sich wie ein roter Faden durch die gesamte Organisation bis hin zur Nachbereitung. Bereits die Auswahl des Veranstaltungsortes oblag den Kriterien, ob Solar- und Ökostrom genutzt werden können oder umweltgerechte Beleuchtungs- und Medienkonzepte zur Verfügung stehen. Mit dem Congress Center in Dresden haben wir einen Partner an der Seite, der uns bei der Umsetzung unseres nachhaltigen Projektes professionell zur Seite steht.

Zudem verzichten wir weitgehend auf Druckunterlagen, nur das Programm wird auf CO2-neutralem FSC-Papier unter Verwendung von Ökofarben gedruckt. Es wird vergünstigte Bahntickets geben und je Teilnehmeranmeldung spenden wir 25 Euro an Atmosfair für Klimaschutzprojekte. Wir achten auf Mülltrennung, nutzen wiederverwendbares Geschirr und greifen auf regionale Caterer zurück, die uns ausschließlich saisonale Produkte servieren. Es wird keine Print- Broschüren geben, sondern eine digitale Kongresstasche via Mobile App. Während des gesamten Kongresses wird der CO2- Fußabdruck gemessen und über Atmosfair kompensiert. Wir sind überzeugt davon, dass diese Maßnahmen die Anforderungen an einen nachhaltigen Kongress vollumfänglich erfüllen.

pip: … Welche wissenschaftlichen Schwerpunkte und Behandlungskonzepte werden Sie daneben präsentieren?

Prof. Kleinheinz: Die wissenschaftlichen Schwerpunkte stellen die patienten-zentrierten Aspekte mit Geweberegeneration, Chirurgie und Prothetik sowie Young ITI und eine Zahntechnik Session neben praxisnahen Hands on-Kursen, Workshops und Posterpräsentationen dar. Zum Kongressauftakt konnten wir eine sehr bekannte Referentin für den besonderen Vortrag im Bereich der Nachhaltigkeit gewinnen. Im Anschluss wird Charlotte Stilwell den Kongress mit den Themen Research, Education und Mentoring fortsetzen – man darf also gespannt sein!