Dass das Vorurteil der Wünschelrutengehenden Keramik-Aficionados absolut unzutreffend ist, beweist nicht zuletzt Dentalpoint mit seiner konsequenten Ausrichtung des Zeramex-Systems auf den kompletten digitalen Workflow. Neben Carestream Dental wurde nun neu eine Partnerschaft mit 2Ingis eingegangen – welche Vorteile hat die Klinik davon?

Interview mit Dr. med. dent. Rouven Wagner, Implantologe

Seit wann befasst sich Ihre Praxis mitten in Dortmund mit Keramikimplantaten?

Rouven Wagner: Wieso zielen Sie auf unsere Lage ab – oder meinen Sie, es interessieren sich im Ruhrgebiet weniger Patienten für eine Keramikversorgung als in der Bodenseeregion oder im Münchner Umland? Ich habe in Leipzig studiert und dort befassten sich Prof. Ludwig Graf und Dr. Wolfram Knöfler schon sehr frühzeitig mit Titan-Alternativen. Auch bei meiner oralchirurgischen Ausbildung und meinem Masterstudiengang am IMC von Prof. Ulrich Joos begegnete ich dem Thema. In der Praxis konnte ich sehr früh beobachten, wie gut das Weichgewebe auf den Werkstoff reagiert. Meine Masterarbeit habe ich schließlich zu Keramikimplantaten erarbeitet und die Studien zeigen beim BIC – mit nur ein wenig mehr Geduld bei der Einheilung – den Titanimplantaten vergleichbare Erfolgsraten. Bei Dentalpoint bzw. Zeramex kam ich schließlich an, weil mich die Materialeigenschaften vollends überzeugten und sich in der Praxis auch umfassend bewährten. Die absolute Metallfreiheit mit der carbonfaserverstärkten Vicarbo-Schraube trägt auch dem Heilpraktiker vollendet Rechnung und die prothetische Flexibilität überzeugt ästhetisch. Zudem muss ich meinen gewohnten Workflow nicht verbiegen.

Und wie lange haben Sie bereits digitale Prozesse in der Praxis implementiert?

Rouven Wagner: Von Anfang an – ich denke, das dürfte für alle Kolleginnen und Kollegen meiner Generation gelten. Wir haben alle unsere Erfahrungen mit optischen Abformungen und CAD/CAM-Verfahren machen und oft schon an der Universität etliche digitale Tools und deren Vorzüge kennenlernen dürfen. Da Dentalpoint sehr schnell die Zeramex Digital Solutions entwickelt und angeboten hat, passt sich auch die Versorgung mit Keramikimplantaten unseren gut eingeführten, digitalen Prozessen nahtlos an.

Manche tun, als seien Keramikimplantate und digitale Workflows ein philosophischer Widerspruch …

Rouven Wagner: Warum sollte dem so sein? Keramikimplantate sind inzwischen sehr erfolgreich im klinischen Alltag vieler Praxen angekommen und dazu zählen bei vielen mittlerweile auch die digitalen Prozesse. Ich sehe hier absolut keinen Widerspruch und freue mich vielmehr, dass Zeramex so clever war, sich zeitig über Kooperationspartner digitale intelligente Services zu sichern.

Wo sehen Sie die besonderen Vorteile der Genius-Chirurgieschablonen von 2Ingis?

Rouven Wagner: Ich hatte schon seit längerem Kontakt zu Herstellern von Chirurgieschablonen, war aber teilweise überrascht, wie unflexibel und wenig aufgeschlossen manch großes Haus sich zeigte. Mir war auch unsympathisch, in geschlossene Konzepte gepresst zu werden.

2ingis war für mich eine Offenbarung – das System ist total offen, ich bleibe maximal flexibel, behalte das volle Sichtfeld und kann intraoperativ entscheiden, ob mir ein Punch ausreicht oder ich doch aufklappe.

Selbst die Wasserkühlung ist dort super gelöst. Die einzige Investition ist das spezielle Winkelstück von W & H. Das halte ich für sehr überschaubar. Speziell im anspruchsvollen Frontzahnbereich, natürlich einer Lieblingsregion für Keramikimplantate, bin ich damit einfach viel sicherer.

Hat die konsequente Ausrichtung von Dentalpoint auch auf digitale Verfahren Sie bei der Entscheidung für die zeramex-Implantate beeinflusst?

Rouven Wagner: In erster Linie hat mich das Implantat an sich überzeugt. Die digitalen Verfahren sind aber nicht nur eine Spielerei, sondern in bestimmten Situationen ein echter Segen. Ich bin z.B. absolut begeistert vom 3,5 mm-Zeramex-Implantat für enge Lücken im Unterkiefer – formen Sie das mal analog ab! Mit Scanpfosten ist das für meinen Patienten und mich ein Spaziergang. Tollste Ergebnisse haben wir auch bei interdisziplinären Behandlungen in Kombination mit KFO-Versorgungen. Mit einer analogen Abformung reißen Sie vielleicht die halbe KFO-Apparatur mit raus oder verändern sie viel zu sehr. Sie sehen – digitale Verfahren und Keramikimplantate sind nicht nur kein Widerspruch, sondern eine hervorragende Ergänzung unserer Behandlungsoptionen.

Herzlichen Dank für dieses Gespräch.