Viel zu lange waren kurze und ultrakurze Implantate kritisch betrachtet worden. Doch nach Jahren kontinuierlicher klinischer Erfahrung und Evidenz hat sich das Bild gewandelt. Und auch das viel beachtete 40-jährige Jubiläum von Bicon im Jahr 2025 verlieh dem Konzept neue Dynamik.
Interview mit Eckhard Maedel, Country Manager Bicon
Die kurzen Implantate von Bicon haben im ersten Quartal 2026 gegen alle geopolitischen Unruhen überperformt. Worauf führen Sie diesen Erfolg zurück?
Eckhard Maedel: Wir sehen bereits seit einiger Zeit und mit zunehmender Dynamik eine klare Verschiebung in den Anforderungen der Praxen. Wirtschaftlichkeit, Effizienz und zugleich ein hohes Maß an klinischer Sicherheit stehen stärker im Fokus als noch vor zehn Jahren. Genau hier setzen unsere kurzen Implantate an. Sie ermöglichen es, auch bei begrenztem Knochenangebot minimalinvasiv zu arbeiten und auf aufwendige augmentative Verfahren weitgehend zu verzichten. In einem herausfordernden Marktumfeld entscheiden sich viele Behandler bewusst für Lösungen, die planbar, zeiteffizient und für den Patienten möglichst schonend sind. Diese Kombination trifft offensichtlich den Nerv der Zeit.
Können Sie die Vorteile der kurzen Implantate für die Praxis in dieser besonderen aktuellen Situation noch einmal zusammenfassen?
Eckhard Maedel: Wir stehen vor mehreren strukturellen Entwicklungen, die den Praxisalltag nachhaltig verändern. Die Bevölkerung wird älter, und viele Patientinnen und Patienten können aufgrund systemischer Erkrankungen oder Polypharmazie chirurgisch komplexe Eingriffe nicht tolerieren. Manchmal wünschen sie sich auch ganz einfach weniger invasive Therapiekonzepte ohne umfangreiche chirurgische Eingriffe. Gleichzeitig verschärft sich der Fachkräftemangel, was bedeutet, dass komplexe und zeitintensive Behandlungsprotokolle zunehmend schwieriger umzusetzen sind. Kurze Implantate bieten hier eine überzeugende Antwort.
Sie ermöglichen effiziente, klar strukturierte Abläufe, reduzieren Behandlungsdauer und Stuhlzeiten und tragen gleichzeitig dazu bei, Kosten kontrollierbar zu halten. Für viele Praxen und Patienten ist das ein entscheidender Vorteil.
Wo können sich interessierte Behandler mit den kurzen Implantaten von Bicon vertraut machen?
Eckhard Maedel: Weiterbildung ist für uns ein zentraler Baustein des Konzepts, denn auch die so ‚einfachen‘ Kurzen wollen gelernt sein. Wir bieten ein breites Spektrum an Kursen, in denen die Konzepte systematisch und praxisnah vermittelt werden. Darüber hinaus ermöglichen Hospitationen in der eigenen Praxis oder in der Praxis eines erfahrenen Bicon-Anwenders einen direkten Einblick in die Anwendung im klinischen Alltag. Dieses Format wird von vielen Kolleginnen und Kollegen ganz besonders geschätzt. Alle Informationen zu Terminen und Inhalten befinden sich hier. Daneben gibt es umfangreiches Videomaterial auch auf www.bicon.com
Wie sehen Sie die zukünftige Entwicklung in der dentalen Implantologie, insbesondere im Hinblick auf minimalinvasive Konzepte?
Eckhard Maedel: Minimalinvasive Ansätze werden weiter an Bedeutung gewinnen, nicht nur bei uns, Sie können diesen Akzent ja auch bei anderen führenden Herstellern beobachten. Patientinnen und Patienten erwarten heute schonendere Behandlungen mit kürzeren Therapiezeiten und dennoch vorhersagbar verlässlichen Ergebnissen. Gleichzeitig stehen Praxen unter wachsendem wirtschaftlichem und personellem Druck und müssen ihre Abläufe effizient gestalten. Lösungen wie unsere kurzen Implantate verbinden genau diese Anforderungen. Sie ermöglichen es, hochwertige Implantologie auch unter anspruchsvollen Rahmenbedingungen anzubieten, und werden damit künftig sicher eine noch zentralere Rolle spielen.
Herzlichen Dank für Ihre Zeit und das Gespräch.
