Im sechszehnten Jahr ihres Bestehens baut Medentika als Teil der Straumann Group eine neue Produktionsstätte, während andere Unternehmen Investitionen stoppen. Hintergründe dazu, und wie das zusammenpasst, wollte pip wissen.

Bild: Interview mit Bernd Gaddum und Karl-Heinz Demmler, Geschäftsführer Medentika und Verkaufsleiter Implantologie, Straumann Group

pip: Wie verträgt sich die Konkurrenz im eigenen Haus als Abutment- und Implantathersteller?

Das ist Ihre ganz persönliche Interpretation. Wir sehen uns nicht als Konkurrenz, sondern ergänzen uns als Teamplayer. Mit unserer Implantatlinie IPS und vielen Verbindungen für alle gängigen Implantatsysteme bedienen wir in der Straumann Group unterschiedliche Kundenbedürfnisse. Die Konkurrenz ist außerhalb der Straumann Group. Den Mitbewerbern am Markt begegnen wir mit hoher Qualität zu fairen Preisen. Zum Beispiel ist Procone eine Weiterentwicklung der Camlog Screwline, ergänzt um ein starkes Prothetikportfolio, das vielfältige Indikationen abdeckt. Aus der zahntechnischen Expertise von Medentika ergeben sich wichtige Impulse für die prothetischen Entwicklungen im Implantatbereich.

pip: Bringt Medentika frischen Wind in die Straumann Group?

Medentika ist sehr dynamisch und ein Teil der Straumann Group. Wir empfinden uns als gegenseitige Inspiration; jeder kann vom anderen profitieren. Das gilt für uns innerhalb der Gruppe und insbesondere für die Anwender. Unterschiedliche Kundenbedürfnisse erfordern passende Lösungen. Qualität kann und darf kein Luxus sein. Mit Medentika ermöglichen wir preissensitiven Patienten den Zugang zu Implantaten zu einem fairen Preis.

pip: Wie verhält sich die Straumann Group nach dem Covid-19-Schock?

Wir wollen die Zahnärzte und Labore dabei unterstützen, diese schwierige Zeit erfolgreich zu überwinden, beispielsweise möchten wir mit der Preissenkung bei Titan-Implantaten und dem günstigen Prothetikportfolio auch in Krisenzeiten als Partner zur Seite stehen und unseren Kunden den Rücken stärken. Damit wollen wir die Konjunktur stärken und ein deutliches Zeichen setzen. Mit dem Neubau unserer Produktionsstätte in Calw-Oberreichenbach setzen wir auf ‚Made in Germany‘ und sorgen für Arbeitsplätze. Der Covid-19-Schock hat soeben erst gezeigt, wie wichtig eine gute Logistik und die Kontrolle der Produktion sind. Wir sehen optimistisch in die Zukunft und sind für erhöhte Nachfragen gerüstet.

pip: Können Sie schon etwas zur neuen Produktionsstätte erzählen?

Das Highlight des Neubaus bilden die verglasten Seminarräume des Fortbildungszentrums, welche Einblicke in die laufende Produktion in den beiden Produktionshallen, dem Herzstück des Gebäudes, gewähren. Im speziell dafür eingerichteten Showroom können digitale Workflows vorgeführt werden.

pip: Mit dem MPS – Multi Platform System – richten Sie sich also in erster Linie an Labore und Zahntechniker, mit der IPS – Implantat-Serie – an den Zahnarzt?

Die Workflows zwischen Zahnarzt und Zahntechniker sind immer fließender, eigentlich gar nicht so klar trennbar. Ob Zahntechniklabor, Praxislabor oder Labor-Ketten – mit dem Multi-Plattform-System können wir für alle relevanten Implantat-Plattformen innovative prothetische Lösungen anbieten, zum Beispiel auch patientenindividuelle MedentiCAD-Abutments. Der Zahntechniker, der mit 3shape, exocad oder Dental-Wings arbeitet, legt die Form des gewünschten Abutments selbst fest. Wir fräsen innerhalb von 48 Stunden in gewohnter Medentika-Präzision.

IPS hat einen gewachsenen Fankreis unter den Anwendern. Medentika brachte im Jahr 2009 mit Microcone das erste eigene Implantatsystem auf den Markt. Seitdem folgten mit Quattrocone, Procone und dem einteiligen Minicone drei weitere Systeme, alle made in Germany. Mit diesen vier Implantatsystemen decken wir fast das ganze Indikationsspektrum ab – und das zu wettbewerbsfähigen Preisen ohne Kompromisse bei Qualität und Service. Dazu zählt auch die besondere Garantieleistung von Medentika, die auch auf Fremdimplantaten gilt.

pip: Herzliches Dankeschön für dieses Gespräch.