Ass. Prof. Dr. Elena Calciolari ist Leiterin der aufstrebenden NextGen der Osteology Foundation. Sie arbeitet zwischen Parma und London, und verbindet ihre anspruchsvolle internationale Tätigkeit neuerdings auch mit dem Alltag als Mutter. Wie sieht die junge Generation die Zukunft der regenerativen Zahnmedizin?
Interview mit Ass. Prof. Dr. Elena Calciolari, Translationale Zahnmedizin, Parodontologie
Sie arbeiten zwischen der Universität Parma und der Queen Mary University London, leiten die NextGen der Osteology Foundation und sind gleichzeitig Mutter. Steht hinter Ihnen die traditionelle italienische Großfamilie, oder wie bekommen Sie das alles unter einen Hut?
Elena Calciolari: Es ist nicht einfach, alles unter einen Hut zu bringen, aber ich versuche so gut wie möglich, meine Verpflichtungen im Voraus zu organisieren und zu planen, und ich habe einen gemeinsamen Terminkalender mit meinem Mann, in dem wir versuchen, unsere beruflichen Verpflichtungen ‚zu matchen‘. Ohne die Unterstützung meiner Familie wäre es allerdings unmöglich, meine akademische Tätigkeit, meine Tätigkeit als internationale Referentin und mein Engagement in wissenschaftlichen Gesellschaften in diesem Umfang auszuüben. Glücklicherweise habe ich – vor allem mit meinem Mann und meinen Großeltern – ein perfektes Unterstützungssystem hinter mir, das es mir ermöglicht, meine wichtigsten beruflichen Verpflichtungen so engagiert weiterzuführen. Wenn ich kann, versuche ich dabei, das Nützliche mit dem Angenehmen zu verbinden und meinen Mann – der gleichzeitig ein Kollege ist – und meine Tochter mitzunehmen.
Für mich ist es wichtig, dass meine Tochter aufwächst und sieht, dass ihre Mutter auch engagiert und erfüllt in ihrer beruflichen Arbeit ist. Ich denke, dass ihr das in Zukunft sehr helfen wird, Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen in ihre eigenen Möglichkeiten zu entwickeln. Ich muss jedoch einräumen, dass ich noch keine ideale Work-Life-Balance gefunden habe – aber ich arbeite daran!
Welche Unterstützungssysteme ganz konkret innerhalb der Osteology Foundation helfen Ihnen dabei, Ihre Vielzahl an Aufgaben zu meistern?
Elena Calciolari: Ich muss sagen, dass das Büro und alle Mitarbeiter der Osteology Foundation einen äußerst flexiblen und modernen Arbeitsansatz verfolgen, der sich gut an meine beruflichen und privaten Bedürfnisse anpasst. Die Möglichkeit, gemeinsame Kalender und Dateien zu nutzen, remote zu arbeiten oder KI-Tools zur Zusammenfassung von Besprechungen und Gesprächen zu verwenden, erleichtert die Arbeit beispielsweise erheblich.
Die Osteology Foundation hat die Next Generation als zentrales Zukunftsprojekt angekündigt. Haben Sie das Gefühl, dass diese Initiative intern wirklich mit der nötigen Ernsthaftigkeit und langfristigen Investition getragen wird?
Elena Calciolari: Die Osteology Foundation hat immer ein konkretes Interesse daran gezeigt, die jungen Generationen zu fördern und ihnen wirklich zuzuhören. Das NextGen-Team ist das Ergebnis dieser weitsichtigen Vision, und unser Ziel ist es, der Stiftung und dem Vorstand die Stimme der neuen Generation klar zu vermitteln und sicherzustellen, dass die junge Generation angemessen vertreten und einbezogen wird. In diesem Zusammenhang möchte ich betonen, dass der Vorstand uns bereits von sich aus in verschiedene Initiativen einbezogen und sogar gezielt um unsere Unterstützung und Meinung bei der Umsetzung wichtiger Projekte wie der Strukturierung der digitalen Landschaft gebeten hat, und dass er einige unserer Initiativen wie die Erstellung des Podcasts Next ReGeneration oder die Initiative ‚Paper Spotlight‘ *, die beide sehr erfolgreich waren, enthusiastisch begrüßt und unterstützt hat.
Wie verändert die Next Generation aus Ihrer Sicht bereits heute die Landschaft der regenerativen Zahnmedizin, und welche Impulse möchten Sie selbst jungen Kolleginnen und Kollegen geben, die am Beginn ihrer Karriere stehen?
Elena Calciolari: Die NextGen-Gruppe arbeitet daran, neue Wege zu implementieren und die Ressourcen zu verbessern, um jungen Kolleginnen und Kollegen den beruflichen Weg in den Bereich der oralen Regeneration zu ebnen und zu erleichtern. Unser Ziel ist es, den Austausch zu fördern und konkrete Möglichkeiten zu schaffen, um die Sichtbarkeit der neuen Generation zu erhöhen und ihren Ausbildungs- und Networking-Bedürfnissen gerecht zu werden. Die Tatsache, dass wir ein internationales Team sind, ist ein großer Vorteil, da jeder von uns andere und sich ergänzende Perspektiven und Sichtweisen einbringt.
Das Osteology Symposium im April 2026 in Wien wird in der regenerativen Zahnmedizin ein klares Highlight des kommenden Jahres. Welche Schwerpunkte und Formate sind für die NextGen geplant, und worauf dürfen sich besonders junge Teilnehmende freuen?
Elena Calciolari: Das NextGen-Team wird im Rahmen der IOS Wien eine absolut zentrale Rolle spielen. Wir haben für Freitag, den 24. April 2026, zwei Workshops organisiert, in denen die Teilnehmer Schritt für Schritt in chirurgische Techniken zur Regeneration von Parodontaldefekten und zur Knochenregeneration um Implantate herum eingeführt werden. Diese Workshops sind nicht nur für diejenigen empfehlenswert, die sich ganz neu mit dem Bereich der Regeneration vertraut machen wollen, sondern auch für diejenigen, die bereits über klinische Erfahrung verfügen und sich mit den neuesten Techniken und der Auswahl der geeigneten Biomaterialien auseinandersetzen möchten. Darüber hinaus wird es am Samstag, dem 25. April 2026, vormittags eine ganze Sitzung geben, die vom Next Gen-Team geleitet wird, die sich mit den neuen Trends in der oralen Regeneration befasst, und viele Gelegenheiten zum direkten Austausch und zur angeregten Diskussion bieten wird.
Herzlichen Dank für das Gespräch.
* ‚Paper Spotlight‘ ist eine Serie der Osteology Foundation, die wichtige wissenschaftliche Arbeiten zur oralen Regeneration, beispielsweise von Stipendiaten der Stiftung, vorstellt. Diese Spotlights werden häufig in den sozialen Medien der Osteology Foundation geteilt. Aktuelle Beispiele befassen sich mit Themen wie Heilungsmustern nach Kieferkammkonservierungsverfahren und topischer Sauerstofftherapie in der Implantologie.
