Es war ruhig geworden um OT medical, nachdem das Unternehmen Ende 2019 in wirtschaftlich raues Wasser geraten war. Viele treue Anwender, die OT medical als Weiterführung des Grafelmann-Erbes wahrgenommen haben, freuen sich daher über nun gute Nachrichten.

Interview mit Philip Müller, Geschäftsführer OT medical

Was haben Sie ursächlich mit der dentalen Implantologie zu tun?

Philip Müller: Als Geschäftsführer der Firma condent verantworte ich seit Jahren die Marktpräsenz des führenden Miniimplantat-Systems MDI im deutschsprachigen Raum. MDI-Implantate werden hauptsächlich bei älteren Patienten und solchen mit schwierigen Ausgangssituationen wie einem sehr schmalen Kieferkamm angewendet, bei denen eine Augmentation aus den unterschiedlichsten Gründen nicht indiziert wäre. Sehr oft können sie transgingival gesetzt werden und bei entsprechender Primärstabilität ist sogar eine Sofortbelastung des Unterkiefers möglich. Für teil- und unbezahnte Patienten, die wir aktuell doch noch recht oft in den Praxen haben, eine sehr wenig invasive und sehr befriedigende Lösung, und für die Praxis eine sinnvolle wie wirtschaftlich attraktive Ergänzung des sonstigen implantologischen Portfolios.

Worin lag Ihr Interesse für das Unternehmen OT medical begründet, wo sehen Sie das Potenzial?

Philip Müller: OT medical hat allein bereits eine vielversprechende Zukunft vor sich, da der Anspruch der Patienten an hochwertige Versorgungen und eine gute Lebensqualität im Alter stetig steigt. Mit OT medical können wir ein bestens erprobtes und ausgezeichnet dokumentiertes System anbieten, um allen Bedürfnissen nach Sicherheit und Verlässlichkeit gerecht zu werden. Mit neuen vertrieblichen Ansätzen und einem sehr motivierten Team werden wir uns in gänzlich frischem Gewand am Markt positionieren. 

Daneben ist das System auch in vielen Auslandsmärkten bestens etabliert und verfügt gleich über eine ganze Serie teils sehr begehrter internationaler Zulassungen bis hin zur FDA-Zertifizierung für die USA.

Worauf werden Sie sich im Produktbereich künftig konzentrieren?

Philip Müller: Auf eine lückenlose Verfügbarkeit und höchste Qualität ‚Made in Germany‘. Die Pandemie hat sehr vielen im Berufs- und Privatleben gezeigt, wo die Vorteile von kurzen Wegen und einer wirklichen Produktion vor Ort liegen. Daneben wird das Thema Digitalisierung uns und unsere Anwender in den nächsten Monaten intensiv begleiten, um in den modernen Praxen einen problemlosen Workflow mit OT-Produkten zu gewährleisten. Auch hier hat die Pandemie sichtlich einen Technologie-Schub bewirkt, dem wir mit den entsprechenden Konzepten Folge leisten werden.

OT medical war immer für besondere Kundennähe und ein hochmotiviertes Team bekannt – können Sie das wieder aufgreifen?

Philip Müller: Das ist unser erklärter Anspruch. Wir werden hierfür auch innovative digitale Wege beschreiten, um mit unseren Kunden jederzeit in Kontakt zu stehen. Beispielsweise werden wir einen Videochat anbieten, in dem Fälle mit Experten direkt besprochen werden können, ohne dass Behandler dafür lange Anfahrtswege auf sich nehmen müssen. Man kann darüber auch Dokumente und Bilder austauschen um sich bei komplexen Fragen zusätzlich abzusichern. Online können wir so z. B. auch in den Abendstunden eine individuelle Produktpräsentation anbieten, um den Praxisalltag und auch die wertvollen Behandlungszeiten nicht zu stören.

Es galt immer der hohe Qualitätsanspruch des ‚Made in Germany‘ – dabei wird es also bleiben?

Philip Müller: Ja, wie schon erwähnt, werden wir daran festhalten. Zusätzlich streben wir eine CO -Neutralität an, um unseren Anspruch 2 an Nachhaltigkeit zu untermauern. Mir persönlich ist dies ein ganz besonders großes Anliegen und ich denke, dass solche Maßnahmen vielen als Vorbild dienen sollten.

Können Sie einstigen und auch neuen Anwendern weitere Kontinuität zusichern?

Philip Müller: Das können wir. Wir haben bereits mit der condent und dem MDI-System gezeigt, dass wir den Herausforderungen des Marktes gewachsen sind. Ich glaube sogar, dass unsere schlanken Strukturen es uns erleichtern, Antworten auf die Fragen von morgen zu finden. Ich kann garantieren, dass Zahnärztinnen und Zahnärzte, die mit uns arbeiten möchten, einen langfristig verlässlichen Partner an ihrer Seite haben.

Herzlichen Dank für dieses Gespräch.