Patienten der Praxis Dr. Sobiegalla & Kollegen in Hemsbach dürfen sich online wie auch in der Praxis entscheiden: biologische Zahnmedizin oder allgemeine Zahnmedizin? In beiden Bereichen öffnet sich ein umfassendes Angebot. Integration des Konzepts statt der sonst häufigen Sektiererei – pip wollte mehr wissen.

Bild: Interview mit Dr. med. dent. Alexander Sobiegalla, Implantologe in eigener Praxis

pip: Sollte nicht auch allgemeine Zahnmedizin biologisch sein?

Alexander Sobiegalla: Tatsächlich wäre das erstrebenswert. Und es zeichnet sich bereits ab, dass sich auch unsere ‚allgemeine Zahnmedizin‘ zunehmend in Richtung der biologischen entwickelt. Wenn Konzepte so gut und ganzheitlich funktionieren, wenn sie die Gesundheit des Patienten nachweislich so verbessern können, wollen Sie das all Ihren Patienten angedeihen lassen. Bestimmten Behandlungsmethoden müssen Sie sich eines Tages auch verweigern – so haben wir z. B. die Anzahl der endodontischen Behandlungen drastisch reduziert.

pip: Was gab bei Ihnen den Anstoß, die biologische Zahnmedizin in Ihrer Praxis zu implementieren?

Alexander Sobiegalla: Wie so oft entstand es über einen persönlichen Kontakt aus Studienzeiten, der mich auf das Swiss Biohealth Konzept aufmerksam machte. Ich besuchte einen Kurs bei Dr. Ulrich Volz in Kreuzlingen und war auf Anhieb sehr überzeugt und begeistert: Wir, die Zahnärzte, sind nicht für die Zähne, sondern für die Gesundheit unserer Patienten verantwortlich. Ich habe mein eigenes Praxiskonzept kritisch hinterfragt und sehr konsequent von der klassischen auf die biologische Zahnheilkunde umgestellt. Entzündliche Prozesse der Zähne und des Kiefers sind bekanntermaßen mit vielen systemischen und chronischen Erkrankungen vergesellschaftet. Allergien und Unverträglichkeiten haben in den vergangenen Jahren dramatisch zugenommen. Viele chronisch kranke Patienten haben eine jahrelange Odyssee durch Facharztpraxen hinter sich – wussten Sie, dass an die 70 Prozent aller chronischen Erkrankungen vom Zahnarzt mit beeinflusst werden können? Der Mund als Eintrittspforte in den Körper hat eine hohe gesundheitliche Bedeutung, der wir gerecht werden müssen.

pip: Was konsequent auch den Einsatz von Keramikimplantaten bedeutet?

Alexander Sobiegalla: Biologische Zahnmedizin bedeutet auch die Verwendung von Materialien, die sich als besonders biokompatibel erweisen sowie einen überwiegenden Verzicht auf Metalle: So verwenden wir tatsächlich die SDS-Keramikimplantate. Wegen des wurzelförmigen Designs der Implantate sind wir chirurgisch nicht limitiert, es sind sogar Sofortimplantationen möglich, die mehrere OP-Termine und den Einsatz von Fremdmaterialien für Augmentationen vermeiden helfen. Da das Implantat selbst beschliffen werden kann, benötige ich keine individualisierten Abutments und kann trotzdem jede prothetische Situation sehr gut versorgen. Zirkonoxid duldet keine Mikrobewegungen – hier sitzt die Krone direkt auf dem Implantat und damit sind Brüche und Abplatzungen praktisch ausgeschlossen. Besonders in der eigentlich so heiklen Front ist das SDS-Implantat einfach gigantisch. Aber nicht nur das Material spielt eine Rolle, auch die ganzheitliche Sicht auf den Patienten und seinen Allgemeinzustand, die Behebung bestehender Versorgungsdefizite und deren gezielte Substitution, die Verbesserung des Ernährungszustandes und des Stoffwechsels und damit natürlich die Erhöhung der patienteneigenen Resilienz und des Regenerationspotentials.

pip: Man sollte meinen, eine solche Praxis kann nur in einer Großstadt überleben?

Alexander Sobiegalla: Hemsbach scheint mit gut 12.000 Einwohnern zunächst wenig prädestiniert, aber wir machen die gegenteilige Erfahrung. Durch die konsequente Positionierung haben wir uns mit unserer Praxis ein Alleinstellungsmerkmal geschaffen und unser Einzugsgebiet enorm erweitert. Wir haben ein etabliertes Zuweisersystem und Patienten kommen teils Hunderte von Kilometern entfernt oder sogar aus dem Ausland. Wir sind über ein halbes Jahr im Voraus terminiert – und daran hat auch Corona nichts geändert. Der Patient freut sich, es geht ihm umfänglich gut und das trägt er natürlich weiter. Aber auch für uns ist es ein Riesenunterschied: Das Arbeiten und was man damit Gutes bewirken kann, macht nun richtig Spaß. Ich freue mich jeden Tag auf meine Praxis und bin enorm befriedigt und bereichert. Ich fühle mich umfänglich als Zahnarzt, mit der starken Betonung der letzten Silbe. Eigentlich habe ich mir mit der Umstellung auf die biologische Zahnmedizin auch selber etwas Gutes getan.

pip: Herzliches Dankeschön für das informative Gespräch.