In Gedenken und zur Ehrung des 2020 so jäh aus dem Leben gerissenen Karl-Ludwig Ackermann verlieh die Zahnärztekammer Rheinland-Pfalz in Zusammenarbeit mit der DTMD University und mit Unterstützung der Sponsoren Camlog, Geistlich und W & H Dentalwerk in diesem Jahr erstmalig den Karl-Ludwig-Ackermann Award for Research and Innovation in Dentistry.

Abb. Eingerahmt von den Juroren und Sponsoren: Die Preisträger des Karl-Ludwig-Ackermann-Preises der Landeszahnärztekammer Rheinland-Pfalz.

Auch wenn die Parodontologie und Implantologie beruflich die hauptsächlichen Tätigkeitsschwerpunkte von Karl-Ludwig Ackermann gewesen sein mochten, reichte sein Blick immer weit über diesen fachlichen Tellerrand hinaus. In der Mitte der entscheidungsbildenden Fachgruppe bleibt er schmerzlich vermisst.

Juroren der Preisverleihung waren neben den beiden Kammer-Vorstandsmitgliedern Wilfried Woop und Peter Mohr im wissenschaftlichen Board Anton Sculean, James Deschner, Ralf Rößler, Moritz Kebschull und Julia Wittneben. Der mit jeweils 5000,00 € je Preisträger dotierte Award wurde anlässlich des Zahnärztetags der Kammer Anfang April, der mit dem Titel „Bestens verzahnt“ auf zufällig-charmante Weise eine weitere wesentliche Eigenschaft Karl-Ludwig Ackermanns aufgriff, erstmalig verliehen.

Das regenerative Potential einer Kollagenmatrix

In der Kategorie „Präklinische Forschung“ errang Jean-Claude Imber und die Gruppe mit Dieter Daniel Bosshardt, Alexandra Stähli, Nikola Saulacic, James Deschner und Anton Sculean den Preis mit der Arbeit „Pre-clinical evaluation of the effect of a volume-stable collagen matrix on periodontal regeneration in two-wall intrabony defects“. Präklinisch wurde hier eine poröse, leicht quervernetzte Kollagenmatrix (Geistlich Fibro-Gide) an zweiwandigen intraossären Defekten getestet. Nach einer Heilungszeit von 12 Wochen konnte histologisch eine gute Integration von Resten der Matrix beobachtet werden, die sich entweder im neu gebildeten Knochen, im neuen parodontalen Ligament, im neuen Wurzelzement oder im Weichgewebe fanden. Die Wurzelzement- und Knochenbildung war statistisch signifikant höher verglichen mit der Kontrollgruppe ohne Kollagenmatrix. Es konnten keinerlei unerwünschte Nebeneffekte wie Ankylosen oder Wurzelresorptionen beobachtet werden. Erstmalig konnte mit dieser Studie das parodontale Regenerationspotential der Kollagenmatrix aufgezeigt werden. Weitere klinische und präklinische Studien sollen den täglichen Einsatz in der regenerativen Parodontalchirurgie weiterhin legitimieren.

The tissue is the issue?

Annika Therese Kröger und der Arbeitsgruppe mit Stefan Fickl, Thomas Dietrich und Moritz Kebschull wurde der Preis für ihren systematischen Review „Influence of soft tissue augmentation procedures around dental implants on marginal bone level changes” innerhalb der Kategorie „Klinische Forschung national“ zuteil. Dabei zeigte sich, dass die Weichgewebsaugmentation nur in Einzelfällen positive Auswirkungen auf das marginale Knochenniveau hat, andere klinische Parameter wie Rezessionstiefe, Weichgewebsvolumen und Blutungsindices jedoch positiv beeinflusst werden. Insbesondere in Verbindung mit einem parallelen Hartgewebsaufbau sind deutliche Verbesserungen des periimplantären Gewebes zu beobachten.

Vergleichbares klinisches und ästhetisches Ergebnis

Die Gruppe um Nadja Naenni mit Lukas Stucki, Jürg Hüsler, David Schneider, Christoph H.F. Hämmerle, Roland E. Jung und Daniel S. Thoma erhielt den Preis in der Kategorie „Klinische Forschung international“ für die Arbeit „Implant sites with concomitant bone regeneration using a resorbable or non-resorbable membrane result in stable marginal bone levels and similar profilometric outcomes over 5 years“. Über einen Zeitraum von fünf Jahren blieben bei Einsatz einer nicht resorbierbaren Gore-Tex oder alternativ einer resorbierbaren Kollagenmembran die klinischen wie auch die ästhetischen Parameter an Einzelzahnimplantaten in der ästhetischen Region vergleichbar. Auch hinsichtlich des marginalen Knochenniveaus und des Volumens ergaben sich keine Unterschiede.

Der Karl-Ludwig -Ackermann-Preis wird künftig alljährlich von der Rheinlandpfälzischen Zahnärztekammer ausgelobt und anlässlich des Jahreskongresses vergeben. Damit wird sie dazu beitragen, den Geist eines ihrer herausragenden Kammermitglieder und eines von vielen hoch geschätzten Kollegen und Freundes noch lange weiterzutragen.