hero-ribbon

Neuigkeiten zur IDS hier auf www.frag-pip.de

Evidenz und Praxis beim Implant Solutions World Summit in Göteborg

pip fragt Dr. Peter Gehrke

Zwischen wissenschaftlicher Evidenz und klinischer Praxis entsteht im Alltag oft eine Lücke. Wie lässt sie sich schließen? Dr. Peter Gehrke vom Zentrum für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität Frankfurt/ Main, beleuchtet im Gespräch, wie interaktive Formate, internationale Perspektiven und der direkte Austausch unter Kollegen dazu beitragen können, neue Erkenntnisse in die tägliche Behandlung zu integrieren – und was den Implant Solutions World Summit 2026 dabei besonders macht.

Sie haben den Vorsitz bei „Wissenschaft trifft klinische Praxis – eine Brücke zwischen wissenschaftlichen Erkenntnissen und Patientenversorgung“. Wo sehen Sie aktuell die größte Lücke zwischen klinischer Evidenz und dem, was tatsächlich in den Praxen umgesetzt wird?

Die größte Herausforderung ist aus meiner Sicht gar nicht der Mangel an Evidenz – davon haben wir mehr als genug –, sondern die Übertragbarkeit in den Praxisalltag. Viele Studien entstehen unter sehr kontrollierten Bedingungen, die sich so im täglichen Arbeiten nicht 1:1 wiederfinden. Gleichzeitig stellt sich oft die Frage: Welche Erkenntnisse sind wirklich relevant für meinen konkreten Patientenfall? Genau hier entsteht die Lücke zwischen wissenschaftlichem Anspruch und praktischer Umsetzung. Mit anderen Worten: Wir wissen viel – aber die Kunst ist, das Richtige im richtigen Moment anzuwenden.

Angesichts der großen Menge an Forschung in der Implantologie: Wie können Behandler evidenzbasierte Erkenntnisse realistisch in ihre tägliche Entscheidungsfindung integrieren?

Niemand kann und muss die gesamte Literatur kennen. Entscheidend ist, sich auf klinisch relevante Fragestellungen zu konzentrieren und dafür gute, verlässliche Quellen zu nutzen – zum Beispiel Leitlinien oder systematische Übersichtsarbeiten. Gleichzeitig bleibt die eigene klinische Erfahrung ein zentraler Faktor. Letztlich geht es immer darum, Evidenz, Erfahrung und die individuelle Situation des Patienten sinnvoll zusammenzubringen.

Der Vortrag „Ihre klinische Expertise in Aktion“ setzt auf aktive klinische Expertise. Mit welchen praxisnahen Herausforderungen können die Teilnehmer rechnen?

Wir werden typische Alltagssituationen diskutieren, wie sie jeder kennt – von komplexen Behandlungsentscheidungen über Komplikationen bis hin zur Frage, welche Therapieoption in einer konkreten Situation die beste ist. Dabei geht es nicht darum, die eine „richtige“ Lösung zu präsentieren, sondern verschiedene Wege aufzuzeigen und gemeinsam zu diskutieren.

Was macht dieses interaktive Format im Vergleich zu klassischen Vorträgen besonders wertvoll?

Der große Unterschied ist die aktive Beteiligung. Statt nur zuzuhören, sind die Teilnehmer direkt eingebunden. Es entsteht ein echter Austausch zwischen Kollegen, bei dem unterschiedliche Perspektiven zusammenkommen. Das macht die Diskussion oft deutlich lebendiger und bringt einen echten Mehrwert für die eigene Praxis.

Was macht den Implant Solutions World Summit 2026 zu einer einzigartigen Plattform für den Austausch unter Klinikern und warum sollte man teilnehmen?

Der Implant Solutions World Summit bringt Wissenschaft und Praxis auf eine sehr überzeugende Weise zusammen. Es geht nicht nur um neue Technologien oder Innovationen, sondern vor allem darum, wie wir diese sinnvoll in unseren klinischen Alltag integrieren können – von digitalen Workflows bis hin zu komplexen Behandlungsstrategien. Besonders wertvoll ist dabei der internationale Austausch mit erfahrenen Kollegen sowie das breite Spektrum an Formaten – von Vorträgen über interaktive Sessions bis hin zu Hands-on-Kursen. Und nicht zuletzt gehört auch das Networking dazu: Die Abendveranstaltung bietet eine tolle Gelegenheit für persönliche Gespräche in entspannter Atmosphäre – mit Musik, gutem Essen und einfach einer guten Zeit unter Kollegen.