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Gelungene Premiere: 1. OsteoRegeneration Day

Gelungene Premiere beim 1. OsteoRegeneration Day 2025 im Hyatt Regency Düsseldorf: Mehr als 180 Teilnehmer folgten der Einladung zu dem von medentis medical und dem GIOI (German Institute of Oral Implantology) unterstützten Update-Symposium.

Bild: Mehr als 180 Teilnehmer kamen zum 1. OsteoRegeneration Day nach Düsseldorf


Nach dem Ende des traditionsreichen Ahrweiler-Symposiums suchte man nach einem Format, das wissenschaftliche Tiefe mit implantologischer Praxis verbindet – und zugleich den Anspruch fortführt, den Blick über den Tellerrand hinaus zu richten. Mit dem neuen OsteoRegeneration Day ist dieser Brückenschlag gelungen.

Von Ahrweiler nach Düsseldorf

Medentis-Geschäftsführer Alexander Scholz eröffnete die Veranstaltung und zeichnete die Entwicklung nach: Viele Jahre habe das Ahrweiler-Symposium spannende Impulse geliefert, doch zuletzt wuchs bei den Teilnehmern der Wunsch nach einem stärkerem implantologischen Fokus. Für den wissenschaftlichen Leiter, Dr. Stefan Reinhardt, war die Neuausrichtung nur folgerichtig. „Die Regeneration des Knochens steht im Zentrum jeder erfolgreichen Implantattherapie – diesem Kernthema wollten wir eine eigene Plattform geben.“


Start mit PTFE-Membranen

Den Auftakt machte Dr. Nicolas Hassfurther, der den „Knochenaufbau mit nicht resorbierbaren Membranen“ beleuchtete. Bereits sein Vater habe Mitte der 1990er-Jahre erste Fälle mit PTFE-Membranen behandelt – damals noch experimentell. Heute setzt Dr. Hassfurther die Technik routiniert in seiner Überweiserpraxis in Wettenberg bei Gießen ein. Sein wichtigster Hinweis: Infektionen konsequent vermeiden. Dazu gehören eine prophylaktische Antibiotikagabe, Schwellungsprophylaxe sowie sorgfältige Nahttechnik. Autologe Knochenzylinder aus der Linea obliqua dienen ihm als Stabilisatoren und Platzhalter. Komplikationen seien nie auszuschließen, aber „Komplikation bedeutet nicht automatisch Misserfolg“. Entscheidend seien Erfahrung, Geduld und ein strukturiertes Komplikationsmanagement.

Autologe Schalen im Fokus

Für das Thema „Knochenaufbau mit autologen Schalen“ zeichnete Prof. Dr. Fouad Khoury verantwortlich – ein Name, der für diese Technik steht wie kein anderer. Prof. Khoury betonte, dass jede Augmentation auf biologischen Grundprinzipien basiere: Revaskularisation, Aktivierung der Regeneration und Qualität des Knochenaufbaus. Autogener Knochen sei für ihn nach wie vor der Goldstandard – wegen der Vorhersagbarkeit, fehlender Immunreaktionen und geringerer Kosten. Besonders ans Herz legte er die sogenannte Karottentechnik, bei der Knochen mit Trepanbohrung direkt aus dem künftigen Implantatbett entnommen wird. Ebenso wichtig: Ein durchdachtes Weichgewebemanagement, das bereits vor der Augmentation geplant werden müsse. „Nur wer das Weichgewebe respektiert, vermeidet spätere Komplikationen.“


Kombination von Verfahren

Dr. Jochen Tunkel knüpfte an Prof. Khourys Vortrag an, stellte jedoch die Frage: Lässt sich der Erfolg auch mit allogenem Knochen erreichen? In seinem Konzept kombiniert er allogene Schalen mit autologen Knochenspänen, um eine umfangreiche Knochenentnahme zu vermeiden. Zusätzlich wird bei der Freilegung ein sogenanntes Relining angewendet, bei der eine Schicht Knochenersatzmaterial aufgelagert wird, um eine spätere Resorption zu vermeiden. Für die Teilnehmer war spannend zu sehen, wie klassische Verfahren durch durchdachte Kombinationen weiterentwickelt werden können.

Periost im Mittelpunkt

Zum Abschluss lenkte Dr. Stefan Reinhardt den Blick auf das oft unterschätzte Periost. In seinem Vortrag „Knochenaufbau unter Erhalt des Periosts“ zeigte er, dass die ungestörte Durchblutung des Lappens und ein intaktes Periost für die Regeneration von entscheidender Bedeutung sei. Die Technik erfordere allerdings Erfahrung in Schnittführung und Lappenpräparation sowie den Einsatz spezieller Instrumente wie Mikroskalpelle oder Tunnelinstrumente. Bei seiner modifizierten Bone-Splitting-Technik kommt zudem die Piezotechnologie zum Einsatz: „Das Verfahren ist anspruchsvoll, aber biologisch extrem sinnvoll.“

Positive Resonanz und Ausblick

Die Resonanz auf den OsteoRegeneration Day war durchweg positiv: Ein voller Saal, lebhafte Diskussionen und durchweg positives Feedback bestätigten den Bedarf nach einem spezialisierten Fortbildungsformat – und die Mischung aus wissenschaftlicher Tiefe und praxisnahen Tipps überzeugte die Teilnehmer. Schon jetzt laufen die Planungen für das kommende Jahr: Der 2. OsteoRegeneration Day mit dem Thema „Periimplantäres Weichgewebe“ wird am 4. und 5. September 2026 in Hamburg stattfinden.