Regedent: Die Hyaluronsäure in der Parodontologie und der dentalen Chirurgie stand im Fokus des zweitägigen Regedent-Symposiums in Berlin. Zu dem hochaktuellen Thema hatte man für die rund 170 Teilnehmer ein spannendes Programm mit exzellenten Referenten zusammengestellt.
Bild: Um keine Diskussion mit den Teilnehmenden verlegen: (v. l.) Dr. Eglė Ramanauskaitė, Prof. Dr. Dr. Anton Scuelan und Prof. Dr. Anton Friedmann.
Das Symposium startete bereits am Freitag mit fünf abwechslungsreichen Workshops. Dabei kamen auch Tipps und Tricks der Referenten zum Hart- und Weichgewebsmanagement oder der Komplikationsvermeidung nicht zu kurz. In den zum großen Teil Hands on-Workshops konnten die Teilnehmer die vorgestellten Therapietechniken direkt am Schweinekiefer trainieren. Der zweite Tag des Symposiums zeigte, welch vielseitiges Potenzial in der Hyaluronsäure und speziell im Clean & Seal-Konzept liegt. Nach der Begrüßung durch die Regedent-Geschäftsführer Dr. Thomas Gottwald und Markus Theis gab Prof. Dr. Dr. Anton Sculean einen Studien-Überblick über neue Behandlungsmöglichkeiten mit quervernetzter Hyaluronsäure. Selbst eine komplette parodontale Regeneration sei mit dem Clean & Seal-Verfahren nicht mehr ausgeschlossen, so der Experte. Wie dieses Konzept in der nicht-chirurgischen PAT-Therapie aussehen könnte, erläuterte Dr. Eglė Ramanauskaitė in ihrem Vortrag.
Auch eine Option bei periimplantären Entzündungen?
Im spezialisierten Teilnehmerkreis der Fortbildung entstand konsequent auch die Frage nach der Behandlung periimplantärer Entzündungen. Auch hier könnte die Hyaluronsäure in der nicht-chirurgischen Periimplantitis-Therapie funktionieren, glaubt Prof. Dr. Anton Friedmann: „Mit Hyaluronsäure machen wir die Oberflächen sogar wieder biokompatibel.“ Eine vollständige Re-Osseointegration könne die Hyaluronsäure kaum leisten, aber eine deutliche Verbesserung der klinischen Situation sei offensichtlich. Die anschließende Fokus-Session widmete sich dem Management von Hart- und Weichgewebsdefekten und dem Zusammenwirken von Augmentation, Implantation und Prothetik. In einem humorvollen Hin und Her zeigten Prof. Dr. Stefan Fickl und Dr. Frederic Kauffmann den Einsatz von Hyaluronsäure in der GBR. Direkte Vorteile seien ein besseres Handling des Knochenersatzmaterials in Form eines sticky bones, eine verbesserte Knochenqualität und der verlangsamte Abbau der Kollagenmembran.
Battle of Concepts
Was nun: Hyaluronsäure oder PRF in der GBR? „Beides!“ verlangte Priv.-Doz. Dr. Dr. Fabian Duttenhöfer. Durch diese Biologisierung des Augmentats sei es sogar außerhalb eines universitätsklinischen Ambientes möglich, vertikale Defekte größer als 5 mm zu behandeln. Auch bei Rezessionen an Zahn und Implantat sind mit Hyaluronsäure eine schnellere Heilung und bessere Regeneration möglich, wie Priv.-Doz. Dr. Kai Fischer demonstrierte. Die Behandlung von Defekten in der ästhetischen Zone birgt immer wieder Komplikationspotenzial, weiss Dr. Peter Randelzhofer. Das richtige Komplikationsmanagement fange bereits bei der Auswahl der Patienten an und höre bei der richtigen Implantatposition nicht auf. „Wichtig ist es, Komplikationen frühzeitig zu entdecken und, wenn möglich, früh zu verhindern.“ Zum Abschluss des Regedent-Symposiums konnten die Teilnehmer den Referenten bei den Tischdemonstrationen noch einmal ganz nahe kommen und ihre individuellen Fragen rund um die Hyaluronsäure und die damit verbundenen vielversprechenden Behandlungskonzepte stellen.
