BTI Day: Trotz aller digitaler Alternativen fehlte der direkte Austausch mit renommierten Referenten und Kolleginnen und Kollegen vor Ort. So war der 6. BTI Day 2021 im April in Frankfurt am Main als eine der ersten Präsenzveranstaltungen mit auf 100 begrenzten Teilnehmern weit im Vorfeld ausgebucht.

Sehr herzlich begrüßte Geschäftsführer Dr. Ralf Rauch die Zuhörer, die sich trotz der strengen Auflagen im Hilton The Squaire am Frankfurter Flughafen eingefunden hatten. Auch Dr. Babak Saidi, in dessen bewährten Händen wieder die Moderation lag, freute sich riesig über die Präsenzveranstaltung. Dr. Eduardo Anitua, soeben von der spanischen Zahnärzte-Gesellschaft zum Zahnarzt des Jahres und der Stanford Universität zum einflussreichsten wissenschaftlich tätigen Zahnarzt in Spanien gekürt, eröffnete mit der „Vorhersagbaren Behandlung nach der Extraktion“. Plasmakonzentrate wie PRGF separieren die für den jeweiligen Heilungsprozess wesentlichen Zellen und bewahren ihre Vitalität. Dr. Anitua beobachtet eine signifikant beschleunigte Heilung und geringeres Trauma.

Dreidimensional bauen mit Komposit

Der wesentliche Unterschied seines „Kieler Sushi“ Konzeptes bestehe im Kleber, erklärte Dr. Oliver Zernial: „Wir können dann dreidimensionale Komposite bauen!“ Das erspare starre Membranen, Gerüste und andere Fremdkörper, die potentielle Risikoquellen bilden. „Wenn der Künstler mit Pinsel und Farbe kämpfen muss, wird das Bild nicht schön“, lobt Dr. Zernial das betont einfache Handling des Kieler Sushi. Auch das Biologisieren des Implantats mit einem PRGF-Clot verbessere die Performance spürbar. Tissue Engineering mittels PRGF in Kombination mit autologen Stammzellen war das Thema von Dr. Önder Solakoglu. Eine Tierstudie von Talashi et al. ergab bei PRGF ein besseres Knochenregenerationspotenzial im Vergleich zu PRP. Kombiniert mit Stammzellen kommt es nach sechs Wochen zu signifikant mehr Knochenbildung.

Behandlung atrophischer Kiefer

Die Auswahl geeigneter Implantat- und Prothetik-Komponenten für die Behandlung atrophischer Kiefer zeigte nun Dr. Anitua. Er bevorzugt inzwischen verschraubte Lösungen, da sich die oralen Gegebenheiten des Patienten im Laufe der Zeit stetig verändern. Dr. Christoph Wenninger geht mit Guided Surgery einen differenzierten Weg in der Sofortimplantation. Der langfristige Trend verlange nach weniger aufwendigen Behandlungskonzepten. Die Sofortimplantation sei eine sinnvolle, aber immer kritisch abzuwägende Option, bei der digitale Planungen und Konzepte wie der BTI-Bioblock wertvolle Unterstützung bieten. Anitua führt 90 % der Komplikationen auf fehlerhafte prothetische Konzepte zurück – hermetische Abschlüsse seien zwischen Implantat und Abutment sowie zwischen Abutment und Krone erforderlich. Heutige Konzepte erlauben kürzere und schmalere Implantate durch eine bessere Krafteinleitung und -verteilung. Hier knüpfte Prof. Dr. Fred Bergmann an: Nach atraumatischer Extraktion mittels Piezosurgery sind kurze und schmale Implantate und die Biologisierung mittels PRGF aussichtsreiche Alternativen zu aufwendigen Augmentationen.

Fazit BTI Day 2021

„20 Jahre BTI: Wissenschaft – Gesundheit – Menschen“: Die konzentrierte Beachtung biologischer Prozesse gilt seit jeher als Credo von BTI – und dieser rote Faden zog sich auch durch diesen erfolgreichen BTI Day.

Bilder-Galerie vom 6. BTI Day: hier