Die AG Keramik präsentierte die prämierten Arbeiten ihres diesjährigen Videopreises im Rahmen der 20. Jahrestagung im November. Alle drei Filme dokumentieren neue Lösungen für den Substanz- und Zahnerhalt im Rahmen einer vollkeramischen Versorgung.

Wie in den vergangenen Jahren wurde der Videopreis der AG Keramik auch 2020 im Rahmen des Keramiksymposiums vergeben. Aufgrund der Corona-Beschränkungen veranstaltete die AG Keramik ihre 20. Jahrestagung am 14. November 2020 allerdings als Online-Symposium per Live-Übertragung aus der Digital Dental Academy in Berlin. Auf dem Podium referierten und diskutierten Professor Dr. Florian Beuer, ZTM Andreas Kunz, Peter Neumann und der AGK Vorsitzende Dr. Bernd Reiss. Eine sequenzweise eingespielte Patienten-Behandlung bildete das reale Fallbeispiel, anhand dessen wesentliche Entscheidungsschritte bis zur fundierten Therapielösung diskutiert wurden. Während der Falldiskussion bezog sich das Podium auf einige in den Gewinnervideos vorgestellte Methoden und zeigte die entsprechenden Filmausschnitte. Die Gewinner des mit insgesamt 5.000 EUR dotierten Videopreises 2020 wurden nach der umfassenden Präsentation ihrer Arbeiten per Zuschaltung ausgezeichnet. Alle drei prämierten Arbeiten stellen aktuelle überzeugende Lösungen für den Substanz- und Zahnerhalt in schwierigen Fällen vor.

Gewinnerfilm 1. Platz: „Die Brücke mit dem Dreh“

Der Film von Reinhard Busch, Zahntechniker im Team von Prof. Dr. Matthias Kern an der Klinik für Zahnärztliche Prothetik, Propädeutik und Werkstoffkunde in Kiel, zeigt, dass es trotz unterschiedlicher Einschubrichtungen möglich ist, eine präzise passende Brücke herzustellen. Gezeigt wird ein Fall, bei dem die präparierten Pfeilerzähne oral-vestibulär unter sich gehend zueinanderstehen. Wie kann man das Problem unterschiedlicher Einschubrichtungen lösen, ohne nachzupräparieren? Reinhard Busch konstruiert eine Brücke, die sich beim Einsetzen um eine Zylinderbahn dreht. So können zwei unterschiedliche Einschubrichtungen festgelegt und alle Passungsparameter präzise eingestellt werden. Jetzt lässt sich die Brücke drehend einsetzen. Die perfekte Passung beweist eine Brückenkopie mit Sichtfenster.

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1. Filmpreis 2020:Wie kann man das Problem unterschiedlicher Einschubrichtungen lösen, ohne nachzupräparieren? (Quelle: Reinhard Busch)

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Die Brücke „mit dem Dreh“ bewegt sich beim Einsetzen um eine Zylinderbahn (Quelle: Reinhard Busch)

Gewinnerfilm 2. Platz: „Restore the non Restorable“

Der Kurzfilm von Dr. Frank Spitznagel, Edriz Helal und Dr. Johannes Boldt aus dem Team von Prof. Dr. Petra Gierthmühlen an der Poliklinik für Zahnärztliche Prothetik in Düsseldorf, stellt eine forcierte Extrusion mittels Extrusionshantel und -gummi nach erfolgter Faserotomie vor. Nach 30 Tagen konnte eine vertikale Dimension der Extrusion von ca. 3 mm erreicht und über eine 6-monatige Retentionsphase stabilisiert werden. Anschließend wurde der präparierte Stumpf im CAD/CAM-Verfahren mit einer Krone aus Lithium-Disilikat versorgt.

Gewinnerfilm 3. Platz: „Vollkeramische Versorgung eines extrudierten Zahns“

Ein anderes Extrusionsverfahren stellt ein weiterer Film aus der Universitätsklinik Kiel vor. Dr. Lisa Türp und Dr. M. Sad Chaar zeigen die Extrusion eines epigingival frakturierten Frontzahns mit einem Extraktionsgerät (Benex II). Dazu wird ein Minitray mit okklusalem Stopp auf 3 mm verwendet. Die Retention erfolgt durch eine TTS-Schiene sowie semipermanente Schienung mit Komposit, an der ein provisorischer Zahnersatz befestigt wird. Nach 6 Wochen Retention wird der Stumpf unter Einhaltung des Ferrule Designs präpariert und mit einem individuellen Stiftkernaufbau aus Zirkonoxid versorgt. Im Anschluss erfolgt die finale Versorgung mit einer Vollkeramikkrone aus Lithium-Disilikat.