Mit mehr als 100.000 Abonnenten auf Facebook hat die unabhängige Non-Profit-Organisation CleanImplant Foundation in weniger als zwei Jahren genauso viele Anhänger gefunden wie manch marktführende Hersteller. In vier Interviews äußern sich Meinungsbildner der implantologischen Szene über Hintergründe und Bedeutung der CleanImplant Foundation.

Am Anfang stand die einfache, aber besorgniserregende, in akkreditierten Prüflaboratorien nachgewiesene Erkenntnis: Implantate sind nicht zwangsläufig frei von Verunreinigungen, nur weil sie im abschließenden Herstellungsprozess sterilisiert wurden. Drei von zehn Mustern zeigten in einer aktuellen Studie signifikante Verunreinigungen unter dem Rasterelektronenmikroskop. In einem Video sprechen sich nun vier anerkannte Experten für die Initiative der CleanImplant Foundation aus.

Ich habe die REM-Aufnahmen der CleanImplant Foundation mit verunreinigten Implantaten gesehen und muss zugeben, dass ich am Anfang wirklich erstaunt war, dass derart verunreinigte Implantate tatsächlich an Kunden verkauft wurden. Ich fürchte, dass die Kontamination eine der Ursachen für Komplikationen ist, die wir in der Vergangenheit übersehen haben. Wir wissen heute noch nicht, was genau damit geschieht, und haben bislang keine Grenzwerte, was menschliche Körper tolerieren. Aber ich würde es ganz sicher vorziehen, wenn Implantate sauber wären, anstatt herauszufinden, wo die Grenzwerte liegen oder wie gefährlich diese sind.

Prof. Dr. med. Tomas Albrektsson

Sahlgrenska Academy Göteborg

Implantate, die wir für unsere Patienten täglich verwenden, sind leider nicht immer so sauber, wie die Hersteller es uns versprechen. Aber Patienten haben ein Recht auf saubere Implantate. Eine Organisation, die Bemühungen fördert, das Qualitätsniveau auf ein hohes Niveau zu heben, hat meine Unterstützung. Unabhängige Untersuchungen der Implantatqualität durch die CleanImplant Foundation können nicht falsch sein, denn manchmal wissen es die Hersteller selber nicht, dass ihre Implantate verunreinigt in den Handel geraten und sind dann dankbar für Hinweise, sodass sie ihre Produktionsprozesse verbessern können.

Prof. Dr. med. dent. Hugo de Bruyn

Radboud Universität Nijmegen

Wir wollen doch alle saubere Medizinprodukte haben, auch für uns selber. Ich freue mich über diese Initiative aus Berlin, denn davon profitiert der Patient. Gute Hersteller haben nichts zu verbergen, also kann man die Produkte auf einem vernünftigen Niveau analysieren, wie dies die Non-Profit-Organisation CleanImplant realisiert. Man kann darüber geteilter Meinung sein, aber ich halte das für einen sehr guten Weg.

Prof. Dr. med. Dr. med. dent. Ralf Smeets

UKE Hamburg

Das Projekt ist sensationell. CleanImplant hat dem Thema werksseitiger Verunreinigungen die wissenschaftliche Grundlage gegeben. Patienten sind mehr und mehr informiert und meine Zuweiser erkundigen sich zunehmend, wie die Implantate aussehen, weil sie erfahren haben, dass einige nicht sauber sind. Sie suchen sich dann die Implantatsysteme aus, die in den Untersuchungen gut abschneiden. Für mich ist CleanImplant die Stiftung Warentest der Implantate. Ich möchte als Behandler einfach safe sein.

Dr. med. dent. Detlef Hildebrand

Berlin