Mit großem Erschrecken und tiefem Kummer haben wir vom plötzlichen Tod Karl-Ludwig Ackermanns Ende Juli erfahren.

Der Pfälzer Dr. Karl-Ludwig Ackermann studierte Zahnmedizin an der Johannes-Gutenberg-Universität in Mainz und absolvierte nach der Promotion im Jahr 1978 dort auch die dreijährige Ausbildung in der zahnärzlichen Chirurgie.  Seit 1980 führte er eine Gemeinschaftspraxis mit Dr. Axel Kirsch in Filderstadt, deren exzellenter Ruf bis ins entfernte Ausland reicht. Das langjährige Vorstandsmitglied der DGZMK  und DGI befasste sich daneben klinisch-wissenschaftlich mit den Bereichen der Oralen Rehabilitationen und insbesondere der Parodontologie, präprothetischen Chirurgie und Perio-Implantat-Prothetik. Er war anerkannter Spezialist für Parodontologie der EDA und Lehrbeauftragter der APW – Akademie für Praxis und Wissenschaft der DGZMK, Gastprofessor an der Nippon Dental University in Niigata und Dozent der Steinbeis-Hochschule Berlin. Karl-Ludwig Ackermann war hochgeschätzter und beliebter Referent auf Fachveranstaltungen im In-und Ausland und bereicherte die Fachwelt als Mitglied im Redaktionsausschuss der ZZI – Zeitschrift für Zahnärztliche Implantologie ebenso wie mit seinen zahlreichen wissenschaftlichen und klinischen Publikationen.

So sehr diese Meriten von einem erfüllten Leben als Zahnarzt und Wissenschaftler zeugen, so wenig können sie die großartige menschliche Ausstrahlung wiedergeben, die jede Begegnung mit Karl-Ludwig Ackermann zu einer Freude und Bereicherung machten. Für viele seiner Weggefährten und Freunde wird die Lücke nicht zu schließen sein. Wir werden „Acki“ unendlich vermissen.

Redaktionsteam

pip Verlag

Was ist Sterben?

Ein Schiff segelt hinaus und ich beobachte
wie es am Horizont verschwindet.
Jemand an meiner Seite sagt: „Es ist verschwunden.“
Verschwunden wohin?
Verschwunden aus meinem Blickfeld – das ist alles.
Das Schiff ist nach wie vor so groß wie es war
als ich es gesehen habe.
Dass es immer kleiner wird und es dann völlig aus
meinen Augen verschwindet ist in mir,
es hat mit dem Schiff nichts zu tun.
Und gerade in dem Moment, wenn jemand neben
mir sagt, es ist verschwunden, gibt es Andere,
die es kommen sehen, und andere Stimmen,
die freudig Aufschreien: „Da kommt es!“
Das ist Sterben.

Charles Henry Brent

Nachruf der DGI: In memoriam Dr. Karl-Ludwig Ackermann: Pionier, Mentor, Freund und Brückenbauer

Tief betroffen und fassungslos hat die Deutsche Gesellschaft für Implantologie (DGI) e.V. den plötzlichen und unerwarteten Tod ihres Vorstandsmitglieds Dr. med. dent. Karl-Ludwig Ackermann (Filderstadt) am 31. Juli 2020 aufgenommen. Dr. Ackermann gehört zu den Pionieren der Implantologie. Seit dem Jahr 2000 war er Schatzmeister im Vorstand der Gesellschaft und ein engagierter Lehrer in ihrem Fortbildungsprogramm. Sein Tod reißt eine unglaubliche menschliche und fachliche Lücke in die ‚DGI-Familie‘ und in die Zahnmedizin in Deutschland.

Mit dem Thema Implantologie war Dr. Ackermann seit seiner Zeit als Assistenzzahnarzt an der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz verbunden. Nach dem Studium der Zahnmedizin an dieser Universität, der Approbation sowie der Promotion zum Dr. med. dent. im Jahr 1978 folgte die Ausbildung in zahnärztlicher Chirurgie an der Poliklinik für zahnärztliche Chirurgie der Klinik für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (Leitung: Prof. Dr. Dr. Peter Tetsch). 1983 erwarb Dr. Ackermann die Gebietsbezeichnung „Fachzahnarzt für Oralchirurgie“. Seit 1980 war er in einer Gemeinschaftspraxis mit Dr. Axel Kirsch in Filderstadt, südlich von Stuttgart, niedergelassen.

Mit Karl-Ludwig Ackermann verliert die deutsche Implantologie einen ihrer Pioniere, der die Entwicklung des Faches entscheidend mitgeprägt hat. Sein Wissen, sein Können und seine Erfahrung, die er auf den Kongressbühnen dieser Welt an Kolleginnen und Kollegen gerne weitergab, schöpfte er aus seiner Begeisterung für eine integrative Zahnmedizin: Karl-Ludwig Ackermann war ein Vollblut-Zahnarzt, der die ganze Zahnmedizin zum Wohle seiner Patienten täglich praktizierte. Er war ein beliebter Mentor für mehrere Generationen von Zahnärztinnen und Zahnärzten, die von seiner Freude profitierten, Wissen an andere weiterzugeben. Als Lehrer verknüpfte er seine praktische Erfahrung stets mit der aktuellen Wissenschaft und passte in seiner Praxis, wie er es selbst formuliert hat, „die Therapiekonzepte kontinuierlich an neue Erkenntnisse an“. In der DGI hatte sich Dr. Ackermann von Beginn an auf allen Ebenen engagiert. Er war aktiv und engagiert in der Fortbildung und seit dem Jahr 2000 Schatzmeister im Vorstand. Seine Fähigkeiten brachte er auch in andere Gesellschaften und Gremien ein, beispielsweise von 2009 bis 2016 als Beisitzer im Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK). Er war Dozent und Lehrbeauftragter für Implantatprothetik und Ästhetische Zahnheilkunde an der Steinbeis-Hochschule Berlin, mit der die DGI den Studiengang „Orale Implantologie und Parodontologie“ mit dem Abschluss Master of Science (MSc) anbietet.

Aufgrund seiner vielfältigen und gewachsenen Beziehungen war Dr. Ackermann vor allem auch ein geschätzter Brückenbauer zu anderen Fachgesellschaften im In- und Ausland. Ihm, dem Gastprofessor an der Nippon Dental University in Niigata, verdankt die DGI eine fruchtbare Partnerschaft mit der Japanischen Gesellschaft für Orale Implantologie (JSOI), mit der die DGI das „International Journal of Dental Implantology“ herausgibt. „Sein Tod reißt eine unglaubliche menschliche und fachliche Lücke in die ‚DGI-Familie‘ und in die Zahnmedizin in Deutschland“, erklärt der DGI-Vorstand. „Dr. Ackermann war für viele nicht nur ein Kollege, sondern ein aufrichtiger Freund mit offenem Haus für Kolleginnen und Kollegen aus der ganzen Welt.“