Keramikimplantate liegen als Alternative zu den bekannten Titanimplantaten bei Anwendern und Patienten aus unterschiedlichen Gründen im Trend. Bei modernen Keramikimplantaten ist die wissenschaftliche Datenlage jedoch – gerade im Vergleich zu den Titanimplantaten – noch gering.

Die Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie des Universitätsklinikums Frankfurt (Ltg. Prof. Dr. Dr. Dr. Robert Sader) sowie die dortige Poliklinik für Zahnärztliche Chirurgie und Implantologie (Ltg. Prof. Dr. Frank Schwarz) haben in Kooperation mit einer auf Keramikimplantate spezialisierten Praxis in Frankfurt (Praxis Dr. Werner Hölscher) mit einer innovativen klinischen Studie die Schaffung neuer Evidenz in Angriff genommen. Unterstützt wurden sie dabei von einem zahnmedizinischen Team des Implantatherstellers Straumann im Rahmen einer sogenannten Peer-to-Peer Kooperation (Prof. Dr. Dr. Michel Dard (Columbia University New York), Dr. Susy Cok).

Studiendesign

An drei Tagen wurden die Patienten gemäß Studienprotokoll operiert. Prof. Dr. Frank Schwarz und Team der Poliklinik für Zahnärztliche Chirurgie und Implantologie

Unter der Leitung des Studienkoordinators PD Dr. Dr. Jonas Lorenz (MKG Universitätsklinikum Frankfurt) wurden zwischen dem 27. bis 30. August 2018 an den o. g. drei Zentren parallel 20 Patienten mit zweiteiligen Keramikimplantaten (Pure CI, Straumann) versorgt. Als Studiendesign wurde eine standardisierte In-Line-Case-Series gewählt. In diesem Studienmodell erfolgt der Einschluss der Patienten innerhalb weniger Tage. Somit kann der gesamte Studienverlauf inklusive Follow-up schlank und zeiteffizient gestaltet werden. Durch die Fokussierung der chirurgischen und prothetischen Aktivitäten auf einen definierten Zeitpunkt wird eine hohe Standardisierung der zahnmedizinischen Leistung und der Dokumentation erreicht.

Die Kombination von Keramikimplantaten mit einem neuen und effizienten klinischen Studiendesign sowie der Einbindung von Experten aus Universität, Praxis und Industrie verspricht einen interessanten und nachhaltigen wissenschaftlichen Ansatz.

Nach Abschluss der prothetischen Behandlung im Frühjahr 2019 werden die Ergebnisse publiziert.