Als Gastredakteur des „Clinical Implant Dentistry and Related Research 2019″ lieferte Prof. Tomas Albrektsson einen Überblick zu kürzlich veröffentlichten Studien zur neuen Xeal-Abutment- und TiUltra-Implantatoberfläche und erläuterte, wie wichtig die privatwirtschaftliche Forschung ist.

Bild: Prof. Dr. Tomas Albrektsson

Nobel Biocare präsentierte mit der Xeal-Abutment- und der TiUltra-Implantatoberfläche weitere Entwicklungen in der angewandten Wissenschaft der Oberflächennutzung. Abutments stehen deutlich weniger im Mittelpunkt der Forschung als der im Knochen verankerte Teil des Implantats. Per-Ingvar Brånemark hatte nur begrenzte Möglichkeiten, den Abutments Zeit in der Forschung zu widmen. Seine eigene maschinierte Titanfixtur beruhte hauptsächlich auf empirischen Daten gekoppelt mit seiner beinahe intuitiven wissenschaftlichen Denkweise. Aber ihm war bereits in den 1960er-Jahren klar, dass Abutmentoberflächen glatt sein müssen.

Computergestützt Darstellung des Implantatsystems in Bezug auf die neu entwickelten Oberflächen a)mikroskopische Darstellung der vier Bereiche des Implantatsystems: Abutment (b-d), Implantatschulter (e-g), Übergangsbereich (h-j) und Spitze (k-m). Überblick (b, e, h und k) und REM-Aufnahmen in starker Vergrößerung der Bereiche des Implantatsystems (c, f, i und l) und 3D-Rekosntruktion des Oberflächenprofils, das mithilfe von Weißlichtinterferometrie erhalten wurde (d, g, j und m).

Weichgewebe im Fokus

Sechs Jahrzehnte wissenschaftliche Forschung und Produktentwicklungen mit Fokus auf die Osseointegration dentaler Implantate haben die Fundamente für eine stärker auf Abutments ausgerichtete Forschung und Entwicklung geliefert. Hierbei geht es nicht nur um die Erreichung einer Verbindung mit dem Knochen, sondern auch um eine Weichgewebsanlagerung, die mithilfe des Prozesses der Mucointegration erzielt wird. Neu veröffentlichte Abhandlungen in der Beilage des Clinical Implant Dentistry and Related Research zur Osseointegration und die neue Ära der Mucointegration in der Oberflächentechnologie behandeln drei von Nobel Biocare unterstützte Studien, in denen konventionell maschinierte Abutments mit anodisierten Xeal-Abutments verglichen wurden. Die Ergebnisse sind für die anodisierten Abutments vielversprechend. Wennerberg et al. [1] zeigten in einem kürzlich erschienenen Überblick über zehn Jahre, dass anodisierte Implantate (TiUnite) im Vergleich zu jeglichen anderen Implantattypen signifikant weniger Misserfolge aufwiesen.

Optimale Voraussetzungen geboten

Diese Innovationen wurden entwickelt, um die Oberflächenchemie zu optimieren, die für das Anhaften von Proteinen und Zellen grundlegend ist. Sie schaffen eine Kombination aus moderater Rauheit, Morphologie und Oberflächenchemie, die zusammen eine für die Integration ideale Oberfläche bilden könnten. Darüber hinaus besitzt diese neue Oberfläche eine Schutzschicht, um die Chemie zu erhalten. Wichtig zu erwähnen ist, dass durch fortlaufende langfristige klinische Beobachtungen die tatsächlichen langfristigen Auswirkungen dieser Innovation in der Oberflächenwissenschaft in Erfahrung gebracht werden. Man darf darauf vertrauen, dass Nobel Biocare weiterhin die tatsächlichen Ergebnisse dieser neuen Oberflächen im Zuge einer Nachbeobachtung über fünf und zehn Jahre dokumentieren wird.

Bildquelle: Milleret V, Lienemann PS, Gasser A, Bauer S, Ehrbar M, Wennerberg A. Rational design and in vitro characterization of novel dental implant and abutment surface for balancing clinical and biological needs. Clin Implant Dent Relat Res 2019; 21:e15-e24.)