Interview mit der Zahntechnikmeisterin Christine Trautmann, Darmstadt, Gewinnerin der Kategorie Smart Lab-Dentist Cooperation

Frau Trautmann, unmittelbar nach der Verleihung des Smart Integration Award absolvierten Sie ein Fortbildungs- und Networking-Programm. Was waren die wichtigsten fachlichen Erkenntnisse, die Sie daraus mitgenommen haben?

Wir hatten im Anschluss an die Award-Verleihung einen tollen Tag mit inspirierenden Vorträgen und Begegnungen. Wir konnten uns mit Kolleginnen aus der Zahntechnik und Frauen aus der Zahnmedizin weltweit professionell austauschen. Im Mittelpunkt standen Themen der Award Kategorien wie Digitalisierung, Infektionskontrolle und die Zusammenarbeit zwischen Zahnarzt und Labor. Letzterer Themenbereich war natürlich besonders spannend für mich als Zahntechnikmeisterin. Ich fand es interessant zu erfahren, was Zahnärztinnen wichtig ist, welche Materialien sie beispielsweise bei Restaurationen bevorzugen, und ob sie mehr auf Funktion oder Ästhetik Wert legen. Insgesamt konnte ich sowohl fachlich als auch zwischenmenschlich viel mitnehmen. 

Es war beeindruckend zu sehen, wieviel geballte weibliche Kompetenz die Branche zu bieten hat und welches Potenzial in den Frauen steckt.

Das Expertenprogramm von Dentsply Sirona fördert auch die internationale Vernetzung von Frauen in der Zahnmedizin. Ist es Ihnen persönlich gelungen, Ihr Netzwerk in den letzten Wochen zu erweitern – und wenn ja, wie?

Absolut. Ich hatte zwar vorher schon viele Kontakte über die sozialen Netzwerke, aber es sind durch den Smart Integration Award noch einige hinzugekommen. Das freut mich sehr, weil ich davon überzeugt bin, dass Netzwerken wichtig ist – besonders für Frauen in Zahntechnik und Zahnmedizin, damit wir Know-how austauschen und uns gegenseitig stärken können. Ich hoffe sehr, dass ich dieses Netzwerk in Zukunft noch weiter ausbauen kann.

Warum glauben Sie, dass es wichtig ist, Frauen in der Zahnmedizin zu empowern?

Es gibt immer mehr Frauen, die das zahnmedizinische Studium abschließen. Leider bleiben viele von ihnen angestellt oder gehen erst spät in die Selbstständigkeit. Das finde ich sehr schade. Ich denke, dass viele Frauen sehr gut geeignet sind für Führungspositionen in der Zahntechnik oder der Zahnmedizin. Das ist natürlich ein Thema, bei dem viele verschiedene Aspekte berücksichtigt werden müssen. Aber sicher fällt Frauen die Entscheidung für eine Karriere in der Dentalbranche leichter, wenn sie über ein großes Netzwerk verfügen und von Unternehmen wie Dentsply Sirona gefördert werden.

Beim Smart Integration Award 2021 überzeugten Sie die Jury mit ihrer Vision eines vollständig digitalisierten Bestellprozesses zwischen Zahnarzt und Labor. Was muss passieren, damit diese Vision Wirklichkeit wird?

Eine reibungslose und effiziente Zusammenarbeit zwischen Zahnarzt und Labor ist ein wichtiges Kriterium für den Erfolg einer Behandlung. Ein zufriedener Patient und eine Restauration, die in Funktion und Ästhetik überzeugt, sind das A und O. Dabei spielen moderne digitale Technologien und auch Automation eine zunehmend wichtige Rolle. Beispielsweise kommen Maschinen, die mit einem Roboterarm auf ein Magazin von Materialien zugreifen, in andern Bereichen schon lange zum Einsatz. Ich kann mir gut vorstellen, dass vergleichbare Technologien auch in der Zahntechnik sinnvolle Aufgaben erfüllen und dazu beitragen können, Prozesse weiter zu optimieren.

Wie sieht Ihre persönliche berufliche Zukunft aus? Was wird sich durch den Smart Integration Award und das Smart Integration Network ändern?

Zukünftig möchte ich mich noch mehr dem digitalen Bereich widmen. Ich liebe die Zahntechnik, dentale Keramiken und die hochwertigen Ergebnisse, die man durch eine individuelle Charakterisierung von Restaurationen erzielen kann. Anspruchsvolle zahntechnische Handarbeit kann man sicher nicht überall ersetzen, aber die Möglichkeiten der CAD/CAM-Technologie sind heute schon enorm. Und es macht Spaß, die weiteren Entwicklungen zu verfolgen und zu sehen, welches Potenzial in der digitalen Zahnmedizin und Zahntechnik steckt. Ich freue mich auf noch mehr Austausch mit Kollegen und Kolleginnen, auf neue Inspirationen und vielleicht einen besseren Einblick in die Forschung und Entwicklung digitaler Lösungen. Etwas mit zu planen und an der Verbesserung bestehender Prozesse zu arbeiten, begeistert mich. Ideen dafür habe ich viele.