Rund 120 Teilnehmer lockte das Prosec Symposium Mitte Januar 2020 nach Frankfurt am Main, das mittlerweile von immer mehr Zahntechnikern besucht wird. Auch auf internationaler Ebene schlagen das Prosec Symposium und das Prosec Partner Meeting hohe Wellen und es gibt Anfragen aus den USA und Asien.

Bild: Aufmerksam lauscht das gesamte Auditorium den Ausführungen der Referenten.

Unter der Moderation von Dr. Johannes Löw startete das Prosec Symposium und Dr. Michael Tholey erläuterte die Änderungen beim Prosec-Service. Er zeigte auf, dass klinische und/oder technische Fragestellungen auf der Grundlage der praktischen Expertise von erfahrenen Anwendern aus dem Kreis der Prosec Active Partner beantwortet, mit der aktuellen Literatur untermauert und als „Prosec recommendation“ veröffentlicht werden. Prof. Dr. Florian Beuer aus Berlin referierte zu den unterschiedlichen digitalen Datenquellen und gab Tipps zu deren Kombination. Abschließend gewährte er einen Blick in die Zukunft. So soll es wohl bald die Möglichkeit für einen Multi-Colored-Druck geben, mithilfe dessen der Zahntechniker dasselbe sehen kann wie der Zahnarzt auf seinem farbigen Scan.

Gastredner liefern wissenswerte Informationen

Die wichtigsten Änderungen der im Mai 2020 in Kraft tretenden neuen Medizinprodukteverordnung zeigte Iris Wälter-Bergob auf. So müssen fortan beispielsweise Betriebe mit mehr als 20 Mitarbeitern einen Sicherheitsbeauftragten bestimmen. Dieser muss bei Neuinstallationen verschiedener Geräte stets vor Ort sein und nur er darf weitere Mitarbeiter einweisen und schulen.

Dr. Volker von Baehr referierte zu Titanunverträglichkeiten und insistierte, dass es per Definition keine Titanallergie geben kann. Es gibt lediglich Unverträglichkeiten, die durch Titanpartikelabrieb induziert werden. Dr. Elisabeth Jacobi-Gresser berichtete, dass der Knochenabbau durch Fremdkörperriesenzellen verursacht wird. Kritisch beleuchtete sie das Problem der Insertion eines keramischen Implantats an die Position eines explantierten Titanimplantats. Dann kann es auch an der Keramik zu einer Periimplantitis kommen, die eigentlich Titaninduziert ist.

Den letzten Vortrag hielt das Brüderpaar Luc und Patrick Rutten. Sie zeigten herausragende Arbeiten und betonten, dass Zahntechnik nur im Team funktioniert und die Kommunikation einfach stimmen muss. Sie beherrschen ihr Handwerk in allen Facetten, können mit Wachsmesser und Bunsenbrenner umgehen – „wenn es jemand noch so haben will … oder muss“ – wählen aber seit einiger Zeit vorwiegend den digitalen Weg für die Herstellung von Zahnersatz.

Verleihung des Awards

Der Prosec Excellence Award 2019 wurde von Dr. Tholey verliehen. Den mit 3.000 Euro dotierten Preis, die Urkunde und den Pokal erhielt Priv. Doz. Dr. Benedikt Spies. Den Fall dazu stellte Dr. Christian Wesemann vor. Bei der Ausgangssituation galt es verschiedene Schwierigkeiten zu meistern: weit herausragende Abutments einteiliger keramischer Implantate sowie kürzere Abutments, die nur noch mit ein bis zwei Millimetern aus der Gingiva ragten und die zum Teil leicht bis stark individualisiert waren. Bei ersteren reichte ein Retraktionsfaden für eine präzise Abformung aus, während bei den tiefliegenden Abutments die Implantatgeometrie gescannt und die Schultergeometrie mit den restlichen Daten gematched werden musste. Ansonsten wäre der Scan zu unpräzise und eher gerundet dargestellt, sodass Details verloren gehen. Noch schwieriger ist es bei beschliffenen Abutments, sodass dann eher zu einer Silikonabformung geraten wird.