Der vertikale Knochenverlust stellt die Königsdisziplin zur Versorgung der Patienten mit Implantaten dar – vor allem im Frontzahnbereich. In solchen Situationen sollte das Implantatlager vor der Implantation durch geeignete augmentative Maßnahmen verbessert werden.

Das klassische Protokoll einer vertikalen Augmentation mit Knochenblöcken ist heute nicht unumstritten, insbesondere durch die erhöhte Patientenmorbidität bei der Entnahme sowie die Komplikationsanfälligkeit dieser Technik während des Heilungsvorgangs [1,2]. Als Alternative zur Block-Augmentation ist es wünschenswert, auch für die vertikale Augmentation das vorhersagbar funktionierende Konzept der gesteuerten Knochenregeneration [3] anzuwenden, um den Patienten eine weniger invasive und weniger komplikationsbehaftete Behandlung zu ermöglichen.

Tent-Pole-Technik mit der Ossix Plus Membran

Die Tent-Pole-Technik (Verwendung einer Osteosyntheseschraube als „Zeltstange“), kombiniert mit der Materialkombination aus einem langsam resorbierenden Knochenersatzmaterial und der stabilen Ribose-vernetzten Ossix Plus Membran, bietet eine neue wenig invasive Behandlungsmöglichkeit für die Regeneration von lokalisierten vertikalen Knochendefekten als Alternative zur Blockaugmentation [4]. Die Ribose-kreuzvernetzte Ossix Plus Membran mit einem verlängerten Degradationsprofil von vier bis sechs Monaten hat für diese Anwendung mehrere Vorteile: [5,6] Membranen mit einer schnellen Resorption können die Graft-Partikel oft nicht lange genug stabilisieren. Dies kann zu einem erhöhten Weichgewebedruck auf die Osteosyntheseschraube führen, die sich dann mit der Zeit durch die Gingiva bohren und so zu einem Volumenverlust in der vertikalen Dimension führen kann. Dieser Effekt kann durch die verlängerte Verweildauer der kreuzvernetzten Membran vermieden werden. Zudem bieten Ribose-vernetzte Kollagenmembranen einen besseren Schutz des Augmentats im Falle einer Wunddehiszenz [7].

  1. Proussaefs P, Lozada J: The use of intraorally harvested

    autogenous block grafts for vertical alveolar ridge augmentation: a human study. Int J Periodontics & Restorative Dentistry 2005;25(4):351-63.

  2. Younger EM, Chapman MW. Morbidity at bone graft donor sites. In: J Orthop Trauma 1989;3(3):192–195.
  3. Sanz-Sánchez I, Ortiz-Vigón A, Sanz-Martín I, Figuero E, Sanz M. 2015. Effectiveness of Lateral Bone Augmentation on the Alveolar Crest Dimension A Systematic Review and Meta- analysis. doi: 10.1177/0022034515594780.
  4. Le B, Rohrer MD, Prasad HS. Screw „tent-pole“ grafting technique for reconstruction of large vertical alveolar ridge defects using human mineralized allograft for implant site preparation. J Oral Maxillofac Surg. 2010 Feb;68(2):428-35.
  5. Zubery Y, Goldlust A, Alves A, Nir E. Ossification of a novel cross- linked porcine collagen barrier in guided bone regeneration in dogs. J Periodontol. 2007;78(1):112-121.
  6. Zubery Y, Nir E, Goldlust A. Ossification of a collagen membrane cross-linked by sugar: a human case series. J Periodontol. 2008;79(6):1101-1107.
  7. Klinger A, Asad R, Shapira L, Zubery Y. In vivo degradation of collagen barrier membranes exposed to the oral cavity. Clin. Oral Impl. Res. 2010;21:873–876.