Der Bedarf an qualitativ hochwertigem, digital gefertigten Zahnersatz zu bezahlbaren Preisen ist hoch. Um seine Lieferungen von maschinengefertigtem Zahnersatz an die europäischen Niederlassungen zu steuern, eröffnete Permadental im Jahre 2014 ein zur Modern Dental Group gehörendes digitales Fertigungszentrum mit modernster Technik in Emmerich am Rhein. Unweit der deutschen Grenze liegt das holländische S’Heerenberg, in dem sich Anfang März dieses Jahres Zahnärzte aus Bonn, Düsseldorf, dem Emsland und der Region am Niederrhein zu Fachvorträgen von exzellenten Referenten bei Permadental inhouse einfanden.

Den Fortbildungsnachmittag eröffnete nach herzlicher Begrüßung durch Wolfgang Richter, Marketingleitung von Permadental, Patrick Oosterwijk (Direktor Scientific Relations Europe bei Elysee Dental) mit Möglichkeiten und Nutzen des Digital Smile Designs (DSD). Der holländische Zahntechniker lehrt an den Universitäten Amsterdam und Groningen im Fachbereich Zahnmedizin/Zahntechnik und ist für zwei angesehene Dentallabore in Holland verantwortlich. Mit „DSD by Permadental“ stellt er eine Möglichkeit vor, Patienten ohne funktionelle Störungen mit dem Wunsch nach Verschönerung ihrer Zähne ohne viel Aufwand ein mögliches ästhetisches Endergebnis zu visualisieren und vergleichsweise preisgünstig und schonend umzusetzen. Mithilfe von drei bis sechs Patientenbildern, Modellen oder Abformungen sowie STL-Dateien, mit denen im Dental Planning Center von erfahrenen Zahntechnikern gearbeitet wird, erhalten Zahnärzte via DSD-Account eine digitale Präsentation des Planungsvorschlags, ein geprintetes Modell und einen Putty-Schlüssel zur Orientierung – etwa  über die abzutragende Zahnhartsubstanz. Bisher ist mit dem DSD von Permadental nur eine ästhetische Veränderung der  Zähne umsetzbar, doch in wenigen Wochen sollen auch funktionale Rekonstruktionen mit u. a. in der Software eingearbeitetem Artikulator möglich sein, verrät der Referent gegen Ende seines Vortrages.

Chipping bei zirkongestütztem Zahnersatz

Zahntechniker und Referent Patrick Oosterwijk demonstriert die Möglichkeiten mit dem Digital Smile Design (DSD) von Permadental.

Prof. Dr. Peter Pospiech, stellvertretender Leiter der Abteilung für zahnärztliche Prothetik, Alterszahnmedizin und Funktionslehre an der Charité Berlin präsentiert in seinem Vortrag einen Kompass aus dem Urwald der sich auf dem Markt befindenden zahnfarbenen Werkstoff en. Nach einem Überblick über die Silikat-, glasinfiltrierten und Oxidkeramiken geht er schnell auf die Indikationen von Zirkoniumdioxidkeramiken (ZrO2) ein, schildert die Stärken und Schwächen der jeweiligen Werkstoff e sowie die relevanten Parameter anhand von Studien und geht auf mögliche Faktoren für Chipping bei zirkongestütztem Zahnersatz ein. 50 % Chipping bei implantatgetragenem Zahnersatz, für die Beantwortung der Frage nach den Ursachen, systemimmanent oder materialbedingt, klärt er über die Hintergründe auf. Anhand der Biodynamik von Zahn und Implantat demonstriert er, dass ein einfaches Einschleifen nicht reicht. Er bestellt Patienten mit ZrO2 zunächst alle zwei Monate zur Okklusionskontrolle, denn „da beißt sich nichts ein“. Einige erhöhte Risiken, wie etwa durch die nicht fachgerechte mechanische Bearbeitung von Verblendkeramik und gesintertem ZrO2kann der Zahnarzt mit einer gründlichen Politur deutlich mindern, schildert er.

Mehr Transluzenz, weniger E-Modul

Die zunehmende Digitalisierung in der dentalen Technologie fordere aber auch die Zahntechniker, die neben der Verbesserung der Transluzenz von ZrO2(5Y-TZP, 4Y-TZP) mit den damit einher gehenden Verlusten an Elastizitätsmodul und Rissfestigkeit umgehen müssten. Mit vielen wertvollen Tipps und Tricks entließ Prof. Pospiech die Teilnehmer – humorvoll seine Botschaft mit einem Film eines schwedischen Möbelhauses unterstreichend, indem anhand des analogen Produktkataloges demonstriert wurde, dass modern immer etwas ist, was funktioniert.