In die begehrte Event-Location Loftwerk in Nürnberg lud Dentaurum Implants Anfang Juli für eine seiner ersten tiologic Twinfit Lounges ein. Die an der IDS vorgestellte Weltneuheit eines integrierten Abutment Switches wurde hier von den Referenten Dr. Joachim Hoffmann aus Jena und Dr. Friedemann Petschelt aus Lauf an der Pegnitz von der chirurgischen Planung bis zur prothetischen Versorgung vorgestellt.

Rolf Scherberger, Leiter Entwicklung Implantolgie Dentaurum Implants, stellte zunächst das tiologic Twinfit System in all seinen Einzelheiten vor. Der revolutionäre, integrierte Abutment Switch ermöglicht erstmalig die Versorgung mit zwei prothetischen Anschlussgeometrien – konisch oder Plattform – auf einem Implantat-Typ. Einhergehend mit dem neuen Implantat-Typ kommt das innovative Tiefenstopp-System. Jedem Implantat liegen durchmesserbezogen farbcodierte und steril verpackte Hülsen bei, mit denen situativ eine sichere chirurgische Aufbereitung gelingt. In der Heimatstadt von Dr. Joachim Hoffmann aus Jena feierte man just Ernst Haeckel, der Darwins Theorien erfolgreich weiter entwickelte. Nicht minder evolutionär sieht Dr. Hoffmann das neue Protokoll für die Implantatbettaufbereitung beim tiologic Twinfit, mittels dessen mehr und besserer vitaler Knochen erhalten werde. Bei der Vorstellung seiner klinischen Fälle beschränkte er seine Ausführungen nicht allein auf das neue System von Dentaurum Implants, sondern gab viele hilfreiche Tipps und ließ die Teilnehmer an seinen in mehr als 30 Jahren gesammelten Erfahrungen teilhaben.

Dr. Friedemann Petschelt aus Lauf an der Pegnitz hat inzwischen bereits die nächste Generation tiologic Twinfit  in der Praxis – „etwas Schöneres gibt es eigentlich gar nicht“ – und blickt ebenfalls auf eine entsprechend lange Erfahrung zurück. Die Option, mit einem Implantat zwei prothetische Lösungen anbieten zu können, schlage sich dank des schlankeren Instrumentariums durchaus auch in barer Münze und in einem verringerten Schulungs- und Trainingsaufwand nieder.

Konus versus Plattform?

Da man endlich die freie Wahl habe, könne man sich mit tiologic Twinfit frei von Dogmen die Vor- und Nachteile der beiden Verbindungen vor Augen führen. Bei einer Oberkiefer-Einzelzahnversorgung sei auf jeden Fall der Konus anzuraten. Er biete die dichtere Verbindung, man sei flexibler in der Vertikalen und habe weniger Schrau-benlockerungen. Hundertprozentige Bakterien-Dichtigkeit sei bekanntermaßen nicht zu erreichen, aber der Konus sei hier vorteilhafter. Dr. Hoffmann wiederum verwendet selbst bei kleineren Brückenversorgungen inzwischen den Konus, bei langgliedrigen und bei Full-Arch-Versorgungen bevorzugt er die Plattform. Auch im Seitenzahnbereich, ob bei Anwendung der Sandwichtechnik beim Sinuslift oder auch ohne Sinuselevation, bewährt sich das neue System bei ihm. Bei mehreren verblockten Implantaten sei in jedem Fall die Plattform anzuraten, so Dr. Petschelt, und auch für All-on-Four- oder All-on-Six-Versorgungen sei die Wanddicke des neuen Systems ausreichend. Fazit der beiden Experten: „Es gibt hier keinen klaren Sieger, umso schöner ist es, dass wir nun frei, patientenindividuell und indikationsbezogen entscheiden können.“