Nicht etwa, wie einst vermutet, gemeinsame Gene, sondern das Zusammenleben von Menschen sorgt dafür, dass sich die Mikrobiome im Mund angleichen, fanden britische Forscher um Adam Roberts und Liam Shaw vom University College London heraus. Geschwister behalten selbst Jahre nach dem Verlassen der gemeinsamen Wohnung noch ein ähnliches Spektrum an Mundbakterien. Entscheidend ist dabei die Enge des jeweiligen Kontaktes, so entwickeln sich die größten Ähnlichkeiten der Speichelkeime naturgemäß zwischen Ehepartnern und zwischen Eltern und Kindern bis zu zehn Jahren. Neben dem direkten Austausch, z.B. beim Küssen, wandern die Keime auch über die Hände auf verschiedene Einrichtungsgegenstände und Oberflächen der Wohnung, von denen sie in den Mund der Mitbewohner gelangen. Zu überlegen wäre damit, bei entsprechendem Befund zur Paro-Prophylaxe demnächst gleich die gesamte Studenten-WG antanzen zu lassen.

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