Orale Bakterien werden bei Patienten mit Parodontitis eingeatmet und können die Lunge infizieren, umso mehr bei Patienten, die an ein Beatmungsgerät angeschlossen sind. Insofern stellt eine Parodontitis einen erklärten Risikofaktor für einen schwereren Verlauf einer COVID-19-Erkrankung dar. Dies ergab eine in Katar zwischen Februar und Juli 2020 durchgeführte Studie mit 568 Patienten. COVID-19-Patienten mit Parodontis wurden im Vergleich 3,5 mal häufiger auf Intensivstationen eingewisen und benötigten 4,5 fach häufiger ein Beatmungsgerät, die Todesrate war im Vergleich zu Patienten ohne Zahnfleischerkrankungen sogar um das neunfache erhöht. Prof. Dr. Mariano Sanz von der Universität Complutense in Madrid als einer der Autoren der Studie empfiehlt eine frühzeitige Identifikation der Parodontalgesundheit der Patienten und Anwendung oraler Antiseptika, um die Verbreitung der Bakterien einzudämmen.

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