Die Ausgangsituation

Bei der 71-jährigen Patientin waren alle Implantate im Ober- und Unterkiefer durch stark fortgeschrittene Plaqueakkumulationen mit Rötungen und Schwellungen an der periimplantären Mukosa, Blutung und Pus bei Sondierung sowie erheblichen Weichgewebsrezessionen mit großflächigem Freiliegen von rauen Implantatoberflächen gekennzeichnet. Damit einher ging ein teils markanter vertikaler Knochenverlust mit weit nach apikal reichenden periimplantären Läsionen. Typisch für das Vorhandensein massiver Entzündungsprozesse waren in beiden Kiefern auch die farblichen Veränderungen in

Form livider Verfärbungen des marginalen und periimplantären Gewebes. Die Explantation aller Implantate und Entfernung der Zähne im Oberkiefer ließ sich nicht mehr vermeiden, im Unterkiefer entschied sich die Patientin nach Diskussion der derzeit vorliegenden Optionen ebenfalls für einen Neuanfang (Abb. 1-5). Gerade im Hinblick auf eine neuerliche implantatprothetische Rehabilitation – im vorliegenden Fall herausnehmbar geplant – ist bei noch osseointegrierten bzw. ankylosierten Implantaten eine möglichst atraumatische Explantation wünschenswert.