Eine Fallstudie von Dr. med. dent. Friedrich Wilhelm Hey

Die vollnavigierte Implantat-Insertion hat sich mittlerweile etabliert und ist gemeinhin als präzise akzeptiert [1]. Nun heißt es für den digital und dental interessierten und begabten Zahnarzt: Selbst gemacht ist Geld gespart! Moderne Stereolithografie (3D-Drucker) macht’s möglich!

Zu beobachten ist heutzutage, dass aktuelle Implantat-Planungsprogramme nicht mehr auf die perfekte Implantatplanung ausgelegt sind. Oft fehlt es sogar an einer Zahndatenbank, die hilfreich ist, um anhand der virtuellen Zahnkronen die Implantate adäquat zu positionieren. Vielmehr, so fühlt es sich an, handelt es sich bei den Programmen um Software, die es in möglichst wenigen Schritten ermöglichen soll, extern eine Positionierungs-Schablone bzw. eine Full-Guided Navigations-Schablone bei dem jeweiligen Anbieter zu bestellen. Für die Anwendung dieser Schablonen benötigt man in der Regel ein separates Guided-Surgery Bohrer-Tray des jeweiligen Implantatsystems oder teure Einmal-Bohrer. 

Mittels moderner, erschwinglicher Stereolithografie (3D-Drucker) besteht die Möglichkeit, Navigations-Schablonen selbst zu planen, zu fertigen und mittels einfacher Handhabung ohne teure Bohrer-Trays zu verwenden. 

Die Bohrschablone 

Für das Matching des DICOM Datensatzes (Digitale Volumentomografie) und des STL-Datensatzes eines Intraoralscans des Oberkiefers (Cerec Primescan, Dentsply Sirona) wurde die Freeware BlueSkyPlan (Abb. 2) (BlueSkyBio) verwendet. Diese Software erlaubt ein kostenfreies Matching der Datensätze, die Implantatplanung, das Erstellen einer Navigations-Schablone sowie die einfache Erstellung eines PDF-Bohrprotokolls inklusive Screenshots und Schnitte der Ebenen je Implantat. Einzig und allein der Export der Schablone als STL-Datei ist kostenpflichtig. Die Summe ist überschaubar und diese STL-Datei kompatibel für den Import in die jeweilige Software eines 3D-Druckers (Abb. 3, 4) (Form 3, Formlabs). Der für die Schablone verwendete Kunststoff Dental SG Resin (Formlabs) ist ein biokompatibles autoklavierbares Kunstharz. Da es im Autoklaven seine Farbe ändert, ist immer eindeutig erkennbar, ob der Autoklavierungsprozess erfolgreich war (Abb. 5).