fallstudien
15-Jahres-Follow up nach externem Sinuslift und simultaner Implantation
Im Bereich des Sinus maxillaris stellt der externe Sinuslift ein gut erforschtes Prozedere zur Kieferkammerweiterung vor Implantation dar. Bereits im Jahr 1977 wurde dieser Eingriff zum ersten Mal von Tatum beschrieben.

Eine Fallstudie von Priv.-Doz. Dr. med. dent. Kristian Kniha, Prof. Dr. med. Dr. med. dent. Heinz Kniha, Prof. Dr. med. Dr. med. dent. Dr. (Hu) Karl Andreas Schlegel
Im Bereich des Sinus maxillaris stellt der externe Sinuslift ein gut erforschtes Prozedere zur Kieferkammerweiterung vor Implantation dar. Bereits im Jahr 1977 wurde dieser Eingriff zum ersten Mal von Tatum beschrieben [1]. Hierbei kommt es nach lateraler Fensterung der Kieferhöhlenwand zur Elevation der Schneider’schen Membran und zur Knochenaugmentation.
Als intraorale Donorsite stehen zahlreiche Regionen für den externen Sinuslift zur Verfügung, unter anderem auch der Ramus mandibulae im Unterkiefer und der im Oberkiefer gelegene Tuber maxillae (Abb. 1). Eine in der Literatur häufig beschriebene und verwendete intraorale Entnahmeregion im Bereich der Linea obliqua externa des aufsteigenden Unterkieferastes ist der Ramus mandibulae. Die Erstbeschreibung dieser Entnahmeregion geht auf Jensen und Sindeth-Pedersen aus dem Jahr 1991 zurück [2]. Anschließend beschäftigte sich Prof. Khoury intensiv mit dieser Thematik und wertete 1995 216 Patienten im 6-Jahres-Follow up aus [3]. Bis 2015 analysierte Prof. Khoury 3.800 Blöcke bei 3.300 Patienten [4]. Er schlussfolgerte daraufhin, dass es sich hier – bedingt durch das seltene Auftreten von Komplikationen und das hohe Knochenangebot – um eine Donorsite mit hoher Patientenzufriedenheit handelt.
Die bereits erwähnte weitere mögliche Spenderregion im Oberkiefer ist der Tuber maxillae. Diese knöcherne Erhebung hinter dem letztem Oberkiefermolaren stellt gleichzeitig die dorsale Wand des Sinus maxillaris dar und wurde erstmals von Moenning 1986 als Entnahmeregion beschrieben [5]. Khojasteh et al. 2016 bestätigten dieser Region Vorteile bei knöchernen Kombinationsdefekten, also Defekten mit sowohl horizontalem als auch vertikalem Knochendefizit, da hier eine pyramidenförmige Blockentnahme möglich ist [6]. Weitere Arbeiten, wie die von da Rosa und Kollegen 2014, entwickelten diese Entnahme weiter und publizierten eine schleimhautgestielte Blockentnahme [7]. Die Idee hinter dem Transplantat – bestehend aus Knochen und befestigter Gingiva – war es, neben dem Hartgewebedefizit gleichzeitig ein Weichteilvolumendefizit auszugleichen. Bei dem Vorhandensein von Weisheitszähnen kann das zu generierende Knochenvolumen in beiden Regionen jedoch stark eingeschränkt sein.
Patientenfall und Ausgangssituation
Die Patientin im Alter von 79 Jahren wurde von ihrem Hauszahnarzt in unsere chirurgische Praxis überwiesen, um die nicht erhaltungswürdigen Zähne 26 und 27 zu extrahieren und eine Implantation in regio 024, 26 und 27 für eine festsitzende Rekonstruktion vorzunehmen. Nach ausführlicher Beratung wurde im Konsens mit der Patientin die Extraktion der Zähne 26 und 27 sowie eine anschließende autologe Augmentation mittels externem Sinuslift unter Verwendung von autologen Knochenblöcken aus dem Tuber maxillae und Ramus mandibulae Bereich geplant. Die Implantation in regio 024, 026 und 027 sollte in diesem Fall zweizeitig nach weiteren drei Monaten erfolgen.


