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fallstudien

Ästhetische Implantatrekonstruktion der Oberkieferfront

Die ästhetische Rehabilitation der Oberkieferfront mit einer dreigliedrigen Implantatbrücke stellte wegen der vorhandenen Hart- und Weichgewebedefizite eine besondere Herausforderung dar.

Dr. med. dent. Stefan Michael Scherg3 Min. Lesezeit
Implantatrekonstruktion

Navigation, Sofortimplantation und triovales Implantatdesign

Eine Fallstudie von Dr. med. dent. Stefan Michael Scherg

Die ästhetische Rehabilitation der Oberkieferfront mit einer dreigliedrigen Implantatbrücke stellte wegen der vorhandenen Hart- und Weichgewebedefizite eine besondere Herausforderung dar. Mittels Extrusion, Digitalisierung, Navigation, Sofortimplantation mit Sofortversorgung, Weichgewebsaugmentation, CAD/ CAM-Technik und einem neuen Implantatsystem erfolgte die Umsetzung in einem operativen Schritt.

Aufgrund der Rezessionen an den Zähnen 21, 22 und der zunehmenden Lockerung der Zähne wünschte die 55-jährige Patientin die seit längerer Zeit bekannte Problematik in der Oberkieferfront zu sanieren. An den Zähnen 11, 21 wurde vorab alio loco eine WSR durchgeführt, allerdings trat bei Druck auf die bukkale Gingiva Exsudat aus. (Abb.1) Durch eine systematische PA-Behandlung und unterstützende Recalltherapie konnte der Zustand bei der Raucherin bis jetzt stabilisiert werden.

Es war eine Sofortimplantation in regio 11 und 22 geplant, wenn möglich verbunden mit einer Sofortversorgung, um ein herausnehmbares Provisorium zu vermeiden und das Hart- und Weichgewebe nach der Extraktion zu stützen. Der Rezessionsdefekt an 21 und 22 wurde nach endodontischer Vorbehandlung durch eine kieferorthopädische Extrusion der beiden abgetrennten Zahnwurzeln reduziert (Abb. 2). Während der Stabilisierungsphase (Abb. 3, 4) erfolgte die digitale Planung für das navigierte Setzen der Implantate. Aus den anatomischen Daten des DVT und dem Oberflächenscan des Intraoralscanners erfolgte die vertikale und horizontale Ausrichtung der beiden Implantate gemäß den bekannten Vorgaben für Sofortimplantate (palatinal, subkrestal). Die Software DTX Studio Implant (Nobel Biocare) berechnet das gewünschte Provisorium, sodass die zur Adaption notwendigen Abutments für eine verschraubte Lösung vorab ausgewählt werden können (Abb. 5). Das vernetzte zahntechnische Labor verwendet die Daten zum einen zur Fertigung der OP-Schablone und zum anderen zur Herstellung des digitalen sowie physischen Provisoriums aus Kunststoff (CAD/ CAM-Technik).

Final eingesetzte Brücke nach vorheriger Kompositkorrektur des Zahnes 12.
Vorbehandlung mit Endodontie, Abtrennen der klinischen Kronen nach vorheriger Fixierung und Verblockung; Extrusionsvorrichtung.
Forcierte Extrusion über drei Wochen mit Kürzen der klin. Kronen, ohne Durchtrennung des Weichgewebes; Zugewinn an Weichgewebe.
Fixierung der Wurzeln an den Kronen mit Stiften und Komposit; Anfertigung DVT, Intraoralscan und navigierte Planung.
Ausschnitt aus der Software; links Übersicht Oberflächenscan, berechn. PV (grün), rechts geplantes Implantat und Abutment.
Navigierte 2 mm Richtungsbohrung mittels OP-Schablone.
Finale Aufbereitung mit OsseoShaper ohne Wasserkühlung, langsam drehend (50 rpm); stoppt bei Erreichen des Drehmoments 40 Ncm.
Inseriertes triovales N1 Implantat; Schulterform kongruent zur Alveole und mit ausreichend Raum zur bukkalen Wand.
Eingeschraubte Multi-unit Abutments, die sich durch das ovale Design selbst positionieren; ausgewählt nach der Insertionstiefe.
Vorbereitete opake temporäre Titanabutments zur intraoralen Fixierung des PV mittels Komposit.
Aufgesetztes CAD/CAM-gefrästes TempShell Komposit PV aus der digitalen Planung; angebrachte Flügel zur Fixierung.
Tunnelpräparation von 21 als Mukosalappen bukkal von 22 zur Auf- nahme des am Gaumen entnommenen BGT.
Final eingesetzte Brücke nach vorheriger Kompositkorrektur des Zahnes 12.

Autor

Dr. med. dent. Stefan Michael Scherg

Dr. med. dent. Stefan Michael Scherg

  • 1990 – 1995 Zahnmedizinstudium an der Julius- Maximilians-Universität in Würzburg
  • Seit Okt. 1997 Niederlassung und Praxisübernahme in Thüngen
  • 2002 Praxisverlegung nach Karlstadt, Praxisschwerpunkte: Parodontologie, Implantologie, Endodontie, Ästhetische Zahnheilkunde
  • 2002 Gründung einer eigenen Firma: Fortbildungsinstitut Schöne Zähne
  • 2003 DGZI Zertifizierung Implantologie
  • Promotion zum Dr. med. dent. an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg zum Thema Stabilität der Schraubenverbindung
  • bei konventionellen und abutmentfreien Implantatbrücken

praxis@zahnarzt-scherg.de
www.zahnarzt-scherg.de 

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