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Ästhetische Rehabilitation einer parodontal nicht erhaltungsfähigen Oberkieferfront

Anhand eines komplexen Behandlungsfalles sollen die heutigen Möglichkeiten der zahnärztlichen Chirurgie und Implantologie aufgezeigt werden. Gleichzeitig demonstriert der Fall, welche Bedeutung gerade bei komplexen Fällen die interdisziplinäre Interaktion zwischen dem Chirurgen, Zahnarzt und Zahntechniker heute hat.

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Abb 1: Ausgangssituation: Deutlich erkennbar die freiliegenden Wurzeln der Oberkieferfront, klinisch zeigten sie eine Mobilität von Grad II.

Eine Fallstudie von Prof. Dr. Dr. Dr. Dr. (HU) Karl Andreas Schlegel, Alexandros Touloupis und Oliver Hüsken

Anhand eines komplexen Behandlungsfalles sollen die heutigen Möglichkeiten der zahnärztlichen Chirurgie und Implantologie aufgezeigt werden. Gleichzeitig demonstriert der Fall, welche Bedeutung gerade bei komplexen Fällen die interdisziplinäre Interaktion zwischen dem Chirurgen, Zahnarzt und Zahntechniker heute hat.

Bei uns stellte sich ein 57-jähriger Patient mit einem parodontal geschädigtem Gebiss (Abb. 1) vor. Aufgrund des schon immer bestehenden, tiefen Bisses und der parodontalen Vorerkrankung war eine partielle chirurgische Gebisssanierung unabdingbar.

Der Patient wünschte aufgrund seiner persönlichen Situation einen implantatgetragenen Zahnersatz. Nach sorgfältiger Planung (Abb. 2) und Vorbereitung erfolgte zunächst in einem ersten Schritt die chirurgische Zahnsanierung (Abb. 3-6) in Kombination mit einer autologen Augmentation mit einem monokortikalen Beckentransplantat.

Nach einer Einheilzeit von drei Monaten wurde anhand eines Volumentomogrammes (Abb. 7) die digitale Planung der Implantatanzahl und Position in allen drei Achsrichtungen vorgenommen (Abb. 8, 9).

Ziel war es, nicht nur bei der Entfernung der Osteosyntheseschrauben die Implantate zeitgleich zu setzen, sondern in der gleichen Sitzung eine provisorische Sofortversorgung durchzuführen. Hierzu wurde mit dem Labor nicht nur die Situation der Hart-, sondern auch der Weichgewebe in die präoperative Planung mit einbezogen und der Zahnersatz digital geplant. Anschließend wurde nach Abformung der aktuellen Situation ein Gipsmodell hergestellt. Es ist darauf hinzuweisen, dass ein Intraoralscan sowie im weiteren Verlauf eine All-in-one-Software-Lösung möglich sind.

In einer CAD-Software wurde ein digitales Modell erstellt. Dieser Modelldatensatz wurde nun in der Implantat-Planungssoftware hochgeladen und mit dem DVT-Datensatz zusammengeführt bzw. gemachted. Die Implantat-Planungssoftware gab einen Fahrplan vor, mit der der Chirurg die Positionierung der Implantate vorgenommen wurden.

Auf Basis dieser Planung wurde eine Bohrschablone konstruiert, im Anschluss mit einem verifizierten 3D-Druckverfahren hergestellt und mit entsprechendem Hülsensystem bestückt (Abb. 10). Mit dieser Schablone konnte das Gipsmodell entsprechend für die Anfertigung der Provisorien vorbereitet werden. Das Design der Provisorien wurde mit einem reponierbaren palatinalen Anteil gestaltet.

Abb 1: Ausgangssituation: Deutlich erkennbar die freiliegenden Wurzeln der Oberkieferfront, klinisch zeigten sie eine Mobilität von Grad II.
Abb 2: Knöcherne Situation im Bereich der Oberkieferfront im DVT. Über 2/3 der Wurzeloberflächen sind exponiert.
Abb 3: Intraoperativer Situs nach Extraktion der Zähne 12, 11, 21 und 22.
Abb 4: Intraoperativer Situs nach Einbringen eines monokortikalen Spans und Fixation mithilfe von Osteosyntheseschrauben.
Abb 5: Spannungsfreie Adaption der Weichgewebe und Wundverschluss mit Einzelknopfnähten.
Abb 6: Postoperatives OPG, gut zu erkennen der eingebrachte Span und die fixierenden Osteosyntheseschrauben.
Abb 7: DVT drei Monate postoperativ mit radioopaquer Schablone zur Festlegung der endgültigen Implantatpositionen.
Abb 8: Festgelegte Positionen, Längen und Durchmesser der Implantate, auch sind die Sichtfenster in der Bohrschablone gut erkennbar.
Abb 9: Bohrprotokoll, welches Informationen über die zu verwendenden Bohrerlängen und die Höhe der Einbringhilfen gibt.
Abb 10: Zunächst wurden die lateralen Bohrungen durchgeführt und in die Bohrstollen die Indikatoren zur zusätzlichen Fixation gesteckt.
Abb 11: Einbringen der Implantate gemäß Protokoll. Am Implantat 12 ist deutlich die ringförmige Markierung aus dem Protokoll zu erkennen.
Abb 12: Okklusale Ansicht nach Montage der Abdruckpfosten auf den Implantaten.
Abb 13: Vestibuläre Ansicht nach Einsetzen des Abdrucklöffels und Fixation der Abdruckpfosten mit lichthärtendem Kunststoff.
Abb 14: Abdrucklöffel mit den lichthärtend fixierten Abdruckpfosten.
Abb 15: Meistermodell mit den einpolymerisierten Laboranalogen.
Abb 16: Meistermodell mit provisorischen Kronen und Positionierungs- schlüssel sowie Metallstiften in den späteren Schraubenschächten.
Abb 17: Marriage der Abutments mit dem vorgefertigten Provisorium unter Zuhilfenahme der Polymerisation.
Abb 18: Eingebrachte provisorische Kronen, welche von okklusal rsp. palatinal verschraubt wurden.
Abb 18: Eingebrachte provisorische Kronen, welche von okklusal rsp. palatinal verschraubt wurden.
Abb 19: OPG nach Einbringen der provisorischen Kronen zur exakten Lagekontrolle.
Abb 20: Patient mit den endgültigen Kronen.
Abb 20: Patient mit den endgültigen Kronen.

Autoren

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Prof. Dr. Dr. Dr. Dr. (HU) Karl Andreas Schlegel

  • 1990 Promotion zum Dr. med. dent. an der LMU München
  • 1998 3. Staatsexamen Medizin
  • 2002 Promotion zum Dr. med. an der LMU München
  • 2004 Facharztprüfung in der MKG-Chirurgie an der Bayerischen ÄK, München
  • 2005 Abschluss des Habilitationsverfahrens
  • 2005 Oberarzt an der Poliklinik und Klinik für MKG-Chirurgie/plastische Chirurgie, FSU Jena
  • 2006 Oberarzt an der Klinik und Poliklinik für MKG-Chirurgie der FAU Erlangen-Nürnberg
  • 2007-2012 Geschäftsführender Oberarzt an der Klinik und Poliklinik für MKG-Chirurgie der FAU Erlangen-Nürnberg
  • Seit 2010 Bestellung zum außerplanmäßigen Professor an der Klinik und Poliklinik für MKG-Chirurgie der FAU Erlangen-Nürnberg
  • Seit 2013 Praxisniederlassung und seit 09/2019 Gemeinschaftspraxis Prof. Kniha, Schlegel und Kollegen

info@kniha-schlegel.de
www.kniha-schlegel.de

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Alexandros Touloupis

  • 1997 Ausbildung zum Zahntechniker
  • 2008 Meisterprüfung
  • Zahntechnischer Leiter Isar Dental GmbH

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