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Bimaxilläre Sofortversorgung – ein Fallbericht 

Der vorgestellte Patient (männlich, 43 Jahre alt) mit nicht erhaltungswürdiger Bezahnung kann mithilfe der All-on-4 Behandlungsmethode (Nobel Biocare) mit festsitzenden implantatgetragenen…

Dr. med. dent. Katharina Baader-Yildirim, Dr. med. dent. Helmut Baader M.Sc. M.Sc.4 Min. Lesezeit
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Der vorgestellte Patient (männlich, 43 Jahre alt) mit nicht erhaltungswürdiger Bezahnung kann mithilfe der All-on-4 Behandlungsmethode (Nobel Biocare) mit festsitzenden implantatgetragenen Brücken versorgt werden. Der chirurgische Eingriff findet unter Intubationsnarkose statt und bereits am Abend des OP-Tages werden die definitiven Brücken – noch mit verkürzter Zahnreihe und ohne Titangerüst – eingesetzt. Dieses Vorgehen unterscheidet sich somit maßgeblich von Protokollen, in denen zunächst festsitzende Provisorien eingegliedert werden.

Nach einem oftmals jahrzehntelangen Leidensweg, nicht selten begleitet von einer ausgeprägten Zahnarztangst, wünschen sich viele Patienten ein effektives und zügiges Behandlungskonzept, das ihnen Zahnersatz auf einem hohen funktionellen und ästhetischen Niveau ermöglicht. Der vorgestellte Patient äußert genau diesen Wunsch, zudem ist es für ihn ausgeschlossen, mit herausnehmbarem, wie etwa teleskopierendem Zahnersatz versorgt zu werden.

Der Indikationsstellung für das All-on-4 Konzept geht immer voraus, dass im Zuge der Beratungsgespräche sowie einer strukturierten Diagnostik abgewogen wird, ob der Wunsch der Patienten nach verschraubten implantatgetragenen Brücken mit den anatomischen Gegebenheiten, der Compliance und Motivation zur Gewährleistung der Hygiene zu vereinbaren ist.

Abb 1: Klinische Ausgangssituation: Stark kariös und parodontal ge- schädigte Bezahnung im Ober- (OK) und Unterkiefer (UK).
Abb 2: Ausgangssituation (OPG): Multiple profunde Zahnhartsubstanz- defekte, Knochenabbau v.a. im OK-Seitenzahnbereich.
Abb 3a: DVT-Planung: Implantate distal anguliert (OK: Schonung der Kieferhöhlen).
Abb 3b: DVT-Planung UK: Schonung des N. mandibularis inf. (beidseits).
Abb 4: OK-/UK-Aufstellung mit Bissverschlüsselung zur Bezahnung des jeweiligen Gegenkiefers.
Abb 5a: Bohrschablone für den OK (UK-Schablone nicht abgebildet).
Abb 5b: UK-Schablone zur Ausrichtung der Multi-Unit Abutments (OK- Schablone nicht abgebildet).
Abb 6: Unterkiefer-Prothesenduplikat mit Bissverschlüsselung zur Oberkiefer-Aufstellung.
Abb7: Extraktion der UK-Zähne bis auf 33 (Abstützung Bohrschablone), 12 Kürettage u. Desinfektion der Alveolen (PACT), Knochenplateau.
Abb 8: Positionierung der UK-Bohrschablone und Anlegen der Vorbohrungen regio 35, 32, 42, 45.
Abb 9: Implantation regio 42 (Nobel Biocare, NobelReplace CC).
Abb 10: Inserierte Implantate regio 32, 42, 45 mit Multi-Unit Abutments regio 42, 45 sowie Multi-Unit Halterung regio 42.
Abb11: Auswahl der Multi-Unit Abutments regio 32, 42: Kontrolle der späteren Schraubkanaleingänge (Inzisiven: lingual, Molaren: okklusal).
Abb 12: Aufschrauben der Heilkappen auf die Multi-Unit Abutments regio 32, 42, 45 sowie Extraktion des Zahnes 33.
Abb 13: Inserierte Implantate regio 35, 32, 42, 45 mit aufgeschraubten Heilkappen.
Abb14: Augmentation mit porcinem KEM/autologem Knochen, autologen Fibrinmembranen (PRGF); anschließend Wundverschluss.
Abb 15: Positionierung der UK-Aufstellung anhand der Bissverschlüsselung, „basale Bissnahme“ mit Silikon über die Heilkappen.
Abb 16: Austausch der Heilkappen gegen Abformpfosten (verblockt mit Kunststoff-Modelliergel), zuletzt Abformung m. Polyethermasse.
Abb 17: Zustand nach Extraktion aller OK-Zähne bis auf 16 und 24 zur Abstützung der Bohrschablone.
Abb 18: Chirurgisches Vorgehen analog zum UK: Kürettage, PACT, Knochenplateau, Vorbohrungen mithilfe der Bohrschablone.
Abb 19: Implantation regio 22 (Nobel Biocare, NobelParallel CC).
Abb 20: Auswahl der passenden Multi-Unit Abutments.
Abb 21: Implantate regio 15, 12, 22 mit Heilkappen, Extraktion der Zähne 16 und 24, anschließend Implantation regio 25.
Abb 22: Vorgehen analog zum UK: Augmentation mit porcinem KEM/autologem Knochen sowie autologen Fibrinmembranen (PRGF).
Abb 23: Spannungsfreier Wundverschluss.
Abb 24: Positionierung der OK-Aufstellung auf dem verschraubten UK-Duplikat sowie „basale Bissnahme“ in zentrischer Kondylenposition.
Abb 25: Impressionen der Heilkappen im Silikon zur Überführung in den Artikulator; Abformung der OK-Implantate analog zum UK.
Abb 26: OK-/UK-Aufstellung überführt in den Artikulator (mittels Implantat-Abformungen und „basalen Bissnahmen“), Fertigstellung.
Abb 27: Abends postoperativ: Fest eingeschraubte All-on-4 Brücken im OK 31 und UK; Verzicht auf 36, 46 (Vermeidung exzentrischer Kräfte).
Abb 28: Zwölf Wochen post op.: OK/UK-Unterfütterung und Einarbeitung 32 zahnunterstützender
Abb 29a: CAD/CAM-gefertigter Titangerüste in die OK-Brücke sowie…
Abb 29b: die UK-Brücke (Zähne: Nano-Hybrid-Komposit; Basis: Kunststoff); 36/46 wurden hinzugefügt.
Abb 30: Zwölf Wochen post. op.: Klinische Abschlusssituation im OK …
Abb 31: … und UK: entzündungsfreie Verhältnisse.
Abb 32: Zwölf Wochen postoperativ: Wiederherstellung von Funktion und Ästhetik.
Abb 33: Im selben Termin röntgenologische Kontrolle (OPG): Erfolgreiche Osseointegration der Implantate im OK und UK.

Autoren

Autoren

Dr. med. dent. Katharina Baader-Yildirim

Dr. med. dent. Katharina Baader-Yildirim

  • 2007-2012 Studium der Zahnheilkunde, Universität Regensburg
  • 2013 Dissertation am Lehrstuhl für MKG-Chirurgie, Universität Regensburg
  • 2012-2014 Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Poliklinik für Zahnerhaltung und Parodontologie, Universität Regensburg
  • Seit 2017 Zahnärztin, MVZ Dr. Baader & Kollegen, Mindelheim
  • 2017-2018 Curriculum Implantologie (DGOI)

info@drbaader.de
www.drbaader.de 

Dr. med. dent. Helmut Baader M.Sc. M.Sc.

Dr. med. dent. Helmut Baader M.Sc. M.Sc.

  • 1988-1994 Studium der Zahnheilkunde, LMU München 
  • Seit 1996 Zahnarzt in eigener Praxis, Mindelheim
  • 1999 Dissertation am Lehrstuhl für MKG-Chirurgie, Universität Aachen
  • 2004 Tätigkeitsschwerpunkt Implantologie (BDIZ und DGZI)
  • 2005 Spezialist für Ästhetische und Restaurative Zahnheilkunde (Dental School)
  • 2007 Master of Science Implantologie
  • 2008 Geprüfter Experte Implantologie (DGOI)
  • 2009 Master of Science Oralchirurgie
  • Seit 2015 Ärztlicher Leiter, MVZ Dr. Baader & Kollegen, Mindelheim
  • Seit 2015 All-on-4 Kompetenzzentrum
  • Seit 2017 All-on-4 Ausbildungszentrum und Hospitationspraxis 

info@drbaader.de
www.drbaader.de 

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