fallstudien
Implantatprothetische Restauration bei nonsyndromaler Oligodontie – eine Kasuistik
Im Herbst 2017 stellte sich eine 18-jährige Patientin mit dem Wunsch nach einer Zweitmeinung bei uns in der Praxis vor. Sie gab an, seit vier Jahren in kieferorthopädischer Behandlung zu sein, bemerkte selbst jedoch keine Fortschritte der Therapie und bemängelte, dass sich häufig Brackets von den Zähnen lösen.

Eine Fallstudie von Zahnärztin Lisa Richter, Dr. med. dent. Franziska Siebald-Radetzki, Zahnarzt Christian Barth
Im Herbst 2017 stellte sich eine 18-jährige Patientin mit dem Wunsch nach einer Zweitmeinung bei uns in der Praxis vor. Sie gab an, seit vier Jahren in kieferorthopädischer Behandlung zu sein, bemerkte selbst jedoch keine Fortschritte der Therapie und bemängelte, dass sich häufig Brackets von den Zähnen lösen.
Zum ersten Beratungstermin im Oktober 2017 brachte die Patientin alle diagnostischen Befunde, diverse Fotos und Röntgenbilder der vorherigen Behandler mit. Allgemeinanamnestisch gab sie Herzrhythmusstörungen an. Es wurden weiterhin ein Orthopantomogramm und klinische Bilder angefertigt (Abb. 2-5). Darauf zeigten sich Nichtanlagen aller 8-er, 7-er sowie der Zähne 14, 12, 22, 24, 35 und 45. Die Patientin wies eine Lückenstellung der Unterkieferfront sowie ein Diastema auf.
Durch das Belassen der verbliebenen Milchzähne 75 und 85 in deutlicher Infraposition waren diese nicht zu reinigen und stellten somit eine Schmutznische dar. Das von der Patientin mitgebrachte OPG aus dem Jahr 2012 (siehe Abb. 1) zeigt den Ausgangszustand vor Beginn der kieferorthopädischen Behandlung. Dieser Befund war für eine implantatprothetische Versorgung deutlich günstiger als die jetzt vorliegende Situation. Somit waren eine umfangreiche, interdisziplinäre Planung und Zusammenarbeit der Fachrichtungen Kieferorthopädie, Implantologie und Prothetik erforderlich. Um eine stabile Abstützung zu gewährleisten, sind sechs Implantate von Nöten. Vorher gilt es die Lücken der Regiones 12, 22 und 14, 24 aufzuregulieren sowie die Zähne 36 und 46 zu distalisieren.
Zuerst wurden der 18-Jährigen die verbliebenden Milchzähne 75 und 85 entfernt. Nach erneuter kieferorthopädischer Behandlung und guter Mitarbeit der Patientin über knapp 1,5 Jahre wurde zur implantologischen Planung ein präimplantologisches OPG (Abb. 6) erstellt und dies gemeinsam mit der Patientin und den Eltern ausgewertet: Die Lücken in den Regiones 14, 12, 22, 35, 45 konnten auf mindestens sieben Millimeter geöffnet werden. Diese Größe der Lücke bedarf es für eine Implantation [1]. Lediglich in regio 24 konnte aufgrund eines ungünstigen Wurzelverlaufes kein ausreichendes Knochenangebot erreicht werden, weshalb diese Lücke zu Gunsten einer Lücke in regio 25 wieder geschlossen werden sollte.













