fallstudien
Implantatversorgung bei skelettaler Klasse III mit frontalem Kreuzbiss
Im Zusammenhang mit einer unzureichenden Kieferrelation zwischen Ober- und Unterkiefer treten skelettale Probleme häufig bei zahnlosen Patienten auf, insbesondere bei solchen mit langjähriger Zahnlosigkeit [1-3]. Zahnverlust löst einen fortschreitenden, ungleichmäßigen Resorptionsprozess des Alveolarkamms aus.

Chirurgisch-prothetische Behandlung und Situation 15 Jahre postoperativ
Im Zusammenhang mit einer unzureichenden Kieferrelation zwischen Ober- und Unterkiefer treten skelettale Probleme häufig bei zahnlosen Patienten auf, insbesondere bei solchen mit langjähriger Zahnlosigkeit [1-3]. Zahnverlust löst einen fortschreitenden, ungleichmäßigen Resorptionsprozess des Alveolarkamms aus. Während der Oberkiefer tendenziell zentripetal (nach innen und oben) resorbiert und dadurch den Zahnbogenumfang verringert, unterliegt der Unterkiefer einer zentrifugalen Resorption (nach außen und unten), wodurch ein prominenterer Zahnbogen entsteht.
Diese Diskrepanz im Resorptionsmuster begünstigt die Entwicklung einer skelettalen Klasse III, die eine der größten Herausforderungen darstellt [12]. Zusätzlich führt Zahnlosigkeit zu einer Reduktion der vertikalen Dimension der Okklusion (VDO) und dem Auftreten prothetischer Lücken [3]. Der Verlust der VDO geht mit muskulären Veränderungen, Veränderungen des Kiefergelenks (TMJ) und neuromuskulären Funktionsstörungen einher [4-6]. Die Wiederherstellung einer Klasse-I-Okklusion bei einer skelettalen Basis, die sich über Jahre zu einer Klasse-III-Beziehung verschoben hat, erfordert nicht nur den Ersatz der fehlenden Zähne, sondern auch die komplexe Anpassung der orofazialen Muskulatur und des Kiefergelenks an die neue Situation. Dieser Prozess kann bei abrupter Durchführung zu Beschwerden oder funktionellen Veränderungen führen [6]. Ein schrittweises Vorgehen mit Übergangsprothesen, die eine Anpassung an die jeweils neue Okklusionssituation mit Wiederherstellung VDO ermöglichen, bieten ein gutes Training der Muskulatur. Sie ermöglichen mit angemessenen Anpassungsphasen eine neuromuskuläre Umprogrammierung vor der definitiven Versorgung [7- 9,14-18]. Die korrekte Gestaltung der VDO und der Kieferrelation beeinflusst die Langlebigkeit implantatgetragener Restaurationen, verringert das Risiko einer okklusalen Überlastung und verhindert biomechanische Komplikationen [10].
Klinischer Fall
Der 58-jährige Patient stellte sich mit dem Wunsch einer Verbesserung seiner Kaufunktion und Ästhetik vor. Er trug seit mehreren Jahren eine OK-Total- und eine UK-Teilprothese und klagte über Beschwerden beim Kauen. Er äußerte den Wunsch nach einer festsitzenden implantatgetragenen Versorgung. Bei der ersten Untersuchung zeigte sich eine ausgeprägte Klasse-III mit frontalem Kreuzbiss. Eine Reduktion der vertikalen Dimension der Okklusion (VDO) lag vor (Abb. 1-4, siehe Zahn 43). Der große interokklusale Abstand sollte mit implantatgetragenem Zahnersatz versorgt werden, um eine Klasse-I-Okklusion wiederherzustellen (Abb. 5-7). Röntgenologisch war eine ausgeprägte vertikale Atrophie des posterioren Oberkiefers sowie eine moderate Unterkieferatrophie zu erkennen. Die verbliebenen Zähne waren nicht erhaltungsfähig (Abb. 8).







































