fallstudien
Interdisziplinäre Vollendung
Im Falle von Nichtanlagen kann eine alleinige, implantologische Versorgung der Lücke aufgrund von Bewegungen der Nachbarzähne in die Lücke hinein nicht möglich sein. Eine Lösungsmöglichkeit ist die präimplantologische Bewegung der Nachbarzähne in die korrekte Position. Der dargestellte Fallbericht zeigt die kombinierte kieferorthopädische und implantologische Behandlung eines derartigen Falles.

Eine Fallstudie von Sebastian Horvath, Nicole Horvath
Im Falle von Nichtanlagen kann eine alleinige, implantologische Versorgung der Lücke aufgrund von Bewegungen der Nachbarzähne in die Lücke hinein nicht möglich sein. Eine Lösungsmöglichkeit ist die präimplantologische Bewegung der Nachbarzähne in die korrekte Position. Der dargestellte Fallbericht zeigt die kombinierte kieferorthopädische und implantologische Behandlung eines derartigen Falles.
Ausgangssituation
Eine 27-jährige Patientin stellte sich mit dem Wunsch einer ästhetischen Verbesserung im Oberkiefer-Frontzahnbereich vor. Sie störte sich an dem unharmonischen Erscheinungsbild. Die Patientin gab an, dass Zahn 22 nicht angelegt war. Zum Ersatz des Zahnes war von einem Vorbehandler eine Adhäsivbrücke angefertigt worden. Zahn 12 war hypoplastisch und mit einer Krone verbreitert worden. Die klinische Untersuchung ergab, dass die zweiflügelige Adhäsivbrücke an Zahn 23 gelockert war. Die Patientin biss palatinal auf die beiden Klebeflügel, für die ursprünglich sagittal kein Platz war. Dies war die Ursache für die bukkale Kippung der Zähne 21 und 23 sowie für den unharmonischen Gingivalsaumverlauf. Eine Digitale Volumentomografie ergab, dass eine Implantation aufgrund der Wurzelstellungen der Zähne 21 und 23 nicht möglich war. Zahn 12 war avital und zeigte radiologisch eine periapikale Osteolyse. Die ästhetische Analyse ergab, dass die Zähne 11 und 21 im Verhältnis zu den Zähnen 12 und 22 zu klein waren.
Kieferorthopädische Behandlung
Zahn 12 wurde wurzelkanalbehandelt und mit einem Langzeitprovisorium versorgt. Die beiden Klebeflügel der Adhäsivbrücke wurden entfernt. Mit einer festsitzenden kieferorthopädischen Apparatur wurden die Kronen der Zähne 21 und 23 nach palatinal gekippt und deren Wurzeln aus der Lücke regio 22 herausbewegt. Das Brückenglied der Adhäsivbrücke wurde an der Multi-Bracket-Apparatur befestigt. Die Lücken für die spätere restaurative Versorgung der Zähne 12 und 22 wurden gleichmäßig verteilt. Im Unterkiefer wurde der Zahnbogen ausgeformt.































