fallstudien
Knochennekrosen durch orale Bisphosphonate nach Einsetzen eines Zahnimplantats
Die medikamentenassoziierte Osteonekrose des Kiefers (medication-related osteonecrosis of jaw – MRONJ) ist eine seltene Pathologie, bei der, wie der Name besagt, Bereiche mit nekrotischem Knochen entstehen, die im Allgemeinen der oralen Umgebung ausgesetzt und mindestens 8 Wochen lang vorhanden sind.

Klinischer Fall, Vorgehensweise und Folgetherapie
Eine Fallstudie von Eduardo Anitua DDS, MD, PhD
Einleitung
Die medikamentenassoziierte Osteonekrose des Kiefers (medication-related osteonecrosis of jaw – MRONJ) ist eine seltene Pathologie, bei der, wie der Name besagt, Bereiche mit nekrotischem Knochen entstehen, die im Allgemeinen der oralen Umgebung ausgesetzt und mindestens 8 Wochen lang vorhanden sind 1-4. Das Auftreten dieser Läsionen steht meist im Zusammenhang mit der vorherigen Einnahme bestimmter Medikamente. Von diesen sind Bisphosphonate (BPs) die Arzneimittel, bei denen diese ätiopathogene Beziehung am deutlichsten zu erkennen ist. Diese Pathologie wurde auch mit anderen Medikamenten in Verbindung gebracht, z. B. mit dem antiresorptiven biologischen Wirkstoff Denosumab und einigen antiangiogenen Medikamenten 5-8. Bisphosphonate (BPs) sind synthetische Analoga von Pyrophosphat und ihre Hauptfunktion besteht darin, die Osteoklastenaktivität zu hemmen, die Knochenresorption zu reduzieren und die Knochendichte zu erhöhen. Bisphosphonate haben auch eine antiangiogene und entzündungshemmende Wirkung, die die Wundheilung in der Mundhöhle verhindert. Die Halbwertszeit von Bisphosphonaten im Blutkreislauf ist sehr kurz, sie können jedoch mehr als 10 Jahre im Knochengewebe verbleiben 9-11. Wenn Bisphosphonate intravenös verabreicht werden, ist die Wahrscheinlichkeit von OMAM-Komplikationen höher, wenn sich die Patienten Kiefereingriffen mit Knochenmanipulationen unterziehen, und in einigen Fällen kann OMAM bei diesen Patienten sogar spontan auftreten 12,13. Diese Tatsache ist gut dokumentiert und es gibt umfangreiche klinische Evidenz und etablierte Protokolle darüber, wie bei diesen Patienten chirurgische Eingriffe ausgeführt werden sollen.
Die größte Unsicherheit haben wir bei den Patienten, die orale BPs einnehmen, die zahlreicher sind und für die es keine so eindeutigen Hinweise auf ein Verfahren zur Vermeidung von ONJ gibt, wenn orale Eingriffe oder Zahnimplantate durchgeführt werden 14,15. Gemäß den neuesten diesbezüglichen Veröffentlichungen wird die Prävalenz von ONJ bei Patienten, die orale BPs erhalten, auf 0,1 % (10 Fälle/10.000) geschätzt und in 0,21 % (21 Fälle/10.000) der Fälle besteht ein signifikant höheres Risiko ab dem vierten Behandlungsjahr 16-18. Das Risiko ist also gering, aber wir müssen die Behandlung individuell anpassen und immer daran denken, dass solche Komplikationen auch bei oralen Medikamenten auftreten können. Dazu ist es wichtig, eine korrekte Krankengeschichte (Anamnese) des Patienten zu erstellen, um zu wissen, ob und seit wann er Bisphosphonate einnimmt, welcher Art der Eingriff ist, dem er sich unterziehen wird, und um zu wissen, ob er möglicherweise den Knochen schädigt und welche anderen systemischen Begleitumstände den Patienten für eine ONJ anfälliger machen (Diabetes, Einnahme von Kortikoiden oder anderen Immunsuppressiva, entzündliche Gelenkerkrankungen, Tabakkonsum u. a.). Im folgenden klinischen Fall stellen wir eine Patientin vor, die einer Explantationsbehandlung (aufgrund einer Periimplantitis) mit anschließender Insertion neuer Implantate unterzogen wurde und bei der aufgrund der Einnahme von oralen Bisphosphonaten ONJ auftrat. Darin beschreiben wir den Ablauf nach dem Auftreten der ONJ und die Rehabilitation nach ihrer Heilung, wiederum mit Zahnimplantaten.


















