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Ist eine zeitgemäße minimalinvasive Augmentation und Implantation analog möglich?

Haben sich die Entscheidungen und Schritte des damaligen Konzepts bewährt? Dr. Georg Taffet lässt die pip-Leserinnen und -Leser hier an den Ergebnissen nach einer Verlaufszeit von mehr als fünf Jahren teilhaben.

2 Min. Lesezeit
Abb. 15 Die Papillen und die zervikale Gingiva sind nach fünf Jahren maturiert, stabil und entzündungsfrei.

Natürlich nutze ich die Möglichkeiten der digitalen Röntgendiagnostik. Aber brauche ich immer Bohrschablonen und digitale Navigation? Brauche ich immer ein Zirkonoxidabutment? „Wer hofft, dass die verwendeten Materialien das Problem lösen, ist auf dem Holzweg: Nur der Zahnarzt kann mit gesundem Menschenverstand, Erfahrung und mit Hilfe der von ihm entsprechend ausgesuchten Materialien und Techniken das Problem lösen!“ (Pierpaolo Cortellini).

Erstveröffentlichung: Dental Barometer 02/2017. Haben sich die Entscheidungen und Schritte des damaligen Konzepts bewährt? Dr. Georg Taffet lässt die pip-Leserinnen und -Leser hier an den Ergebnissen nach einer Verlaufszeit von mehr als fünf Jahren teilhaben.

Der Fall

Vor fast sechs Jahren stellte sich eine Patientin in meiner Praxis vor, die mir eine echte Herausforderung mitbrachte: Sie hatte nach einem Frontzahntrauma den Zahn 31 verloren und wünschte Ersatz. Das Trauma und die danach über mehrere Jahre getragene, schleimhautgestützte Klammerprothese hatten einen massiven Knochendefekt verursacht. Wir ersetzten den fehlenden Zahn durch ein 3,3 mm Implantat und versorgten gleichzeitig den Knochendefekt auf eine eher unorthodoxe Art.

Implantation

Nach sorgfältiger Überlegung und abwägen von möglichen Risiken haben wir uns gemeinsam mit der Patientin für ein einzeitiges, minimalinvasives Vorgehen entschieden. Das von uns seit mittlerweile mehr als 20 Jahren in der Praxis angewandte „Biologische Breite Protokoll“ führt zuverlässig zu langzeitstabilen Ergebnissen: Es gibt keine tiefen Zahnfleischtaschen um die Implantate herum, diese werden mit der Schulter 1 mm unter der approximalen Papille gesetzt. Die sichtbaren vestibulären und lingualen Bereiche werden nach der Osseointegration intraoral zahnanalog präpariert und ebenfalls etwa 1 mm subgingival versenkt. Abformung erfolgt ebenfalls zahnanalog mit Retraktionsfäden und Hydrocolloid. Gerne kann aber auch gescannt werden. Auf Zirkonabutments verzichten wir prinzipiell gerne, sowohl aus finanziellen Gründen als auch aus Stabilitätsgründen..

Abb. 1 Massiver vestibulo-lingualer Kieferkammdefekt.
Abb. 2 Imponierender vertikaler Kieferkammdefekt.
Abb. 3 Knochendefekt erkennbar im DVT.
Abb. 4 Aus dem Kinn apikal von 32 wurde ein filigraner Knochenring entnommen, …
Abb. 5 … der vorsichtig auf das Implantat gedreht wurde.
Abb. 6 Minimalinvasiv aufgeklappt, das Implantatbett gebohrt, das Implantat in die prothetisch richtige Position eingedreht.
Abb. 7 Der Restdefekt mit partikuliertem Knochenregenerationsmaterial gefüllt, der Gesamtbereich mit einer sorgfältig zugeschnittenen Kollagenmembran gedeckt.
Abb. 8 Die Schleimhaut wurde sorgfältig in Position gebracht, auf einen speicheldichten Verschluss keinen Wert gelegt und es erfolgte keine Periostschlitzung. Teilweise liegt die Kollagenmembran frei.
Abb. 9 Die Heilung erfolgte wie erwartet, gemäß „Open Healing Protokoll“ (Taffet).
Abb. 10 Sechs Monate später wurde das Abutment eingesetzt.
Abb. 11 Das Implantat wird gemäß „Biologische Breite Protokoll“ (Taffet) präpariert, die Schulter an den Verlauf der Gingiva angepasst. Es entstehen keine tiefen Zahnfleischtaschen, wie es der Fall bei den gängigen Protokollen ist, bei denen die Implantate tief subgingival sitzen. Der gedrehte Nachbarzahn wird auf Bitte der Patientin aus ästhetischen Gründen mitpräpariert.
Abb. 12 Damit das Titanabutment nicht durchscheint, wurde für das Implantat auf Zahn 31 eine Metallkeramikkrone hergestellt und für den Zahn 41 eine vollkeramische Teilkrone.
Abb. 13 Krone und Teilkrone unmittelbar nach dem finalen Einbringen. Die Papillen sind noch defizitär.
Abb. 14 Fünf Jahre später erkennt man eine entzündungsfreie, gestippelte Schleimhaut.
Abb. 15 Die Papillen und die zervikale Gingiva sind nach fünf Jahren maturiert, stabil und entzündungsfrei.

Bildbeschriftungen im Vollbildmodus

Ergebnis

Wer ein Zirkonoxidabutment für ein 3,3 mm dickes Implantat genauer betrachtet, wird wissen, warum ich Bedenken habe, unter Verwendung eines solchen heute das Fünf-Jahres-Follow-Up des Falls präsentieren zu können: Die Verschraubung misst rund 1 mm im Durchmesser. Das duktile Titan hält auch bei diesen Dimensionen einiges an Beißkräften aus. Ob Zirkon das auch tut?

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