fallstudien
Minimal-invasive Sanierung eines parodontal erkrankten Patienten. Ein Fallbericht.
Einführung Minimalinvasive Techniken in der Implantologie werden immer häufiger eingesetzt. Insbesondere bei vertikal und horizontal stark atrophierten Kieferknochen mit geringem ortsst…

Die Rehabilitation eines parodontal erkrankten Patienten mit Implantaten ist für den Behandler immer eine Herausforderung. Die Versorgung mit minimalinvasiven Techniken wie kurze und schmale Implantate erlaubt, selbst bei hochkomplexen Fällen eine einfache Vorgehensweise für den Implantologen.
Der folgende Fallbericht erläutert die schrittweise Rehabilitation mit einer solchen Behandlung.
Einführung
Minimalinvasive Techniken in der Implantologie werden immer häufiger eingesetzt. Insbesondere bei vertikal und horizontal stark atrophierten Kieferknochen mit geringem ortsständigen Knochenvolumen sind kurze und schmale Implantate entscheidend1-3. Eine Sofortversorgung mit Implantaten ist bei Parodontitispatienten aufgrund ihrer Pathologie, verbunden mit einer Knochenatrophie, nicht ohne Einschränkungen möglich4-6. Minimalinvasive Techniken können in diesen Fällen ein geringeres chirurgisches Trauma, die langfristige Erhaltung der Gesundheit der Restbezahnung sowie eine höhere Implantatüberlebensrate zur Folge haben6. Herausnehmbare Prothesen oder festsitzende Versorgungen auf natürlichen Zähnen waren lange Zeit bei Patienten mit einer parodontalen Pathologie die Standardtherapie für einen Zahnersatz. Dies wurde durch den Einsatz von Implantaten als häufigste Behandlungsoption abgelöst6-7. Für die Rehabilitation des atrophischen Oberkiefers sind insbesondere kurze und extrakurze Implantate eine häufiger eingesetzte Behandlungsoption. Mit Überlebensraten von über 98 % wird trotz geringer Restknochenhöhe die Vermeidung einer Sinusbodenelevation ermöglicht, und zwar durch einen transkrestalen Zugang8-12. Implantate mit reduziertem Durchmesser sind bei vertikal atrophierten Kiefern eine ähnliche Alternative wie kurze Implantate bei horizontalen Atrophien. Systematische Untersuchungen zeigen bei kleinem Durchmesser (⌀ < 3 mm) Überlebensraten von mehr als 90 % in einem Nachbeobachtungszeitraum von 1 bis 3 Jahren, wobei die Überlebensrate für Implantate mit einem Durchmesser von ⌀ 3 – 3,25 mm mit 93,8 % in einem Nachbeobachtungszeitraum von 1 bis 5 Jahren höher liegt13-17.
Publikationen berichten auch über den Einsatz von kurzen Implantaten mit kleinerem Durchmesser. In einer 2018 veröffentlichten Übersicht wird gezeigt, dass Implantate mit einer Länge < 7 mm und einem Durchmesser < 3,5 mm eine ähnliche Überlebensrate im Nachbeobachtungszeitraum bis zu 3 Jahren haben wie Implantate mit einer Standardlänge bei einem marginalen Knochenverlust von 0,5 mm18. Unsere Studiengruppe hat in mehreren Studien kurze sowie auch schmale Implantate eingesetzt und ähnliche Überlebensraten wie bei Standardimplantatlängen und -durchmessern festgestellt. In komplexen Fällen mit sowohl horizontalen als auch vertikalen Atrophien könnte eine Kombination beider Therapieansätze die Lösung für die weniger vorhersehbaren regenerativen Knochenaufbautechniken sein. Auch der Erhalt des natürlichen Gebisses bietet langfristige Vorteile in Bezug auf Propriozeption und Okklusion, die berücksichtigt werden sollten. Im folgenden klinischen Fall wird eine Rehabilitation mit kurzen, extrakurzen und schmalen Implantaten vorgestellt, sowie ein konservativer Ansatz für die von Parodontitis betroffenen Zähne, um eine langfristige Stabilität der Implantate und der Zähne zu erreichen.







































