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Prothetische Implantatversorgung mittels DIGIT-Technik

In der Zahnarztpraxis stehen verschiedene Technologien und Techniken zur Verfügung, die Arbeitsabläufe vorhersehbar und strukturiert gestalten lassen. In der Implantologie können wir uns auf die geführte Chirurgie verlassen, die mittels CAD/CAM-Software das Implantat- und Prothetikdesign unterstützt.

Prof. Dr. Alfonso Baruffaldi3 Min. Lesezeit
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Ein konometrisches Konzept

Eine Fallstudie von Prof. Dr. Alfonso Baruffaldi

In der Zahnarztpraxis stehen verschiedene Technologien und Techniken zur Verfügung, die Arbeitsabläufe vorhersehbar und strukturiert gestalten lassen. In der Implantologie können wir uns auf die geführte Chirurgie verlassen, die mittels CAD/CAM-Software das Implantat- und Prothetikdesign unterstützt. Das konometrische Konzept ermöglicht ein Fixieren der Prothesenrestauration auf Implantaten ohne Zementieren, Verkleben oder Verschrauben. Als weitere Vorteile werden das Vermeiden von zusätzlichen Halte- schrauben oder Zementresten sowie die Einfachheit einer Prothesenentfernung genannt.

Im folgenden Fall wurde eine Sanierung des Unterkiefers nach dem DIGIT-Protokoll (Digital Guided Implant Therapy) [1] vorgenommen. Der 72-jährige Patient war zu einem früheren Zeitpunkt im Oberkiefer mit Implantaten versorgt worden. Die klinische Untersuchung ergab einen partiellen Zahnverlust und Zähne mit hohen Lockerungsgraden (Abb. 1-3). Daher sollten die UK-Zähne entfernt und mit festsitzendem implantatgetragenen Zahnersatz versorgt werden.

Im Anschluss an eine DVT-Aufnahme und die digitale Abformung wurde ein virtuelles diagnostisches Wax up durchgeführt, als Referenz diente die vertikale Dimension und Okklusion des Patienten. Auf der Grundlage der Daten wurden sechs Implantate geplant, deren Positionen virtuell in eine Bohrschablone überführt wurden (Abb. 4, 5).

Konometrisches Konzept

Zwischen dem Implantatabutment und der prothetischen Versorgung wird eine Konus-in-Konus-Verbindung zur Fixierung eingebracht. Das System besteht aus konischen, in die Prothese integrierten Sekundärkappen, die in den Zahnersatz zementiert und anschließend mit dem konischen Abutment verbunden werden. Die Retention erfolgt über die Friktion der Konusflächen. Um die für zahnlose Kiefer notwendige Präzision zu erreichen, wurde das DIGIT-Protokoll verwendet [1]. Mithilfe des virtuellen digitalen Wax ups und der Implantatplanung wurden vor der Operation Bilder der intraossären Stifte, die in die Bohrschablone integriert werden und sich an den zum Zeitpunkt des Eingriffs im Mund vorhandenen Zähnen orientieren (Abb. 5), sowie der Abformung für eine provisorische Prothese aus Bio HPP (Abb. 6) erstellt. Der Prozess ist zu 100 % digital, alle Komponenten und das Modell werden mit einem 3D-Drucker hergestellt. Die provisorische Prothese wird aus Bio HPP (bredent) gefräst.

Abb 1: Die Zähne 43-47 und 36-37 fehlen, die restlichen Zähne weisen gingivale Rezessionen und Lockerungsgrade auf.
Abb 2: Schlussbisssituation zum Zeitpunkt der klinischen Untersuchung.
Abb 3: Matching der Datensätze aus DVT und Scan.
Abb 4: Digital geplante Bohrschablone mit Bohrhülsen und Positionierschrauben auf dem Modell.
Abb 5: Die Komponenten vor Einsetzen im Patientenmund.
Abb 6: Tiefziehschiene, welche nach Planung des virtuellen Wax up auf den UK-Zähnen hergestellt wurde.
Abb 7: Implantation über die Bohrschablone nach Extraktion.
Abb 8: Kontrolle der Parallelität der konfektionierten Abutments.
Abb 9: Digitale Abformung mittels Scanbodies.
Abb 10: Einsetzen der provisorischen Prothese.
Abb 11: Definitive Abutments in situ.
Abb 12: Konometrische Käppchen in situ.
Abb 13: Die definitive Prothese wurde mit den konometrischen Käppchen verbunden, der Rand wurde reinigungsfähig kurz gehalten.
Abb 13: Die definitive Prothese wurde mit den konometrischen Käppchen verbunden, der Rand wurde reinigungsfähig kurz gehalten.

Autor

Prof. Dr. Alfonso Baruffaldi

Prof. Dr. Alfonso Baruffaldi

  • 1999-2007: Vertragsprofessor Abteilung MKG- Chirurgie, Universität Parma
  • 2000-2010: Vertragsprofessor für das Fach „Rekonstruktion von Hart- und Weichgewebe in der Oralchirurgie“, Zahnmed. Studiengang, Dozent für Implantologie, Universität Parma
  • 2002-2019: Dozent im Masterkurs Implantologie, Universität Parma
  • Seit 2008: Dozent im Masterkurs Implantologie, Universität Pavia
  • Seit 2010: Dozent für das Fach Implantatprothetik Level II, Universität Pisa
  • 2012: Dozent für Chirurgie Level II, Universität Federico II, Neapel
  • 2013: Dozent für Chirurgie Level II, Universität SUN, Neapel
  • 2013-2016: Tutor für Chirurgie und Implantatprothetik, staatl. Universität Mailand
  • Schwerpunkte Orale Chirurgie und Digitale Prothetik

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