fallstudien
Schmale und extrakurze Implantate
Verbesserungen im Design von Zahnimplantaten, ihrer Morphologie, prothetischen Verbindungen, Belastungsbeständigkeit und Spannungsverteilung haben zur Entwicklung neuer Konzepte wie kurze, extrakurze und schmale Implantate geführt.

Eine retrospektive Fallserie
Verbesserungen im Design von Zahnimplantaten, ihrer Morphologie, prothetischen Verbindungen, Belastungsbeständigkeit und Spannungsverteilung haben zur Entwicklung neuer Konzepte wie kurze, extrakurze und schmale Implantate geführt [1,2]. Kurze und extrakurze Implantate kommen bei horizontaler, vertikaler oder kombinierter Atrophie des Ober- oder Unterkiefers zum Einsatz. Neben den klassischen Augmentationstechniken zum Aufbau des Kieferkamms bieten extrakurze oder durchmesserreduzierte Implantate in diesen Fällen eine alternative Behandlungsoption [3,4].
Als extrakurze Implantate zählen Implantate mit einer Länge unter sieben Millimetern, wobei unterschiedliche Klassifizierungen zu Abweichungen führen können [3]. Größere Unterschiede treten bei der Definition von „schmalen“ bzw. durchmesserreduzierten Implantaten auf. In einigen Studien werden Implantate mit einem Durchmesser von weniger als 3,5 mm und in anderen von weniger als 3,3 mm als schmal kategorisiert, solange es sich um zweiteilige Implantate handelt, die eine konventionelle Rehabilitation ermöglichen und bei denen Komponenten in die Implantatverbindung eingeschraubt werden können [5-9]. Diese längen- und durchmesserreduzierten Implantate waren in den letzten Jahren Gegenstand von Untersuchungen, um einen Vergleich der Implantatüberlebensrate und des krestalen Knochenverlusts mit Implantaten „konventioneller“ Länge und Durchmesser zu ziehen. Pommer et al. (2018) veröffentlichten eine Metaanalyse [9], in der Implantate mit einer Länge von weniger als sieben Millimeter und einem Durchmesser von weniger als 3,5 mm untersucht wurden. Hier zeigten extrakurze Implantate (zwischen vier und 5,4 Millimeter) und kurze Implantate (5,5 und 6,5 mm) vergleichbare Ergebnisse mit Überlebensraten von 95,1 % bzw. 96,4 %. In dieser Studie konnte auch gezeigt werden, dass die Implantate mit einer Länge von 5,5 und 6,5 mm im Unterkiefer eine höhere Implantatüberlebensrate erzielten als im Oberkiefer.
Ebenso wurde beobachtet, dass Implantate mit einem kleineren Durchmesser (zwischen drei und 3,25 mm) eine signifikant geringere Überlebensrate aufweisen als Implantate mit einem Durchmesser über 3,25 mm (94,3 % gegenüber 97,7 %), mit statistisch signifikanten Unterschieden von p < 0,001. Diese Daten legen nahe, dass der Einsatz von kurzen Implantaten (5,5-6,5 mm) und durchmesserreduzierten Implantaten (2,5-3 mm) weiter zu erforschen ist. Das Ziel dieser retrospektiven Studie ist es, diese Implantate im Ober- und Unterkiefer zu untersuchen, um ihre Überlebensrate und den Knochenverlust in Abhängigkeit von der anatomischen Lage bestimmen zu können.
Material und Methode
Die Patientenrekrutierung für extrakurze (5,5 und 6,5 mm) und durchmesserreduzierte (2,5 und 3 mm) Implantate erfolgte im Zeitraum von Dezember 2019 bis Dezember 2020. Das Screening der Patienten erfolgte vor der Implantation anhand diagnostischer Modelle, einer intraoralen Untersuchung und eines DVTs, das anschließend mit einer speziellen Software (BTI-Scan III) analysiert wurde. Um die nachfolgende Rehabilitation optimal planen zu können, wurde zusätzlich ein diagnostisches Wax up erstellt, auf dessen Grundlage eine chirurgische Schablone erstellt wurde. Eine Stunde vor der Implantation erfolgte die antibiotische Prämedikation mit 2 g Amoxicillin oral und 1 g Paracetamol oral (als Schmerzmittel). Anschließend wurden die Patienten alle acht Stunden mit 500-750 mg Amoxicillin (gewichtsabhängig) für einen Zeitraum von fünf Tagen behandelt. Die Implantation erfolgte durch denselben Chirurgen nach der Technik des biologischen Bohrens, bei niedriger Drehzahl und ohne Kühlung [10-12]. Der marginale Knochenverlust wurde auf der letzten periapikalen Röntgenaufnahme mit einem Follow up Positionierer gemessen. Nach der digitalen Röntgenaufnahme wurde diese mithilfe einer speziellen Software (Digora für Windows, Soredex Digital Imaging Systems) anhand einer bekannten Länge im Röntgenbild, z. B. des Zahnimplantats, kalibriert. Nach Eingabe des Kalibrierungsmaßes führt das Programm eine Berechnung auf Basis dieses Maßes durch, um die Vergrößerung zu eliminieren und lineare Messungen ohne diesen Fehler durchzuführen. Der krestale Knochenverlust wurde an zwei Punkten gemessen: mesial und distal jedes Implantats.
















