fallstudien
Sofortversorgung im ästhetisch sensiblen Frontzahnbereich mit einem Symbionic Tooth
Bei Implantatversorgungen im ästhetisch sensiblen Frontzahnbereich ist mit zunehmender Funktionsdauer häufig eine Weichgewebsrezession zu beobachten.

Eine Fallstudie von Dr. Federico Avesani
Bei Implantatversorgungen im ästhetisch sensiblen Frontzahnbereich ist mit zunehmender Funktionsdauer häufig eine Weichgewebsrezession zu beobachten. Das Ausmaß dieser Rezession variiert patientenindividuell und kann zu ästhetischen Beeinträchtigungen führen, typischerweise in Form eines Grauschimmers im Bereich des Kronenrandes. Bei Patienten mit dünnem gingivalem Biotyp, die etwa ein Drittel der Patienten ausmachen, tritt dieses Problem besonders deutlich zutage.
Im vorliegenden Fall wurden Symbionic Teeth als Versorgungskonzept für den Ersatz eines Frontzahns gewählt. Symbionic Teeth sind eine konsequente Weiterentwicklung von Zahnimplantaten. Sie zeichnen sich dadurch aus, dass sie ähnlich wie natürliche Zähne eine Schutzbarriere im Weichgewebe ausbilden [3-5]. Dadurch können Weichgewebsrezessionen deutlich reduziert oder sogar vermieden und folglich stabile ästhetische Resultate gewährleistet werden, wie in klinischen Langzeitstudien gezeigt wurde [1, 2]. Bei Symbionic Teeth handelt es sich um wurzelförmige Medizinprodukte mit einem enossalen und einem transmukosalen Anteil, die im Kieferknochen verankert und mit Kronen versorgt werden.
Ausgangssituation und Planung
Der Patient wies eine Endo-Paro-Läsion mit passiver Extrusion des wurzelbehandelten Zahns 21 sowie prothetische Komplikationen auf. Deshalb wurde die Extraktion des Zahns mit anschließender Sofortinsertion eines Symbionic Tooth und provisorischer Kronenversorgung geplant (Abb. 1, 2). Ziel war es, neben der Wiederherstellung der Kaufunktion auch die ursprüngliche Ästhetik bestmöglich zu rekonstruieren.
Zu diesem Zweck wurde zunächst die alte Krone im Bereich 21 auf Weichgewebe- und Kontaktpunktniveau in mesiodistaler sowie bukko-oraler Richtung vermessen. Die Schulter des einzusetzenden Symbionic Tooth musste ausreichend groß sein, um eine Krone mit vergleichbaren Dimensionen tragen zu können. Hierfür erwies sich die Schultergröße „Medium“ mit einem Durchmesser von 6,2 mm als am besten geeignet. Der enossale Durchmesser für diese Schultergröße beträgt 4,5 mm. Um eine korrekte vertikale Positionierung der Schulter auf Weichgewebeniveau sicherzustellen, wurde die Weichgewebsdicke bestimmt, welche 3,5 mm betrug. Das Knochenangebot in der zu versorgenden Region wurde röntgenologisch in apiko-koronaler Richtung bewertet, um die optimale enossale Länge des Symbionic Tooth zu bestimmen (Knochenvolumen von 21 mm Höhe und 9 mm Breite). Es wurde eine enossale Länge von 13,0 mm gewählt, um über die Basis der Extraktionsalveole und den basalen Knochen ausreichend Primärstabilität erzielen zu können.



















