fallstudien
Stabile Schnittstellen zwischen Praxis und Labor
Am vorliegenden Fallbeispiel sollen die Vorteile einer digitalen Vorplanung mit navigierter Implantation bei minimalinvasiven Sofortversorgungskonzepten gezeigt werden.

Vorteile der präzisen Vorplanung und navigierten Implantologie via erfolgreicher Softwarelösung
Am vorliegenden Fallbeispiel sollen die Vorteile einer digitalen Vorplanung mit navigierter Implantation bei minimalinvasiven Sofortversorgungskonzepten gezeigt werden. Der Schnittstelle zwischen der chirurgischen und zahntechnischen Planung kommt eine Schlüsselfunktion zu. Bei der Patientin erfolgte die Versorgung einer Freiendsituation im rechten Oberkiefer von 13 bis 17 auf drei Implantaten mittels navigierter Implantation und Sofortversorgung und einer festsitzenden implantatgetragenen langzeitprovisorischen Brücke.
Die 72-jährige Patientin Monique stellte sich mit einer klassischen Freiendsituation von 14 bis 17 in der Praxis vor. Der primäre Wunsch der Patientin war ein rascher festsitzender Schluss der ästhetisch kompromittierenden Lücke (Abb. 1, 2). Da bei ihr aufgrund einer Autoimmunerkrankung (Sjögren-Syndrom) die Speichelproduktion und mit ihr die körpereigene Hemmung des oralen Bakterienwachstums eingeschränkt ist, war von einem erhöhten Risiko für eine Wundheilungsstörung auszugehen. Dessen war sich die Patientin bewusst und äußerte daher explizit den Wunsch nach einem möglichst minimalinvasiven chirurgischen Vorgehen unter Vermeidung komplexer augmentativer Maßnahmen.
Diagnostik und Behandlungsoptionen
Im ersten Termin wurde die Patientin in unserem Fotostudio fotografiert. Die 2D-Fotos (Abb. 3) wurden im Rahmen der prothetischen Planung mit Smile Creator (exocad) benötigt. Die Standarddiagnostik mit Intraoralscan und DVT (Abb. 4, Abb. 5) zeigte in regio 15 bis 17 zwar ein reduziertes, aber für eine Sofortimplantation ausreichendes Knochenangebot. Der endodontisch versorgte Zahn 13 zeigte eine deutlich über den Apex hinaus reichende Wurzelfüllung sowie eine apikale Aufhellung auf. In Absprache mit der Patientin entschied man sich für die Entfernung des Zahnes.
Die Patientin hatte von einem anderen Zahnarzt bereits einen Behandlungsvorschlag erhalten. Dieser sah einen externen Sinuslift sowie eine laterale Augmentation des Kieferkamms im Rahmen der implantologischen Versorgung vor. Diese Lösung entsprach nicht dem Wunsch der Patientin nach einer minimalinvasiven festsitzenden Versorgung. In diesem Fall formulierten wir zusammen mit der Patientin das Ziel, im Rahmen eines einzigen minimalinvasiven Eingriffs eine sofortige, wenn auch zunächst langzeitprovisorische Wiederherstellung von Funktion und Ästhetik zu erreichen.
Planung
Zunächst erfolgte eine Visualisierung des prothetischen Endergebnisses mittels Smile Creator. So konnte bereits zu Beginn der Behandlung das ästhetische Outcome mit der Patientin abgestimmt werden. Die digitale Planung der aus chirurgischen wie auch prothetischen Gesichtspunkten idealen 3D-Implantatpositionen erfolgte mittels der Implantatplanungssoftware exoplan (exocad) auf Basis der Daten des DVT und der Intraoralscans (Abb. 5-7). Dabei bestand die Herausforderung darin, die Sofortimplantation in regio 13 mit den beiden anderen Implantationen so zu planen, dass der vorhandene Knochen im Sinne einer ausreichenden Primärstabilität für eine Sofortbelastung durch eine langzeitprovisorische Sofortversorgung mittels einer implantatgetragenen Brücke optimal ausgenutzt wird. Dabei wurde ein Implantat (L: 10 mm, Ø 3,3 mm) genau vor dem Sinus an 15 positioniert und das zweite Implantat (L: 8 mm, Ø 4,1 mm) in regio 17 geplant (Abb. 8). Hierbei waren die Warnhinweise und die von der Software angezeigten Sicherheitsabstände hilfreich.


















