fallstudien
Vier-Quadranten-Rehabilitation nach parodontal-funktioneller und kariöser Schädigung
Einhergehend mit kariösen wie auch nichtkariösen Zahnhartsubstanzdefekten zeigt sich vielmals ein Verlust an vertikaler Dimension und/oder vermehrt das Auftreten einer Malokklusion. Der Artikel soll daher den primären negativen Einfluss okklusaler Disharmonien, meist verbunden mit einem Anstieg des Stresslevels im Körper und einer daraus resultierenden erhöhten Parafunktion wie Pressen und Knirschen, wie auch die sekundär bedingten, kompromittierenden Auswirkungen auf benachbarte Strukturen, unter anderem Kopfhaltung, Halswirbelsäule, Schultergürtel, aufzeigen.

Eine Fallstudie von Dr. med. dent. Sven Egger, M.Sc., M.Sc. und Prof. Dr. med. dent. Markus Greven, M.Sc., MDS, PhD
Einhergehend mit kariösen wie auch nichtkariösen Zahnhartsubstanzdefekten zeigt sich vielmals ein Verlust an vertikaler Dimension und/oder vermehrt das Auftreten einer Malokklusion [6]. Der Artikel soll daher den primären negativen Einfluss okklusaler Disharmonien, meist verbunden mit einem Anstieg des Stresslevels im Körper und einer daraus resultierenden erhöhten Parafunktion wie Pressen und Knirschen, wie auch die sekundär bedingten, kompromittierenden Auswirkungen auf benachbarte Strukturen, unter anderem Kopfhaltung, Halswirbelsäule, Schultergürtel, aufzeigen.
Aufgrund des immer höher werdenden Anteils von Patienten mit Abrasionen, Attritionen, Erosionen und/ oder Parafunktionen steht der in diesem Artikel vorgestellte Behandlungsansatz stellvertretend für ein minimalinvasiv [13] und okklusions-prophylaktisch orientiertes Behandlungskonzept [6e].
Ziel ist eine Sicherung der statischen Okklusion und Gewährleistung einer interferenzfreien, dynamischen Okklusion [6d,9,10,11]. Vor dem Hintergrund, dass auf Gelenkebene lediglich ein Spielraum von 0,6-0,8 mm vorliegt [6a,6b] und die Taktilität des Kausystems noch empfindsamer reagiert (0,02-0,03mm, [6c]) ist dies von zentraler Bedeutung bei der Rekonstruktion von Zähnen/ Kauflächen. Daher wird eine Defensivgestaltung der Kauflächen angestrebt, um bei Parafunktion, welche primär nicht als Pathologie, sondern als Stressventil des Patienten zu betrachten ist, das Risiko einer Überlastung und Schädigung des Kauorgans zu minimieren.
Erhöhung der vertikalen Dimension
Eine Erhöhung oder auch Absenkung der vertikalen Dimension stellt bei Myoarthropathien, fehlenden Zähnen sowie parodontaler Entzündung mit Attachmentverlust eine große Herausforderung dar. Diese erhöht sich, wenn in einem Kiefer ein festsitzender implantatgetragener Zahnersatz unter Auflösung der Stützzonen vorgesehen ist [6d]. Nachfolgend soll nun im Rahmen eines synoptischen Behandlungskonzepts gezeigt werden, wie diese komplexe Aufgabe gelöst wird. Im Fokus stehen hierbei Funktion, Phonetik und Ästhetik [1,5].
Patientenfall
Die Patientin stellte sich mit einem sanierungsbedürftigen, parodontal geschädigten Gebiss vor (Abb. 1-4). Der Erstbesuch mit Erhebung der allgemeinmedizinischen Anamnese fand am 21.06.17 statt.
Die Patientin war zu diesem Zeitpunkt 71 Jahre alt. In der allgemeinen Anamnese sind insbesondere eine Herzoperation, der sechs Jahre zurückliegende Apoplex und die Einnahme von Blutdrucksenkern und Herzinsuffizienz- Präparaten hervorzuheben.









