fallstudien
Vollkeramischer Implantatersatz bei parodontal stark vorgeschädigten Frontzähnen
Zweiteilige Keramikimplantate kommen aufgrund sehr guter biologischer und materialtechnischer Eigenschaften immer mehr in den Fokus der klinischen Anwendung.

Eine Fallstudie von Dr. med. Dr. med. dent. Thomas Mehnert
Zweiteilige Keramikimplantate kommen aufgrund sehr guter biologischer und materialtechnischer Eigenschaften immer mehr in den Fokus der klinischen Anwendung. Aufgrund der geringen Plaqueakkumulation und der sehr guten Weichgewebsakzeptanz ist der Einsatz von Keramikimplantaten gegenüber Titanimplantaten bei parodontal kompromittierten Patienten bevorzugt in Erwägung zu ziehen. Anhand eines klinischen Falles wird der erfolgreiche Einsatz von zweiteiligen Keramikimplantaten gezeigt.
Falldarstellung
Eine 59-jährige Patientin stellte sich, nach guter Erfahrung mit einer vorausgegangenen Implantation eines Keramikimplantates in regio 26 mit Sinuslift, erneut in unserer kieferchirurgischen Praxis vor. Die stark parodontal geschädigten Zähne 11, 21 (Stadium III S3 Leitlinie von 12/2020) waren trotz vorheriger Knochenaufbaumaßnahmen durch eine profilierte FZÄ für Parodontologie nicht erhaltungswürdig (Abb. 1, 2).
Ein Brückenersatz war aufgrund des Knochenrückgangs an den Nachbarzähnen riskant. Nach Hygienisierung und parodontaler Vorbehandlung des Gebisses entschieden wir uns für zweiteilige Keramikimplantate (Zeramex XT, Dentalpoint AG).
Chirurgische Phase
Drei Monate nach Extraktion der Zähne 11, 21 und Exkochleation der Alveolen wurde die Region 11, 21 eröffnet und es erfolgte die Inkorporation zweiteiliger Keramikimplantate XT (ø 4,2 x L 12 mm) nach den Richtlinien der Implantation im Frontzahnbereich und unter Einhaltung des Bohrprotokolls der Herstellerfirma. Die vertikale Einbringtiefe orientiert sich neben der Schleimhautdicke an dem krestalen Knochen der Nachbarzähne.
Die Einbringtiefe ist bei diesem Implantat aufgrund des speziellen thermischen Ätzverfahrens im Kragenbereich wahlweise zwischen 1,6 und 0,6 mm suprakrestal möglich (Abb. 3, 4). Gleichzeitig erfolgte ein horizontaler Knochenaufbau mit einem Gemisch aus autologen Knochenspänen (retromolarer UK), xenogenem Knochenersatz (Bio-Oss, Geistlich Biomaterials) und Membran (Jason, Straumann) (Abb. 5). Nach vier Monaten erfolgte die Freilegung unter Verwendung von PEEK-Gingivaformern (Abb. 6).
Prothetische Phase
Nach längerer antiphlogistischer Therapie der periimplantären Gingiva mit CHX aufgrund vorangegangener, rezidivierender Blutungen erfolgte die Abformung und die Herstellung individueller Gingivaformer auf Grundlage des mit der Zahnfleischmaske versehenem Meistermodells (Abb. 7).
















