Zum Hauptinhalt springen
pip

Fotostories

Dynamische Navigation zur gezielten Nutzung des Knochenreservoirs

Neue (zahn-)medizinische Entwicklungen, beschleunigt durch die Digitalisierung und Technisierung, bleiben nicht ohne Folgen für das Gesundheitssystem – insbesondere für die zahnmedizinische Versorgung.

pip Redaktion6 Min. Lesezeit
fotostory_1_2025_aufmacher_bild

Implantologische Konzepte in 60 Minuten

Neue (zahn-)medizinische Entwicklungen, beschleunigt durch die Digitalisierung und Technisierung, bleiben nicht ohne Folgen für das Gesundheitssystem – insbesondere für die zahnmedizinische Versorgung. Sie ermöglichen eine Neujustierung bisheriger Behandlungsprozesse und Versorgungsformen – auch in der navigierten Chirurgie, Implantologie und Implantatprothetik. Von den damit einhergehenden Vorteilen, wie beispielsweise bei dem dargestellten 60-Minuten-Konzept mit dynamisch geführter Chirurgie, profitieren Zahnarzt und Patientin als auch die Kommunikation in der Zahnarzt-Patienten-Beziehung.

Die 51-jährige Patientin mit hoher Lachlinie erschien mit einer Fraktur des Zahnes 15 in unserer Praxis. Obwohl der Zahn tief subgingival frakturiert und perkussionsempfindlich war, bestand keine Enzündung rund um die Gingiva. In der Funktion zeigten sich mit einer frühen Extraktion der Oberkieferprämolaren im I. und II. Quadranten, Lücken-, Bukkal-, Drehständen und Kippungen, eines Kreuzbisses im I. Quadranten eine abgestützte, aber nicht normrechte Klasse II mit Schmelzrissen und Schlifffacetten, aber ohne Beschwerden (Abb. 1-6). Die gesunde klinische Situation erlaubte eine positive Prognose – insbesondere die ästhetischen Ansprüche der Patientin betreffend. 2013 war bereits ein Implantat regio 26 (NobelActive) gesetzt worden (Abb. 7, 8). Es galt zunächst, nach röntgenologischer Diagnostik und Planung, den Zahn 15 schonend zu extrahieren und mit einer Clearsprint-Prothese zu versorgen (Abb. 9-12). Die Alveole wurde mithilfe eines Kollagenpfropfens stabilisiert (Abb. 13-14). Nach zwei Monaten wurde das N1 TiUltra TCC Implantat (4.0 x 15 mm, Nobel Biocare) mittels dynamisch geführter Chirurgie mit X-Guide (Nobel Biocare) gesetzt und direkt eine vorab via Datenmatching erstellte provisorische Krone (SprintRay, Nobel Biocare) mit angepasstem Emergenzprofil eingeschraubt (Abb. 15-31). Vier Monate später war nach Scan die definitive Zirkonoxidkrone angefertigt (Abb. 32-51) und eingesetzt worden (Abb. 52-59). Final zeigte sich eine ästhetische sichere Versorgung, welche dank einer abgestimmten Komposition von Arbeitsabläufen, effizient eingesetzter Technik und hochwertigen Materialen alle zufrieden stellte (Abb. 60-62).

Abb 1: Ausgangssituation, Zustand nach tiefer Fraktur des Zahnes 15 ohne Entzündungszeichen.
Abb2: Mit der hohen Lachlinie waren die ästhetischen Ansprüche erhöht.
Abb 3: Im II. Quadranten fehlte der Zahn 24. 26 war mit einer Krone versorgt.
Abb 4: Gesunde befestigte Gingiva, leichte Rötung der Gingiva an der tiefen Fraktur des Zahnes 15.
Abb 5: Schliff facetten im Frontzahnbereich, die Zähne 14 und 24 fehlten, Lückenstand 23 zu 25.
Abb 6: 26 war eine implantatgetragene Krone, das Implantat (NobelActive, 5.0 mm) steht seit zehn Jahren funktionsstabil im Kiefer
Abb 7: Das Implantat regio 26 wurde mit externem Sinuslift chirurgisch aufwendig im Jahr 2013 inseriert …
Abb 8: … und mit einer Krone versorgt, die immer noch mit Implantat ästhetisch und funktionsfähig ist.
Abb 9: Digitale Implantatplanung, ein N1 TiUltra TCC RP (Nobel Biocare) 4.0 mm x 15 mm inklusive N1 Abutment wurden ausgewählt.
Abb 10: 3D-Planung der Kronenversorgung nach Scan der Kiefer (Dexis, Nobel Biocare).
Abb 11: SmartSetup (Nobel Biocare) via Software (DTX Studio Clinic).
Abb 12: Der Wurzelrest wurde in toto entfernt, keine Anzeichen für Entzündungen apikal.
Abb 13: Stabilisierung der Alveole mithilfe eines Kollagenpfropfens (Bio- Plug, PDM, Biohorizons) und Naht.
Abb 14: Zustand nach Extraktion des frakturierten Zahnes 15, die Lücke wird für zwei Monate mit einer Clearsplint-Prothese versorgt.
Abb 15: Nach zwei Monaten wurde der Situs erneut eröffnet, es sollte dynamisch navigiert mittels X-Guide implantiert werden.
Abb16: Sukzessive wurden die (Vor-)Bohrungen nach Kalibrierung des Sondenwerkzeugs in dynamischer Navigation durchgeführt.
Abb 17: Auf dem Bildschirm war live die optimal geplante Position während der kontrollierten Führung des Winkelstücks zu beobachten.
Abb 18: Erneute Kalibrierung des finales Bohrers zur Aufnahme eines N1 TiUltra TCC RP (Ø 4.0, Länge 15 mm).
Abb 19: N1 benötigt nur zwei Bohrungvorgänge, jeder Bohrvorgang wurde neu kalibriert und navigiert.
Abb 20: Mit der dynamisch navigierten Implantation via X-Guide kann die optimale Position des Implantats im Knochen bis zur Implantatspitze …
Abb 21: … in Echtzeit umgesetzt werden.
Abb 22: Dabei entsprach die Umsetzung der ursprünglichen Planung per Smart Guide (Planungsröntgenbild).
Abb 23: Optimale Implantatposition des N1 TiUltra unter Beachtung der Tarnow’schen Abstandsregeln.
Abb 24: Mobilisation des Lappens, flache Seite der TCC-Verbindung des N1 nach bukkal ausgerichtet.
Abb 25: Einsetzen des provisorischen Abutments für die provisorische N1 Kronenversorgung.
Abb 26: Anprobe der provisorischen Krone nach Einsetzen des provisorischen N1 TCC Abutments mit Schraube (Nobel Biocare).
Abb 27: Umsetzung der Weichgewebsverdickung regio 15 und 16, seitliche Ansicht (Spiegelaufnahme).
Abb 28: Mittels unterschiedlicher Nahttechniken wurden die beiden 35 Lappen optimal am Zahn/Implantat gehalten.
Abb 29: Die transmukosale Gestaltung des Abutments kann die periimplantäre biologische Breite beeinflussen. Ein schlankes …
Abb 30: … Emergenzprofil wie des N1 hat viele Vorteile. Ein flaches und breites Austrittsprofil hingegen führt gemäß …
Abb 31: … Souza et al. (2018) zu einer apikalen Verschiebung der periimplantären biologischen Breite und zu mehr Knochenverlust.
Abb 32: Zustand nach zwei Monaten Einheilzeit mit provisorischer Versorgung (Krone und Abutment).
Abb 33: Ansicht von lateral, periimplantärer und bukkaler Volumengewinn von Weichgewebe in Richtung kaudal.
Abb 34: Gesundes, dickes und gut durchblutetes Emergenzprofil stellte gute Bedingungen für den Implantaterfolg.
Abb 35: Einsetzen des N1 Positionsgebers für den Scan (Diagnocam, KaVo).
Abb 36: Der schmale Ansatz der Diagnocam ermöglicht eine Rundum- Erfassung ohne Beeinträchtigung des Patienten.
Abb 37: Via Foto und Farbscala erfolgte die Farbestimmung im Labor (Elabprime).
Abb 38: Freigabe der 3D-Daten für den Zahntechniker in dem virtuellen Behandlungsraum.
Abb 39: Via Software Design der Krone mit den Datensätzen des Patienten und Implantatherstellers (Nobel Biocare).
Abb 40: Datenmatching: Einfügen der designten Krone auf optimaler Position in die Zahnreihe.
Abb 41: N1 Komponenten: Provisorische Krone, Universal Abutment N1 TCC und Implantatschraube.
Abb 42: Abutment und Zirkonoxidkrone verklebt.
Abb 43: Einfügen des Laborimplantatanaloges mit der Insertionshilfe IOS Implantatreplika (N1).
Abb 44: Die Gingivamaske am PEEK-Modell spiegelte die periimplantäre Weichgewebsituation wider.
Abb 45: An- und Einprobe der Zirkonoxidkrone am Modell.
Abb 46: Farbindividualisierung der finalen Krone.
Abb 47: Finale Glanzbrandschicht via transparentem Fusion-Lithiumsilikatspray für Zirkonoxid und finalisiertes Abutment.
Abb 48: Imprägnierung mit den Visio.lign.primers (bredent): Das Abutment mit dem MKZ-Primer und …
Abb 49: … die Krone mit dem Keramikprimer (K-Primer).
Abb 50: Politur der Y-TZP Krone nach dem standardisierten Protokoll gemäß Happe et al. 2015, Ziel ist eine Rauigkeit von Ra=0.2 μm.
Abb 51: Finale implantatprothetische Versorgung aus Zirkonoxid mit individualisiertem Emergenzprofil.
Abb 52: Finale Kontrolle auf dem Peek-Modell labside.
Abb 53: Entfernen der provisorischen Krone, Anwendung von CHX-Gel vor Kroneninsertion, gesundes periimplantäres Weichgewebe.
Abb 54: Maschinelles Einsetzen der finalen Krone in Position, kleiner Durchmesser des Schraubenzugangskanals.
Abb 55: Fixierung der Krone mit 20 Ncm in Endposition mittels Drehmomentratsche.
Abb 56: Röntgenkontrolle nach Einsetzen der Krone.
Abb 57: Zustand nach sechs Monaten, die gute Osseointegration sprach für den langfristigen Erhalt der Krone.
Abb 58: Ästhetische und zugleich natürliche Integration der Krone in die Zahnreihe.
Abb 59: Die optimale Implantatposition des N1 und der Krone erlaubt eine ideale Okklusion und Laterotrusion.
Abb 60: In der finalen Rundumschau zeigte sich ein optimales, für die Patientin wegen des abgestimmten und zeitsparenden …
Abb 61: … digitalen und analogen Praxis- und Labor-Workflow des N1 im 60-Minuten-Konzept …
Abb 62: … zufriedenstellendes und erfreuliches Ergebnis, welches die Patientin zum Lächeln anregte.

Autor

Autor

Cookies & Datenschutz

Wir verwenden notwendige Cookies für den Betrieb der Website. Analyse- und Marketing-Dienste laden wir erst nach Ihrer Zustimmung.