Funktion trifft Ästhetik in der funktionellen Zone
In der Fotostory wird ein standardisiertes Praxiskonzept mit dem BTI-Implantatsystem und PRGF-Endoret zur Wundheilung sowie Weichgewebsausformung und -stabilisierung vorgestellt.
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Von Christoph Wenninger
In der Fotostory wird ein standardisiertes Praxiskonzept mit dem BTI-Implantatsystem und PRGF-Endoret zur Wundheilung sowie Weichgewebsausformung und -stabilisierung vorgestellt. Die Patientin hatte den ersten Molaren extrahiert bekommen und wünschte nach Aufklärung eine Implantation. Der Ersatz des ersten Molaren mit einem Implantat stellt eine der häufigsten Implantat-Indikationen in der alltäglichen Praxis dar.
Backward Planning
Ziel der prothetischen Versorgung soll eine zentrale verschraubte Einzelzahnkrone sein – aus verblendetem oder monolithischem Zirkondioxid auf einer Titanbasis mit natürlichem Emergenzprofil. Die Strukturen des Emergenzprofils wie ausreichend gesundes Gewebe, eine stabile Weichgewebsmanschette inklusive einer optimalen Reinigungsfähigkeit sind zur Prophylaxe von periimplantären Erkrankungen von besonderer Bedeutung. In dem vorgestellten Patientenfall werden die analoge und digitale Planung miteinander verbunden, die prothetische Planung wiederum verläuft rein digital.
OPT zur Planung
Ausgangssituation – fehlender Zahn 36 nach Extraktion vor zehn Wochen und Auffüllen der Alveole mit PRGF-Endoret (Spiegelaufnahme).
Nach Abdrucknahme und Modell- herstellung erfolgt das digitale Backward- planning – eingescanntes Modell – ideale Implantatpositionsplanung distal.
Eingescanntes Modell – ideale Implantatpositions- planung bukkal.
Eingescanntes Modell – ideale Implantatpositionsplanung mesiobukkal.
1. Präoperative Planungen:
Konventionelle Abdrucknahme und Herstellung von Modellen
Digitalisierung der Modelle und digitale Planung der exakten Implantatposition sowie der zwei Schablonen inklusive 3D- Druck der Schablonen
Herstellung von zwei Schablonen
Die erste Schablone ist eine sog. Doppelhülsenbohrschablone (DHB abgekürzt), die zur exakten Postionierung der ersten Bohrungen dient. Die zweite Schablone ist eine sog. Prothetische Fixationsschablone (PFS abgekürzt), die zum exakten Einbringen des Implantats und für die intraoperative Abdrucknahme verwendet wird.
2. Operationsablauf:
Klassischer Kieferkammschnitt bis zur Mukogingivalgrenze
Positionierung der Schablone, Kontrolle der exakten protheti- schen Position des Implantats
Erste Schablone, DHB zur exakten Positionierung der ersten Bohrungen
Zweite Schablone, PFS zum exakten Einbringen des Implanta- tes und zur intra-operativen Abdrucknahme
Einbringen des PRGF Endoret zum Wundverschluss, zur besse- ren Wundheilung und zur Weichgewebsstabilisierung
Naht mit konfektioniertem Healingabutment
Per Schablonentechnik hergestellte DHB.
Per Schablonentechnik hergestellte PFS.
Kieferkammschnitt mittig – keine Entlastung.
DHS eingebracht.
Kontrolle erste Bohrung – leicht bukkal – exakte prothetische Position.
Erweiterungsbohrung.
Kontrolle bukkale Wand.
Bohrprotokoll beendet – Einbringen der PFS – Kontrolle der Bohrung.
Einbringen von PRGF-Endoret-Flüssigkeit.
Exakte Ausrichtung anhand des Fadenkreuzes der PFS beim Einbringen des Implantats.
Eingebrachtes Implantat, anschließende Kontrolle der 3D-Position.
Fixierung des Implantates – intraoperativer Abdruck.
Entnommenes fixiertes Implantat.
Einbringen der PRGF-Endoret- Membran.
Exakte Positionierung der PRGF-Endoret-Membran um das Implantat.
Fixation mit Naht.
Nahtentfernung sieben Tage postoperativ.
Kontrolle der Implantatposition von bukkal – Kontrolle der Achse.
Einarbeitung der Implantatposition ins Modell.
Hergestellte Healingabutmentkrone.
3. Heilungsphase: Präprothetik
Einarbeitung der Implantatposition ins Ausgangsmodell
Herstellung einer provisorischen sog. Healingabutmentkrone
Sechs Wochen Heilungsphase
Einarbeitung der Implantatposition ins Ausgangsmodell
Herstellung einer provisorischen sog. Healingabutmentkrone
Sechs Wochen Heilungsphase
4. Prothetik:
Ausheilung des Weichgewebes durch individuelle Healingabutmentkrone
Erreichung eines optimalen Emergenzprofils
Eingliederung einer okklusal-zentral verschraubten, verblendeten Zirkondioxidkrone auf einer Titanbasis
Sechs Wochen Heilungsphase
Eingeschraubte Healingabutmentkrone – bukkal.
Emergenzprofil nach sechs Wochen Ausheilung vor Abdrucknahme.
Emergenzprofil nach sechs Wochen Ausheilung vor Abdrucknahme.
Individueller Abdruckpfosten von okklusal (Spiegelaufnahme).
Individueller Abdruckpfosten von bukkal.
Abdrucknahme mit individuellem Abdruckpfosten.
CAD/CAM-geplanter Zahnersatz.
CAD/CAM-verblendetes Zirkondioxid auf Titanbasis.
Verblendete Zirkondioxidkrone auf Titanbasis.
Verblendete Zirkondioxidkrone auf Titanbasis nach Eingliederung.
Verblendete Zirkondioxidkrone auf Titanbasis nach Eingliederung und Okklusionsprüfung.
Verblendete Zirkondioxidkrone auf Titanbasis, Kontrolle nach vier Wochen.
Ausgeformtes Emergenzprofil nach vier Wochen mit dem Zahnersatz in situ.
Ausgeformtes Emergenzprofil nach vier Wochen mit dem Zahnersatz in situ.
Autor
Dr. Christoph Wenninger MOM, M.Sc.
1987-1993 Studium der Zahnheilkunde an der LMU München
1993-1997 Assistenzzahnarzt in verschiedenen ZA-Praxen
1997 Gründung der Einzelpraxis Dr. Christoph Wenninger in München K 2003 Diplom in Parodontologie der Universität Bern, Schweiz
2005 Master of Oral Medicine in Implantology
2008 Gründung der Praxis für Zahnheilkunde Dres. Wenninger und Helgert
Seit 2011 Tätigkeitschwerpunkt Implantologie DGI
2014 Master of Science in Implantologie und Dentaler Chirugie K Seit 2015 Key Opinion Leader der Firma BTI Deutschland GmbH K Seit April 2017 Spezialist für Implantologie (EDA)
Master of Oral Medicine in Implantology
Master of Science in Implantology and Dental Surgery
Mitglied in der DGZMK, DGParo, DGÄZ, DGI, DGOI, DGFDT