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Zahn- und Kieferfehlstellungsbedingte implantologische Versorgungskonzepte

Muss die exponierte Position der oberen Frontzähne ersetzt bzw. erneuern werden, wird eine möglichst perfekte Wiederherstellung der Funktion und der roten und weißen Ästhetik durch das Behandlungsteam angestrebt.

pip Redaktion5 Min. Lesezeit
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Implantologische Versorgung der Frontzahnreaion

Muss die exponierte Position der oberen Frontzähne ersetzt bzw. erneuern werden, wird eine möglichst perfekte Wiederherstellung der Funktion und der roten und weißen Ästhetik durch das Behandlungsteam angestrebt. Neben funktionellen Einschränkungen können fehlende Oberkieferfrontzähne Beeinträchtigungen im sozialen Umgang mit sich bringen. Von entscheidender Bedeutung für die Langzeitstabilität und den ästhetischen Erfolg sind die dreidimensional optimale Implantatposition, das stabile Volumen des zirkulären Weichgewebes und eine intakte bukkale Knochenlamelle.

Bei der implantatprothetischen Versorgung der Frontzähne im Oberkiefer sind die Parameter Implantatposition, Knochenvolumen, Biotyp und Zustand der Nachbarzähne entscheidend für eine natürlich wirkende Restauration. Für die spätere prothetische Versorgung ist die optimale 3D-Positionierung des Implantats im „ästhetischen Fenster“ wichtig. Grundsätzlich stellt der Ersatz jedes einzelnen Zahns mit einem Implantat die optimale Therapie des Zahnverlusts dar. Im Oberkiefer sind im Hinblick auf die Ästhetik die Implantatabstände zu beachten. Gemäß den Vorgaben (Ueli Grunder) zum interimplantären Abstand der Implantate im Frontzahnbereich zueinander werden Abstände von drei bis fünf Millimeter für die Bildung von Papillen empfohlen und gemäß Tarnow werden 1,5 mm Abstand vom Zahn zum Implantat empfohlen.

In diesem Fall bestand bereits bei Versorgung mit der Frontzahnbrücke ein leichter Kopfbiss, an den der Patient gewohnt war. Auf umfangreiche Maßnahmen zur Bisshebung konnte nach funktioneller Analyse verzichtet werden. Zu weit nach bukkal angulierte oder gesetzte Implantate können zudem Weichgewebsrezessionen nach sich ziehen. Das Risiko der stärkeren funktionellen Belastung war jedoch zu berücksichtigen, weswegen vier Implantate in der Front (regio 12-22) mit systemimmanentem integrierten Platform-Switching geplant wurden.

Ausgangssituation, Abnahme der Frontzahnbrücke nach Fraktur der Pfeilerzähne.
Abb 2: Radiologische Kontrolle.
Abb 3: Schonende Extraktion der Pfeilerzähne.
Abb 4: Einfügen einer modifizierten, dünnen Scheibe resorbierbaren Kollagenvlieses (BioPlug, Camlog).
Abb 5: Zehn Wochen später erfolgt die Implantatplanung via OPG.
Abb 6: Das Operationsgebiet wird zur Implantation eröffnet.
Abb 7: Extraktionsalveolen nach knapp drei Monaten, die Alveolen sind noch erkennbar.
Abb 8: Bohrungen für Conelog Progressive-Line Implantate regio 12/22 (Ø 3,8; L 11 mm) und regio 11/21(Ø 4,3; L 11 mm).
Abb 9: Kontrolle der Bohrungen und der Positionierung der Implantate.
Abb 10: Insertion der Conelog Progressive-Line Implantate, gute Stabilität.
Abb 11: Röntgenkontrolle nach Implantatinsertion.
Abb 12: Die digitale Abformung mittels vorsichtig eingeschraubter Conelog-Scankörper aus Peek …
Abb 13: … verspricht eine schnelle Herstellung des Provisoriums für den Patienten.
Abb 14: Es ist gut zu erkennen, dass noch augmentiert werden muss.
Abb 15: Augmentation mittels Eigenknochen (Bohrspäne), PRF (mectron) und Abdeckung mittels Membran (Ossix).
Abb 16: Die schrittweise Fixation der Gewebelappenenden …
Abb 18: … bis mit zwei zusätzlichen Nähten alle Wundränder genau adaptiert sind.

Fallbericht

Der Patient kam mit abgebrochener Frontzahnbrücke (Abb. 1). Nach Röntgenkontrolle (Abb. 2) stellten sich die Zähne als nicht erhaltungswürdig dar und wurden extrahiert (Abb. 3). Die Alveolen füllten wir mit einem modifizierten Kollagenvlies (BioPlug, Camlog) (Abb. 4). Wegen der hohen Zuverlässigkeit und einem geringen Risiko für Komplikationen wurde das Behandlungskonzept Frühimplantation nach Weichgewebsheilung (Typ 2) ausgewählt. Zehn Wochen später kam er zur Implantation (Abb. 5). Für den zukünftigen Weichteilverlauf ist die Auswahl und eine korrekte dreidimensionale Positionierung der Conelog Progressive-Line Implantate in regio 12/22 (Ø 3,8; L 11 mm) und regio 11/21 (Ø 4,3; L 11 mm) von Bedeutung (Abb. 7-11). Anhand von Conelog-Scankörpern aus PEEK (Camlog) wurde die Situation für ein digital geplantes Provisorium gescannt (Abb. 12-14). Mit PRF (mectron), Eigenknochen und einer Ossix-Membran (Regedent) erfolgte eine Augmentation der bukkalen Bereiche, der OP-Situs wurde mit fünf Knopfnähten spannungsfrei verschlossen (Abb. 15-18). Nach drei Monaten wurden die vier gut eingeheilten Implantate (Abb. 19-23) freigelegt. Eine Vestibulumplastik sorgte für eine Verdickung der bukkalen Mukosa am Implantat (Abb. 24).

Das digital geplante Brückenprovisorium wurde nach Einsetzen der Gingivaformer (Abb. 25) befestigt. 18 Tage später wurde das Provisorium abgenommen und die Primärstabilität der Implantate gemessen (Ostell). Die Werte lagen alle über 78-82 nach ISQ-Scale (Abb. 26-28). Conelog Abformpfosten (Camlog) wurden für eine analoge Abformung eingesetzt und eine Kontrollröntgenaufnahme angefertigt (Abb. 29, 30). Nach Aufsetzen der Repositionierungshilfen auf die Abformpfosten (Abb. 31) erfolgte eine geschlossene Abformung (Abb. 32), anhand derer das bereits mittels des Provisoriums ausgeformte aktuelle Emergenzprofil vom Zahntechniker in die definitive Versorgung übertragen werden wird (Zahntechnik ICC-M, Enrico Ortado).

Abb 19: Drei Monate Einheilzeit später wird der Patient geröngt und …
Abb 20: … nach erfolgreicher Einheilung werden im gut verheilten Operationssitus mehrere …
Abb 21: … Schnitte inklusive vertikaler Entlastung zur Freilegung der Conelog Progressive-Line Implantate gesetzt.
Abb 22: Gute Regeneration des Knochens nach geschlossener Einhei- lung der Implantate.
Abb 23: Vorsichtige Freilegung der Implantate.
Abb 24: Vestibulumplastik zur Verdickung der labialen Mukosa.
Abb 25: Einsetzen der Gingivaformer und des digital hergestellten Provisoriums, optimaler Komfort für den Patienten.
Abb 26: Das Provisorium zweieinhalb Wochen später.
Abb 27: Gute Ausformung des Emergenzprofils.
Abb 28: Gute Primärstabilität, alle Implantate liegen über 78-82 ISQ-Scale (Ostell).
Abb 29: Radiologische Kontrolle mit Abformpfosten.
Abb 30: Die Conelog Abformpfosten für eine klassische Abformung sind aufgesetzt.
Abb 31: Für die geschlossene Abformung werden Repositionierungshilfen passend im Durchmesser der Implantate aufgesetzt.
Abb 32: Analoge Abformung zur aktuellen Erfassung des Emergenzprofils für die Zahntechnik (ZT: Enrico Ortado, Praxis ICC-M).

Fazit

Die Wahl der Anzahl der Implantate in der Oberkiefer-Frontzahnregion kann abhängig von der klinischen und radiologischen Situation sowohl vier als auch zwei Implantate betragen. Entscheidend ist neben der Weichgewebsdicke und -qualität, der Knochenqualität, -quantität und -dimension der interimplantäre Abstand für eine harmonische Rot-Weiß-Ästhetik.

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