Cerec L!ve 2026 – Online-Symposium
Cerec L!ve 2026: Die Cerec Masters laden vom 7. bis 10. Oktober zum virtuellen Symposium – KI, Teamwork, Materialien und das digitale Praxis-Ökosystem.

Die Webinare des Cerec Masters Club haben sich als feste Säule der dentalen Fortbildung etabliert. Im Fokus stehen CAD/CAM, vollkeramische Restaurationen, Werkstoffkunde und digitale Workflows. Künftig rücken zudem KI-gestützte Anwendungen in der Zahnarztpraxis stärker in den Mittelpunkt.
Die Nachfrage nach digitalen Helfern oder Plattformen ist in der allgemeinmedizinischen Arztpraxis in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Video-Sprechstunden wurden vorbereitet, um Ärzte und Patienten zu verbinden und individuelle Therapieempfehlungen zu platzieren.
Die Veränderungen haben auch die Zahnmedizin erfasst. Nicht nur, dass der zahnmedizinische Versorgungsauftrag schon seit geraumer Zeit in zunehmendem Maße digital organisiert und Patienten mit computergestützten Systemen befundet sowie konservierend und prothetisch behandelt werden. Die neue Wirklichkeit hat dazu geführt, dass Fortbildungskurse nicht nur als Präsenzveranstaltungen durchgeführt werden. An deren Stelle sind die „Webinare“ – also virtuelle Fachseminare im Internet - getreten, um seinerzeit Pandemie-bedingte Hürden der Kontaktbeschränkung zu überspringen und heute die Reichweite der Fortbildung auszudehnen. Damit bekommt das Prinzip „Probleme sind nur dornige Chancen“ eine neue Bedeutung sowie Auftrieb für den fachlichen Wissensaustausch in der Fortbildung und bietet richtungsweisende Perspektiven für die Zukunft.

Jüngste Erhebungen von Fortbildungsveranstaltern haben gezeigt, dass es Teilnehmer von körperlich besuchten Kursen, Symposien und Kongressen schätzen, wenn die Themen auch danach ins heimische Homeoffice getragen werden – praktischerweise durch online-übertragene Vorträge und Workshops auf digitale Endgeräte wie PC, Tablet oder Smartphone. Verbunden mit einem fachlichen Wissensaustausch ist das „Webinar“ geeignet, vorgetragene Therapiekonzepte weiter zu verdichten und ermöglicht auch, sich mit dem Referenten auszutauschen. Damit erhält die kombinierte Fortbildung – Präsenzkurs und Webinar – eine richtungsweisende Perspektive für die Zukunft.
Als einer der ersten Anbieter in der Zahnheilkunde hatte der Cerec Masters Club, eine unabhängige Studiengruppe und Fortbildungseinrichtung mit Unterstützung des Karl-Häupl-Instituts der Zahnärzte-Kammer Nordrhein, Webinare als virtuelle, interaktive Plattform für Zahnärzte und Zahntechniker eingerichtet. Adressiert an Zahnärzte und Zahntechniker, konnte mit dem wöchentlichen „GoToWebinar“ eine „Fortbildungskrise“ ausgegrenzt werden.

Steigendes Teilnehmerinteresse für Webinar-Kurse
Das Angebot, den Fortschritt der computergestützten Restauration mit dem Cerec-System sowie die digital gestützte Praxisführung via Internet kennenzulernen oder zu vertiefen, wurde im Jahr 2020 mit 16 Webinaren begonnen und von ca. 800 Teilnehmern genutzt. Nach dem Start wurde die Website des Cerec Masters Club von ca. 19.000 Besuchern aufgesucht, um die dort hinterlegten Informationen, Dokumente und Video-Mitschnitte einzusehen. Im Bildordner wurden 3.465 Videos, die klinische und software-gesteuerte Vorgehensweisen zeigen, von den Besuchern angeklickt.
In den Folgejahren stieg die Zahl der Webinar-Teilnehmer; so wurden in 2025 insgesamt 30 Webinare im Netz verbreitet, begleitet von 19 Präsenzkursen und zwei Symposien. Die Teilnehmer bestätigten, dass die Kombination von Präsenzkursen und Webinaren die interdisziplinäre Kommunikation sowie die Verdichtung von Fachwissen und Behandlungsverfahren deutlich unterstützen. Besonders werden die abendlichen Webinare als zeitsparend geschätzt – die zudem den Vorteil bieten, den Vortragenden direkt anzusprechen. Video-Mitschnitte erlauben es dem Teilnehmer, die Inhalte später im Homeoffice nochmals abzurufen.

Unter der Leitung von Dr. Andreas Kurbad, Viersen, sowie von Materialspezialisten mit Expertise aus Forschung und Entwicklung wird in den Webinaren der gesamte Kanon der konservierenden und prothetischen Zahnheilkunde thematisiert, jeweils unter Einsatz software-gesteuerter Prozesse und manueller Verfahren zur ästhetischen Individualisierung vollkeramischer Restaurationen.
Gesamter Therapie-Kanon
Die indizierten Therapielösungen betrafen Inlays, Onlays, Teilkronen, Frontzahn- und Kauflächen-Veneers, Kronen, Quadranten-Versorgungen, Freiend-, Frontzahn-, Molaren- und Adhäsiv-Brücken, Table Tops bzw. Okklusal-Veneers, Aufbissschienen für Bisslageänderungen, chirurgische Bohrschablonen sowie emergenzprofilierte Suprastrukturen für Implantat-Versorgungen von der Planung bis zur Eingliederung. Vorgestellt und vertieft wurden die keramik- und CAD/CAM-gerechte Präparation, die Kastenelevation im Dentin, das Scanprocedere und die digitale Registrierung der Kiefer, die Modellherstellung sowie das virtuelle Artikulieren. Einen besonderen Schwerpunkt erhielt die softwaregestützte Konstruktion mittels der Applikationen Biogenerik und Biokiefer, die imstande sind, patientenspezifische Zahnformen aus dem „Restzahngedächtnis“ in das Konstruktionsdesign des neuen Zahnersatz‘ zu übernehmen und funktionelle Situationen zu berücksichtigen. Für die „Königsdisziplin Frontzahnkronen“ wurden einige Webinare platziert, die hohe Besucherreichweiten erzielten. Zur Erfüllung hoher ästhetischer Ansprüche wurden spezielle Techniken zur Individualisierung und Charakterisierung des Zahnbildes demonstriert.

Mehr Wissen durch Homeoffice
Stets beschäftigten sich Webinare auch mit der Werkstoffauswahl, spezifiziert nach Indikationen und Anforderungen an die Belastbarkeit und Ästhetik. Dadurch gelang es den Moderatoren, anhand der Eigenschaften der Materialien und deren klinischen Bewährung einen differenzierten Überblick anbetrachts der Vielfalt der verfügbaren Werkstoffe zu schaffen.
Allein schon die Differenzierung der Zirkonoxid-Keramiken beweist, dass diese Werkstoffgruppe - aufgelegt für K+B-Gerüste und monolithische Restaurationen - sehr unterschiedliche, lichtbrechende Eigenschaften und Festigkeitswerte bieten und Kenntnisse der Sinterbedingungen für die Transluzenz erfordern. Demonstriert wurde auch die Konditionierung von Zirkonoxid-Oberflächen für die keramische Bemalung. Zur Optimierung der Ästhetik stellte Kurbad das „Micro-Veneering“ mit thixotropen, aufbrennkeramischen Lusterpasten vor, die Chroma, Glanz und Fluoreszenz von Zirkonoxid erheblich steigern können.
Einen Peak an Teilnehmern löste das Webinar „rund um die Abutment-Krone“ aus. Als entscheidendes Bindeglied zwischen Implantat und Krone beschrieb Kurbad die Unterschiede zwischen konfektionierten Abutments, Hybrid-Abutments, zweiteiligen Systemen mit Metallinsert auf Klebebasis, monolithischen Abutments aus Zirkonoxid, individuellen Emergenzprofilen sowie die Eignung von verklebten und verschraubten Suprastrukturen. Die Empfehlung, dass mit der Verschlankung der Suprastruktur einer eventuellen Rezession des Weichgewebes und damit ein Sichtbarwerden des Abutments vorgebeugt werden kann, fand im anschließenden Chat breite Zustimmung.
Aus Sicht der Teilnehmeranzahl war das Webinar zur „Hybridkeramik“ ein weiterer Höhepunkt. Als Co-Moderator konnte der Produktentwickler der polymerpenetrierten Feldspatkeramik (Enamic, Vita Zahnfab.) die werkstofflichen und klinischen Eigenschaften vorstellen. Der Verbund von Keramiknetzwerk und infiltriertem Kunststoff bietet ein dentinähnliches Elastizitätsmodul und ist als Restauration in der Lage, neben der Biegefestigkeit von 180 MPa hohe Kaukräfte, die auf Restzahn und Periodontium einwirken, zu kompensieren. Diese „stoßdämpfende“ Wirkung ist geeignet, die Krafteinleitung auf Kronen und osseointegrierten Implantatpfeiler mit fehlenden Propriorezeptoren zu mildern.
Einen breiten Rahmen, als Appendix verteilt über mehrere Webinare, bot Kurbad dem „Super-Malkurs“ - der optischen Veredlung von Restaurationen aus Glaskeramik, Zirkonoxid, Hybridkeramik und keramikverstärkten CAD-Kompositen. Hierbei wurden unterschiedliche Mal- und Glasursysteme und deren Anwendung vorgestellt mit dem Ziel, zusammen mit differenzierten Poliertechniken eine höchstmögliche, naturidentische Ästhetik zu erreichen.
Webinare – ein Erfolgsrezept für die Zukunft?
Was ist das Fazit der Webinare der Cerec Masters aus Sicht der Teilnehmer und Veranstalter? Der Anstieg der Kursbesucher und die Reichweite der Website-Kontakte zeigt, dass das Interesse an Basisinformationen zu Werkstoffen, zum CAD/CAM-Einsatz in Kons und Prothetik, an „Tipps und Tricks“ zur Verbesserung der Ästhetik, besonders für Zirkonoxid, ungebrochen ist. Als „Einzelkämpfer“ in der Praxis sind Zahnärzte zwar gewohnt, selbständig Entscheidungen zu treffen und Erfahrungen zu sammeln. Andererseits zeigen die Präsenzkurse des Cerec Masters Clubs, dass der Meinungsaustausch eine große Rolle spielt anbetrachts der dynamischen Entwicklungen bei Materialien und Behandlungsverfahren. Stellvertretend für die vielen Fragen im Chat zeigt sich, dass die Interaktion mit Response in den Webinaren für die Teilnehmer ein wesentlicher Faktor ist, Problemstellungen dicht am Thema schnell und direkt zu ventilieren. Hierbei spielt auch die Animation für Kontakt und Response eine entscheidende Rolle, die es ermöglicht, auch anonym Fragen dem Referenten zu stellen, die niemals in einem Präsenz-Symposium coram publico über die Lippen gekommen wären.
Ein Key-Learning ist auch, dass Webinare den Teilnehmer virtuell am Arbeitsplatz antreffen und Lösungen direkt in die Praxisplanung übertragen werden können. Webinare sind ökonomisch sinnvoll, erfordern logistisch keine zeitraubende Anfahrt und teure Unterkunft, und die Vorträge können wiederholt vom Server abgerufen werden. „Sehen-Hören-Realisieren“ sind hier in einem Medium wirkungsvoll vereint.
Sicherlich - Präsenzkurse bieten nachvollziehbare Vorteile: Kollegen treffen, Netzwerk- und Kontaktpflege, multiple Gespräche, Nähe zu Referenten, berufsständische Diskussionen, kulturelle Begleitprogramme – aber auch Zeitaufwand und Kosten. Wenn jedoch Synergien verschmolzen werden, kann daraus ein Mehrwert entstehen. Die Protagonisten der Webinare im Cerec Masters Club werden Präsenzkurse und Symposien im Wechsel mit virtuellen Fortbildungen zu verbinden, um dadurch Vortragsinhalte in die Praxis zu transportieren. So wurde z.B. der alljährlich stattfindende Cerec-Tag als Präsenz-Symposium durch nachfolgende Webinare ergänzt. Die Präsenzbeiträge können jederzeit im Homeoffice nochmals aufgerufen und vertieft werden.
Neue Technologien im Praxis-Kanon
Der nächste Cerec-Tag unter dem Logo „Cerec Live“ wird als mehrtägiges Online-Symposium (7.-10. Okt. 2026, abends und Wochenende) den Erfolg der Webinare fortsetzen. Thematisch greifen die Referenten die Möglichkeiten der Künstlichen Intelligenz (KI) in der zahnärztlichen Behandlung auf. Viele Arbeitsschritte wie Scan-Auswertung und Diagnostik, Restaurations-Design, Behandlungsablauf, Cloud-Zugang mit KI-Nutzung, Patientenkommunikation und Kostenabrechnung werden vorgestellt. Die KI-Systeme 3Shape Automate, Dentbird, Medit ClinicCAD, SprintRay AI Studio werden demonstriert und bearbeiten identische Datensätze im direkten Vergleich. Besonders das Therapie-Consulting zeigt, wie KI in der Cloud durch den gesamten Behandlungsweg führt, Vorschläge produziert und damit das digitalgestützte Arbeiten in der Praxis verändert.




