SDS: In zwölf Minuten die Zahnmedizin neu denken
Zwölf Referentinnen und Referenten, zwölf Minuten pro Vortrag – und ein ganzer Tag voller Impulse: Mit dem Format 12 Minutes hat SDS gezeigt, wie konzentrierter Wissenstransfer, interdisziplinärer Austausch und biologische Zahnmedizin auf den Punkt gebracht werden können.

Zwölf Referentinnen und Referenten, zwölf Minuten pro Vortrag – und ein ganzer Tag voller Impulse: Mit dem Format 12 Minutes hat SDS gezeigt, wie konzentrierter Wissenstransfer, interdisziplinärer Austausch und biologische Zahnmedizin auf den Punkt gebracht werden können.
Wissen verdichten, Komplexität reduzieren und dennoch in die Tiefe gehen – diesem Anspruch folgte das Veranstaltungsformat SDS 12 Minutes konsequent. Begrüßt wurden Referentinnen, Referenten und Teilnehmende von Ayla Tavit, Head of Education bei Swiss Dental Solutions. Durch den Tag führten CMEO Dr. Rebekka Ellenrieder und CSO Daniel Recher, die mit klarer Moderation und präzisen Übergängen den Rahmen für zwölf pointierte Vorträge mit anschließender Fragerunde setzten.
Den Auftakt machte Prof. Dr. med. Philipp Schöttle, der online zugeschaltet einen Blick über die Zahnmedizin hinaus wagte. Stammzelltherapien, so seine Kernaussage, stellen in der Orthopädie bereits heute einen echten Quantensprung dar. Sie seien systemisch sicher, klinisch erprobt und eröffneten neue therapeutische Perspektiven für regenerative Medizin insgesamt – auch als Denkmodell für zukünftige Entwicklungen in angrenzenden Disziplinen. Im Anschluss beleuchtete Dr. nat. techn. Reinhard Gruber die Bedeutung von Blutbestandteilen für die Wundheilung. Seine Ausführungen zu PRF reichten von biologischen Grundlagen bis hin zu konkreten Praxistipps für Neuanwender: Welche Faktoren sind entscheidend? Worauf kommt es in der Anwendung an? Ein Vortrag mit hohem klinischem Mehrwert und unmittelbarer Umsetzbarkeit.
Biologische Prozesse beeinflussen
Wie stark biologische Prozesse durch gezielte Kombinationen beeinflusst werden können, zeigte PD Dr. Dr. Florian Böhrnsen. Mesenchymal-endotheliale Ko-Kulturen, so seine Forschung, verbessern sowohl die Angiogenese als auch die Osteogenese und eröffnen neue Wege für einen vaskularisierten Knochenaufbau – insbesondere im Zusammenspiel mit Bio-Keramiken und modernen regenerativen Konzepten.
Einen technologischen Akzent setzte Veit Hemmeter mit der Vorstellung der SphiroX-Technologie. Durch ein schichtweises Auftragen der Inhaltsstoffe wird eine hohe Wirkstoffdichte erreicht, bei gleichzeitig reduziertem Einnahmevolumen. Konservierungs- oder Zusatzstoffe sind nicht notwendig, die Freisetzung erfolgt schonend und ermöglicht eine vollständige Verwertung – ein Ansatz, der insbesondere im Kontext der SDS-Supplements auf großes Interesse stieß. Mit einem klaren Perspektivwechsel richtete Patricia Peat den Blick auf Krebspatienten und die Rolle der ganzheitlichen Zahnmedizin. Sie erläuterte Mechanismen, über die orale Bakterien das extrazelluläre Tumorumfeld beeinflussen können – von chronischer Inflammation über Matrixveränderungen bis hin zu extrazellulären Vesikeln. Auch das Thema Cachexie, der pathologische Gewichtsverlust bei Tumorerkrankungen, wurde eingeordnet.
Gezielter Netzwerkaufbau
Praxisstrategisch wurde es bei Dr. Miriam Merz. Sie zeigte, wie gezielter Netzwerkaufbau und die Pflege von Überweisern zu einem tragfähigen Praxiskonzept in der biologischen Zahnmedizin beitragen können. Entscheidend sei ein gemeinsames biologisches Verständnis mit alternativ arbeitenden Partnern und das gemeinsame Ziel, Patienten nachhaltig gesünder zu machen.
Die Bedeutung der internen Strukturen griff Volkmar Völzke auf. Teamkultur, so seine These, ist kein „weicher Faktor“, sondern ein zentraler Erfolgshebel. Fehlende Klarheit, reaktive Führung oder nicht ausgesprochene Erwartungen gehörten zu den größten Kulturkillern. Gewinnerteams hingegen zeichneten sich durch volle Verantwortung, gemeinsame Standards und eine konsequent gelebte Zusammenarbeit aus. Mit Dr. Dr. Andreas Dorow rückte das Thema Wirtschaftlichkeit in den Fokus. Patientenzentriertes Marketing, authentische Kommunikation und echtes Zuhören seien entscheidend für nachhaltigen Erfolg. „Der Köder muss dem Fisch schmecken, nicht dem Angler“ – Beratung bedeute, Entscheidungen zu erleichtern, nicht zu verängstigen.
Der Wechsel von Titan zu Keramik
Einen persönlichen Erfahrungsbericht lieferte Dr. Florian Dettmer, der über Herausforderungen beim Wechsel von Titan- zu Keramikimplantaten sprach. Offen thematisierte er Lernprozesse und Anpassungen, die trotz langjähriger Implantaterfahrung notwendig waren.
Besonders lebendig gestaltete sich der Dialog zwischen Dr. Dena Hashim und Dr. Norbert Cionca. In einem fachlich fundierten Schlagabtausch stellten sie Zirkonoxid- und Titanimplantate gegenüber – mit Blick auf Survival Rates, inflammatorische Reaktionen, Biofilmbildung, Partikelabgabe und Periimplantitis. Digitale Zukunftsperspektiven präsentierte Dr. Jörg Gerndt mit dem Konzept des „digitalen Avatars“. In der CMD-Therapie und Implantatplanung eröffnen digitale Modelle neue Möglichkeiten – von ästhetischer Aufstellung bis hin zur 3D-gestützten Sofortimplantation. Den Abschluss bildete Dr. Gregor Hočevar mit einem Ausblick auf die neue SDS Aesthetic Line, die 2026 gelauncht wird und mit einer triangulären Implantatform neue Maßstäbe im ästhetisch anspruchsvollen Frontzahnbereich setzen soll.
Abgerundet wurde der Tag durch die Ernennung neuer Spezialisten für Biologische Zahnheilkunde und Keramikimplantate sowie ein gemeinsames Barbecue und Get-together – ein informeller Ausklang eines Kongresstages, der zeigte, wie viel Substanz in zwölf Minuten stecken kann.




